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Grüner Strom aus schwarzem Koffer Osnabrücker Start-up stellt Akkus für extreme Einsätze her

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Gründer Martin Weisser stellt in seiner Firma Tronos Akkus her, die unter Extrembedingungen zum Einsatz kommen können. Sie eignen sich aber auch für einen Campingurlaub. Foto: David EbenerGründer Martin Weisser stellt in seiner Firma Tronos Akkus her, die unter Extrembedingungen zum Einsatz kommen können. Sie eignen sich aber auch für einen Campingurlaub. Foto: David Ebener

Osnabrück. Auf den ersten Blick ist es nur ein unscheinbarer schwarzer Koffer, doch das Kunststoffbehältnis hat es im wahrsten Sinne des Wortes in sich: Mit einem mobilen Akku hat das Osnabrücker Start-up Tronos ein Gerät entwickelt, das auch unter Extrembedingungen Energie liefert.

Eigentlich fing für Martin Weisser alles mit einem ganz anderen Produkt an. Noch während seines Masterstudiums gründete der Osnabrücker sein Start-up Tronos, um seine erste Erfindung, den Smarttable, auf den Markt zu bringen. Zwar hätten sich die Kunden durchaus für die Kombination aus Tisch und Solarzelle interessiert. „Aber im Grunde wurde immer nach einer stärkeren Lösung gefragt, wie Energie unabhängig vom Stromnetz bezogen werden kann“, sagt Weisser im Gespräch mit unserer Redaktion. Der Gründer nahm seine Kunden ernst und entwickelte sein Produkt weiter. Herausgekommen ist mit der SBOX eine erstaunliche Energiequelle, die es in zwei unterschiedlich starken Ausführungen gibt.

Laden mit Solarzellen und Turbine

Weisser entschied sich bei der Entwicklung des Geräts, das in einem schwarzen Kunststoffkoffer untergebracht ist, für Lithium-Eisenphosphat-Akkus, die bis zu 1200 Wattstunden Energie bereitstellen. Geladen werden können die Speichereinheiten auf unterschiedlichen Wegen: Neben der Ladeoption über herkömmliche Steckdosen oder Auto-Zigarettenanzünder geht es auch umweltfreundlich über eine Solarzelle oder eine Windturbine, die Tronos ebenfalls selbst entwickelte.

Kunden in aller Welt

Mittlerweile hat das Unternehmen, das im Innovationscentrum Osnabrück (ICO) beheimatet ist und in Bad Laer produziert, Kunden in der ganzen Welt. Ein Grund dafür ist die Robustheit der Energiequelle, die sowohl bei eisigen Temperaturen als auch in heißen klimatischen Bedingungen eingesetzt werden kann und wasserdicht ist. „Wir haben Kunden, die unser Produkt zur Stromversorgung bei Arbeiten an Pipelines einsetzen. Die SBOX ist ja explosionssicher und daher für solche Arbeiten prädestiniert“, erklärt Weisser.

Aber auch für harmlosere Angelegenheiten liefern die Tronos-Geräte Energie: „Unser Produkt ist auch im Eventbereich einsetzbar“, sagt der Gründer. So könne ein LED-Bühnenscheinwerfer annähernd 100 Stunden betrieben werden, ein Kühlschrank im Thekenbetrieb immerhin zehn Stunden – ohne, dass eine Ladequelle an die Box angeschlossen wird.

Optische Qualität

Konkurrenz fürchtet Weisser aktuell nicht. Zwar gebe es durchaus ähnliche Produkte auf dem Markt, meist hätten diese aber eine nicht annähernd vergleichbare Leistung und seien dazu nicht wasserdicht. Außerdem besitzen die meisten nicht die nötigen Zertifikate. Neben einer einfachen Funktionalität war es Weisser wichtig, auch eine gewisse optische Qualität zu bieten. „Unser Produkt sieht wirklich nicht schlecht aus, wie ich finde.“

Ein Display zeigt den aktuellen Ladestatus des Geräts an. Foto: David Ebener

Weissers nächstes Projekt ist die große Version seiner SBOX, die den Namen Heavy Duty trägt: Ein Gerät mit einer Kapazität von 5000 Wattstunden, der sowohl in der Arktis, als auch in Wüsten eingesetzt werden kann.


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