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Volle Keller und überflutete Straßen Heftiges Gewitter zieht über die Region – A30 wieder frei

Von Bastian Rabeneck, Stephanie Kriege, Christian Geers und Nadine Grunewald


Osnabrück/Hagen. Das Unwetter am Sonntag hat die Osnabrücker Feuerwehr in Atem gehalten: Zwischen 16.30 und 21 Uhr mussten die Einsatzkräfte etwa 150 Mal ausrücken. Keller liefen voll, Straßen wurden überflutet. Zur Nacht hin entspannte sich die Lage und auch die zwischenzeitlich in Richtung Hannover gesperrte A30 konnte wieder freigegeben werden.

Etwa 150 Mal mussten die Feuerwehren in Stadt und Landkreis bis 21 Uhr ausrücken. Allein rund 100 Einsätze hatte die Feuerwehr in Osnabrück zu verzeichnen. (Weiterlesen: Maiwoche bleibt nach Unwetter am Sonntag geschlossen) In erster Linie ging es um vollgelaufene Keller. Zudem mussten abgebrochene Äste beseitigt werden. In zahlreichen Straßen konnte das Kanalsystem die plötzlich aufkommenden Wassermassen nicht komplett fassen. Das Resultat: überschwemmte Straßen, wie beispielsweise in Hagen oder im Osnabrücker Stadtteil Nahne. Von dort meldete sich am Spätnachmittag Anwohner Jürgen Goldberg in unserer Redaktion und berichtete von Schlammlawinen und Überschwemmungen rund um sein Grundstück. Menschen sind laut einem Sprecher der Feuerwehr nicht verletzt worden. Zur Nacht hin entspannte sich die Lage, wie eine Sprecherin der Feuerwehr sagte. „Wir arbeiten die letzten Gräben ab, die übergelaufen sind. Es ist schon deutlich ruhiger geworden“, hieß es um 23 Uhr.

Melle kam glimpflich davon

In Hagen hatte sich bei dem Unwetter Schlamm vom Ellenberg in Richtung Dreskamp ergossen, wo die Feuerwehr die verschmutzten Fahrbahnen vom Dreck befreien musste. „Wir zählen bisher 21 Einsätze wegen verschmutzter Straßen und vollgelaufener Keller“, sagte Ortsbrandmeister Heijo Wöhrmann gegen kurz nach 20 Uhr gegenüber unserer Redaktion. Kurz danach musste er das Telefonat abbrechen, weil die Feuerwehr schon zum nächsten Einsatz am Ellenberg gerufen wurde.

Melle kam bis zum Abend glimpflich davon, wie der stellvertretende Stadtbrandmeister Michael Finke berichtete. Nur drei Einsätze waren bis 20.30 Uhr zu verzeichnen: Der Regen hatte Schlamm auf die Sondermühlener Straße in Wellingholzhausen gespült, den die Einsatzkräfte beseitigten. Außerdem musste die Feuerwehr zwei kleinere Äste entfernen, die Straßen blockierten.

Im Stadtgebiet von Bad Iburg musste die Feuerwehr zu insgesamt 20 Einsätzen ausrücken. Einer davon im Schloss Iburg. „Wir hatten dort einen Brandalarm. Der Sicherheitsdienst hat einen Brandgeruch festgestellt. Letztlich stellte sich dies aber als Fehlalarm heraus“, erklärte Stephan Pax, Stadtbrandmeister in Bad Iburg. Außerdem sei der Charlottenburger Ring an vielfach überspült und mit Morast und Erde bedeckt worden. Hohe Priorität habe ein Vorfall in der Dingbank Siedlung gehabt. Hier drohten zwei Tanks „hochzuschwimmen“, so Pax, und das darin befindliche Öl auszulaufen. Letztlich mussten die Einsatzkräfte der Feuerwehr Bad Iburg 18 Keller auspumpen, die aufgrund der starken Regenfälle voll Wasser gelaufen waren.

A30 gesperrt

Autofahrer auf den Autobahnen hatten aufgrund des heftigen Regens mit eingeschränkter Sicht zu kämpfen. Teilweise bildeten sich durch die Gewitterschauer ganze Seen auf der Fahrbahn, die höhere Geschwindigkeiten nicht mehr zuließen. Die A30 musste in Richtung Hannover zwischen dem Lotter Kreuz und Natbergen für mehrere Stunden gesperrt werden, weil es zu massiven Überschwemmungen der Fahrbahn gekommen ist. Nachdem das Wasser abgelaufen war, mussten die Fahrbahnen von Sand, Dreck und Lehm gereinigt werden, wie ein Sprecher der Bramscher Autobahnpolizei sagte. Gegen 22.30 Uhr konnte die A30 wieder freigegeben werden. Neben Feuerwehr und Autobahnmeisterei sei „eigentlich alles vor Ort gewesen, was wir an Einsatzkräften haben“, so die Auskunft.

Bäume auf Schienen gefallen

Kurz, aber heftig war auch das Unwetter, das am späten Sonntagnachmittag über Teile der Stadt Bersenbrück hinweggezogen ist. Im Ortsteil Talge hielten drei Bäume den starken Sturmböen nicht stand und stürzten gegen 17.30 Uhr auf die Bahnlinie Osnabrück-Oldenburg. Der Zugverkehr musste kurzfristig unterbrochen werden. Etwa 20 Einsatzkräfte der Feuerwehren Bersenbrück und Talge rückten aus, um die Bäume – darunter eine stattliche Eiche mit einem Stammdurchmesser von 60 Zentimetern – vom Bahngleis zu holen. Nach etwas einer Stunde waren die Hindernisse beseitigt, so dass der Bahnverkehr am frühen Abend wieder freigegeben werden konnte.


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