Traditioneller Maigang Bürgerverein Schinkel-Ost informiert über 110 kV-Hochspannungsleitung

Von Joachim Dierks


Osnabrück. Der traditionelle Maigang des Bürgervereins Schinkel-Ost folgte im ersten Teil der Trasse der geplanten neuen 110 kV-Hochspannungsleitung, die den Stadtteil in Nord-Süd-Richtung durchschneiden wird. Auf wenig Verständnis stieß ein „unnötiger Umweg“ der Trasse, der zusätzliche Abholzungen erforderlich mache und Flächen entwerte.

Auf Plänen zeigte der Vereinsvorsitzende Walter Leineweber den Verlauf der Trasse, die sich zwischen dem Umspannwerk Lüstringen und Belm-Powe eng an die Autobahn A 33 anschmiegt. Wo sie kaum Beeinträchtigungen für menschliche Siedlungen auslöst. Nur knapp nördlich der Sportanlagen von Blau-Weiß Schinkel rückt die Trasse nach Westen von der Autobahn ab. Warum? Weil dicht an der A 33 ein Wohnhaus stand, das nicht von der Freileitung überspannt werden sollte. „Aber dieses Haus ist 2014 aus anderen Gründen abgerissen worden, sodass der Grund für den Schlenker entfallen ist“, so Leineweber. Offensichtlich habe die rechte Hand in der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr nicht gewusst, was die linke Hand tut. So konnte es geschehen, dass zwei Jahre später, im Mai 2016, der Verlauf mit dem unnötigen Schlenker planfestgestellt wurde.

Stabile Stromversorgung

Selbstkritisch merkte Leineweber an, dass der Bürgerverein die Sache nicht eher auf den Schirm bekommen habe und die Fristen für Stellungnahmen habe verstreichen lassen. Seit Oktober 2016 sei der Plan bestandskräftig und unanfechtbar. Einen Trost hatte Leineweber für die rund 50 Maigänger parat: Alles in allem sei die neue Leitung zu begrüßen, da sie zwei alte Leitungen, die weiter westlich durch Schinkel und Schinkel-Ost laufen, entbehrlich mache. Die könnten nach Betriebsaufnahme der neuen Leitung, die unter anderem wichtig für die stabile Stromversorgung des Kupferherstellers KME sei, zurückgebaut werden.

Verdachtspunkt für einen Bomben-Blindgänger

Viel Wissenswertes entlang der Wanderroute durch den Schinkelberg steuerten nicht nur Leineweber, sondern auch weitere gut informierte Mitgänger bei. Warum wird der Bornheider See ausgepumpt? Weil dort ein Verdachtspunkt für einen Bomben-Blindgänger liegt, der demnächst eingehender untersucht werden muss. Insgesamt gebe es weitere acht Verdachtspunkte in Schinkel-Ost, die auch noch an die Reihe kämen. Der Fernsehturm wird weiterhin von Turmfalken als Nistplatz genutzt. Ein Ornithologe kümmert sich um die Beringung, steht aber jedes Jahr vor neuen Zugangsproblemen, weil die Eigentumsstrukturen bei der Telekom häufig wechseln.

Sonnebrand bei Schneitelbuchen

Am Knotenpunkt A 33/B 51 ließen sich sogenannte Schneitelbuchen besichtigen, die nun durch die Bauarbeiten zum Vorschein gekommen sind und die neue Waldkante bilden. „Damit sie keinen Sonnenbrand bekommen“, so erläuterte es die frühere Gesamtschullehrerin Beatrix Bausch, sind die exponierten Stämme mit Kokosmatten umwickelt. Schneitelbuchen wurden früher in etwa 2,50 Meter Höhe gekappt, um die dann nachwachsenden Triebe, die in der Höhe vor Tierfraß geschützt waren, für regelmäßige Holzernten zu nutzen. Angesichts des großen Abraumbergs an der Nordstraße beruhigte Leineweber die Gemüter: „Ja, der kommt wieder weg, der Boden wird zum Anfüllen der Böschungen an der neuen B 51 verwendet.“

Abschluss im Gemeindezentrum

Der Rundgang fand seinen Abschluss im Gemeindezentrum der Rosenkranzkirche, wo die Aktiven des Bürgervereins die Maigänger mit Bratwurst und Getränken versorgten. Leineweber informierte über den Planungsstand in Sachen A 33-Lückenschluss Nord und über zwei bevorstehende Großereignisse in Schinkel: Am 23. Juni wird zum 19. Mal das beliebte Stadtteilfest im Heinz-Fitschen-Haus mit in der Vergangenheit bis zu 4000 Besuchern über die Bühne gehen. Und am 25. August heißt es beim Nachbarschaftsfest an der Ebertallee: „Schinkel isst bunt!“


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