Verschobene Identitäten Arbeiten der Flüchtlingsateliers im Kunstraum hase29

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Spiel mit Persönlichkeit: 
              
              Besucher der Ausstellung „... manchmal bin ich du“ im Kunstraum hase29 bewundern ein begreifbares Objekt. Foto: Hermann PentermannSpiel mit Persönlichkeit: Besucher der Ausstellung „... manchmal bin ich du“ im Kunstraum hase29 bewundern ein begreifbares Objekt. Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück. Zum zweiten Mal werden im Kunstraum hase29 in der Hasestraße im Rahmen der Ausstellung „... manchmal bin ich du“ Bilder und Objekte präsentiert, die in den Flüchtlingsateliers des Vereins Abenteuer Kunst entstanden sind.

Gemälde, Zeichnungen, Drucke, aber auch Collagen und Holzobjekte oder Figürliches aus Draht oder Strohhalmen sind in der großflächigen Räumlichkeit der Osnabrücker Gesellschaft für zeitgenössische Kunst zu sehen. Dabei wird nicht nur die Fluchterfahrung verarbeitet, sondern auch und vor allem das, was das Ankommen in einer neuen, anderen Welt für die eigene Persönlichkeit und Identität bedeutet. Gleich zwei veränderbare Werke beschäftigen sich etwa spielerisch mit dem „Umziehen“ in Form des Wechsels der Kleidung. Das Schlüpfen in neue Rollen und das Spiegeln in Mitmenschen wird auch mit dem Ausstellungstitel assoziiert, der von einem Kind stammt, das an einem der Ferienworkshops der Musik & Kunstschule oder der Kooperationsprojekte mit Sprachlernklassen der Drei-Religionen-Schule, der Grundschule Eversburg, der Hauptschule Innenstadt, des Ratsgymnasiums und des Berufsschulzentrums Westerberg teilgenommen hat.

Neue Erfahrung

„Das habe ich noch nie in meinem Leben gemacht, aber ich bin mir absolut sicher, dass ich es schaffen werde“, zitierte Organisator Manfred Blieffert Pipi Langstrumpf, um zu verdeutlichen, dass der Kunstunterricht für die meisten Teilnehmer eine völlig neue Erfahrung und Herausforderung gewesen ist. Auch der Verein habe mit diesem Projekt Anfang 2016 „kulturpädagogisches Neuland“ betreten. Neben der Erfüllung der Grundbedürfnisse ermögliche Kunst als „zweite Hilfe“, einen eigenen Ruheraum zu finden und sich zu verorten, so Blieffert, der die Flüchtlingsateliers auch als Beitrag zur Willkommenskultur verstanden wissen möchte, der den Grundgesetzartikel 16 „mit Leben füllt“. Die „befreiend heilenden Kräfte der kreativen Eigentätigkeit“ hob auch Bildungs-, Sozial- und Kulturdezernent Wolfgang Beckermann in seinem Grußwort hervor. Musikalisch umrahmt wurde die Vernissage von Sängerin Farah Wardeh und Saz- Spieler Hassan Mahmoud.

Bis einschließlich Samstag, 26. Mai, ist die Ausstellung „... manchmal bin ich du“ im Kunstraum hase29 in der Hasetraße 29 bei freiem Eintritt zu sehen.


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