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Latein und Geschlechterforschung Uni Osnabrück erhält bundesweit einmalige Professur

Kaiser-Augustus-Statue in Turin: Eine bundesweit einzigartige Maria-Goeppert-Mayer-Professur an der Uni Osnabrück kombiniert künftig klassische lateinische Sprach- und Literaturwissenschaft mit Geschlechterforschung. Foto: Colourbox.de/Paolo Gallo ModenaKaiser-Augustus-Statue in Turin: Eine bundesweit einzigartige Maria-Goeppert-Mayer-Professur an der Uni Osnabrück kombiniert künftig klassische lateinische Sprach- und Literaturwissenschaft mit Geschlechterforschung. Foto: Colourbox.de/Paolo Gallo Modena

pm/sst Osnabrück. Die Universität Osnabrück erhält eine bundesweit einmalige Professur, die Latein und internationale Geschlechterforschung verknüpft. Das hat das niedersächsische Wissenschaftsministerium auf Empfehlung einer Expertenkommission beschlossen.

Das Themenfeld „Latinistik und Gender“ werde vom Auswahlgremium der Wissenschaftlichen Kommission Niedersachsen als „hochrelevant und äußerst innovativ“ beurteilt, heißt es in einer Mitteilung der Uni Osnabrück. Das zugesprochene Fördervolumen beträgt den Angaben zufolge 472.500 Euro. Die Mittel stammen aus dem Maria-Goeppert-Mayer-Programm, mit dem das Land die Geschlechterforschung an den niedersächsischen Hochschulen nachhaltig stärken will.

Förderung über fünf Jahre

Die Förderung läuft ab 2019 für fünf Jahre und umfasst bis zu 70 Prozent der erforderlichen Mittel für eine Professur, einschließlich Ausstattung. Die Uni Osnabrück kündigte an, eine W2-Professur „Klassische Philologie, Schwerpunkt Latein/Genderforschung“ auszuschreiben und zum nächstmöglichen Zeitpunkt zu besetzen. Am künftigen Lehrstuhl werde es dann beispielsweise darum gehen, die Literatur der alten Römer auf Aspekte wie Weiblichkeit und Männlichkeit neu zu untersuchen. Darüber hinaus würden etwa Fragen einer veränderten sozialen Rollenverteilung, räumlichen Mobilität, Körperlichkeit oder auch Emotionalität erforscht.

„Die Kombination Latein und Genderforschung ist deutschlandweit einzigartig und bietet ein breites Forschungsfeld, das auch für die Lehre fruchtbare Impulse liefern kann“, erläutert Vizepräsidentin Susanne Menzel. Über die Beteiligung der Professur am Lehramtsstudiengang für das Gymnasium könne die Genderthematik auch in den Lateinunterricht Eingang finden. Zudem sei an der Universität Osnabrück Gleichstellung als strategisches Ziel verankert.

Hommage an Physik-Nobelpreisträgerin

Das Programm ist zu Ehren der aus Göttingen stammenden Physik-Nobelpreisträgerin Maria Goeppert Mayer (1906-72) benannt. Neben ihrer wissenschaftlichen Arbeit unterstützte die Professorin jüdische Forscher, die wie sie in die USA emigrierten. Goeppert Mayer setzte sich für eine friedliche Nutzung der Kernenergie ein und ermutigte junge Frauen, sich den Naturwissenschaften zuzuwenden.