Ansteckender Tiefenrausch Kammermusikalische Premiere zum Semesterauftakt

Von Petra Ropers

Raritäten der Musikliteratur -  Konzert Raritäten der Musikliteratur - Konzert "Tiefenrausch" der Universitätsmusik Osnabrück, Musiksaal des Schlosses; Matthias Weiß, Soloposaunist im Detmolder Landestheater, und Matthew Segger, Tubist des Theaters in Osnabrück, präsentieren Raritäten der Musikliteratur Osnabrück, 08.05.2018, Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Im Musiksaal des Schlosses präsentierten Matthias Weiß, Matthew Segger und Sachie Furuya ein anregendes Klangerlebnis.

Musikalische Raritäten im „Tiefenrausch“ versprachen die drei Musiker. Und eine Rarität bot bereits die Zusammenstellung ihres Ensembles. Denn mit Matthias Weiß am Euphonium und Matthew Segger an der Tuba trafen sich in Begleitung von Pianistin Sachie Furuya zwei Instrumente, die solistisch nur selten zu hören sind. Beide zählen zu den jungen Mitgliedern in der Familie der Blechblasinstrumente. Entsprechend eingeschränkt ist die für sie komponierte Originalliteratur.

Eiskalt geklaut

„Wir haben eiskalt geklaut“, räumten die beiden Solisten deshalb schmunzelnd ein und boten ihrem Publikum eine überaus kontrastreiche Mischung aus Originalwerken und spannenden Bearbeitungen. Da erhielt Mozarts Sonate für Fagott in der Umsetzung durch ein bemerkenswert agiles Euphonium und den Basso continuo der Tuba ganz neuen, dunkel-warmen Charme. Und auch Telemanns Orgelchoräle bekamen ein anregend frisches Klanggewand.

Höchste Virtuosität

Neben überaus vielfältigen Bearbeitungen standen Originalwerke, die mal als herausfordernde Soli von höchster Virtuosität, mal als jazzige bis romantische Duette die ganze Vielseitigkeit des tiefen Blechs hörbar machten. Ein „Tiefenrausch“ mit ansteckender Wirkung, wie der begeisterte Beifall bewies.