Malteser-Migranten-Medizin Osnabrücker Ärzte behandeln wieder mehr Patienten anonym

Das Osnabrücker MMM-Team mit den Ärzten und  Sprechstundenhelferinnen (von links) Sigrid Pees-Ulsmann, Bärbel Dreckmann, Bernhard Schürhaus, Horst Butke, Ursula Tobergte, Paul-Hans Suerbaum und Friederike Läer-Schulz sowie Elisabeth Kahmann (eingeklinkt). Foto: Malteser Hilfsdienst/Ulrich BrakwehDas Osnabrücker MMM-Team mit den Ärzten und Sprechstundenhelferinnen (von links) Sigrid Pees-Ulsmann, Bärbel Dreckmann, Bernhard Schürhaus, Horst Butke, Ursula Tobergte, Paul-Hans Suerbaum und Friederike Läer-Schulz sowie Elisabeth Kahmann (eingeklinkt). Foto: Malteser Hilfsdienst/Ulrich Brakweh

pm/sst Osnabrück. Menschen ohne Krankenversicherung oder gültigen Aufenthaltsstatus können sich in Osnabrück von Ärzten der Malteser-Migranten-Medizin (MMM) anonym und kostenlos behandeln lassen. 2017 machten 83 Patienten davon Gebrauch, darunter elf Schwangere.

Wie aus der am Freitag veröffentlichten Bilanz hervorgeht, stieg die Anzahl der Patienten im Vergleich zu 2016 um gut 40 Prozent an. Nach Jahren des Rückgangs ist das ein deutlicher Aufwärtstrend. Die sechs Osnabrücker MMM-Ärzte hatten es dabei vorwiegend mit Menschen aus Osteuropa und Afrika zu tun. Bei den Krankheiten standen Stoffwechsel-, Herz-Kreislauf-, Muskulatur- und Magen-Darm-Probleme im Vordergrund. (Weiterlesen: MMM Osnabrück ratlos –Aus Angst vor Abschiebung nicht zum Arzt?)

Marokkaner erhält Hüftprothese

„Besonders intensiv war die prothetische Versorgung eines marokkanischen Patienten“, teilt der Malteser Hilfsdienst Osnabrück mit. Durch die Begleitung und einen erfolgreichen Spendenaufruf des MMM-Teams sei es gelungen, sowohl eine komplizierte Hüftgelenksoperation als auch eine anschließende Rehabilitation durchzuführen.

Nach dem Tod von Gründungsmitglied Werner Schmitz habe die ehrenamtlich tätige Ärztegruppe mit Elisabeth Kahmann schnell eine neue Kraft gewinnen können. Anfang 2018 sei mit Bernhard Schürhaus ein weiterer Allgemeinmediziner hinzugekommen. „Auch 2017 konnten wir wieder auf die gute Zusammenarbeit mit Behörden, Verbänden, Apotheken, Fachärzten und Krankenhäusern bauen“, wird Teamsprecher Horst Butke zitiert. (Weiterlesen: Verdienstorden für Osnabrücker MMM-Ärztin Sigrid Pees-Ulsmann)

Dienstags ist Sprechstunde

Wer das vor zehn Jahren initiierte Projekt kennenlernen und unterstützen möchte, ist am Pfingstmontag, 21. Mai 2018, um 11 Uhr zu einem ökumenischen Gottesdienst im Kloster Nette (Östringer Weg 120) eingeladen. Ein Teil der Kollekte ist für die MMM-Arbeit bestimmt.

Die Malteser bitten die Bevölkerung darum, mögliche Patienten an die Osnabrücker Migranten-Medizin zu vermitteln. Die Sprechstunde findet dienstags von 10 bis 12 Uhr in der fünften Etage der Arbeitsmedizinischen Beratungsstelle (Detmarstraße 6-8) statt. Telefonisch erreichbar sind die Ärzte unter 0541/326-4779 oder 0541/50522-0 (außerhalb der Sprechstunde).