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Leben retten für 1400 Euro So verhindern neue Lkw einer Osnabrücker Spedition Unfälle

Von Jörg Sanders

Zwei der sechs neuen Lkw der Nosta Group, die die neuen Assistenten an Bord haben. Im Vordergrund: Fahrer Helmut Oertel. Foto: Gert WestdörpZwei der sechs neuen Lkw der Nosta Group, die die neuen Assistenten an Bord haben. Im Vordergrund: Fahrer Helmut Oertel. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Sechs hat das Unternehmen bereits, sechs weitere sollen noch in diesem Jahr folgen: Die Osnabrücker Spedition Nosta setzt bei der Anschaffung neuer Lkw auf Sicherheitssysteme, die ihre Fahrer und andere Verkehrsteilnehmer vor Unfällen bewahren – insbesondere Radfahrer und Fußgänger.

Die sechs neuen Lkw verfügen über Radarsysteme, die die Fahrer vor Gefahren warnen – oder notfalls selbst eingreifen. So bietet das System den Fahrern „einen möglichst sicheren Arbeitsplatz und Schutz für andere Verkehrsteilnehmer über die gesetzlich geforderten Vorgaben hinaus”, sagt Christian Hammacher, Geschäftsführer der Nosta Cargo GmbH.

Verschiedene Sicherheitssysteme

Ein Abbiegeassistent soll das Leben von Fußgängern und Radfahrern retten. Befindet sich neben dem Lkw ein Mensch oder Objekt, warnt ein gelbes Dreieck in der A-Säule den Fahrer.

Das gelbe Dreieck warnt den Fahrer: Neben dem Lkw befindet sich jemand oder etwas – in diesem Fall Christian Hammacher. Foto: Gert Westdörp

Befindet sich der Fahrer bei gesetztem Blinker auf Kollisionskurs, blinkt das Dreieck rot, und es ertönt ein Warnton. Abbiegeunfälle mit schwer verletzten oder gar toten Radfahrern und Fußgängern, wie sie auch in Osnabrück immer wieder passieren, sind so kaum noch möglich.

Befindet sich neben dem Lkw ein Hindernis, warnt das rote Dreieck den Fahrer, sollte er sich auf Kollisionskurs befinden. Zudem ertönt ein Warnton. Foto: Gert Westdörp

Dazu verbaut Mercedes zwei Sensoren im hinteren Bereich der Zugmaschine, die die gesamte Fahrzeuglänge auf der rechten Seite erfassen.

Das Radarsystem ist in der Zugmaschine verbaut – so arbeitet das System unabhängig vom Auflieger. Foto: Gert Westdörp

„Ich fühle mich damit sicherer, gucke aber trotzdem und verlasse mich aber nicht komplett auf das System”, sagt Fahrer Helmut Oertel, der seit mehr als 35 Jahren Lkw fährt.


Das System schützt zudem den Lkw-Fahrer selbst und vorausfahrende Verkehrsteilnehmer, denn Auffahrunfälle sind durch einen automatischen Bremsassistenten kaum noch möglich. Notfalls bremst der Lkw selbständig bis zum Stillstand ab. Zudem warnt ein akustischer Ton den Fahrer, wenn er aus seiner Spur gerät – „ein schriller und lauter Ton”, sagt Lkw-Fahrer Helmut Oertel, der schon 12.000 Kilometer mit den neuen Systeme auf dem Buckel hat.


Relativ geringe Anschaffungskosten

Bislang ist Mercedes der weltweit einzige Hersteller, der einen solchen Abbiegeassistenten ab Werk anbietet. 1400 Euro netto pro Fahrzeug bezahle Nosta für den Abbiegeassistenten, sagt Hammacher. „Bei einem Preis von etwa 120.000 Euro für eine Zugmaschine sollte uns diese Investition in die Sicherheit unserer Fahrer und anderer Verkehrsteilnehmer wert sein”, sagt Hammacher.

Auch andere Spediteure setzen auf Sicherheit

Nosta ist nicht die einzige in Osnabrück ansässige Spedition, die vermehrt auf Sicherheitssysteme setzt. Die Spediteure Overnight und Heinrich Koch ordern ebenfalls den Abbiegeassistenten von Mercedes oder rüsten andere Systeme bei ihren Lkw nach.


Nosta Group

Die Nosta Group verfügt Hammacher zufolge über einen Fuhrpark von rund 40 Fahrzeugen. Mehr als 750 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen an mehr als 40 Standorten europaweit.