Osnabrücker Stadtfest Die Maiwochen-Macher – Unsere Party ist ihr Job

Von Meike Baars

Auf die Maiwoche! Damit wir feiern können, hält im Hintergrund eine Hand voll Menschen, die Fäden zusammen. Foto: David EbenerAuf die Maiwoche! Damit wir feiern können, hält im Hintergrund eine Hand voll Menschen, die Fäden zusammen. Foto: David Ebener

Osnabrück. XXL-Arbeitstage für die Maiwoche: Damit in Osnabrück Hunderttausende friedlich feiern können, müssen im Hintergrund eine Hand voll Menschen die Fäden zusammenhalten. Über Strippenzieher, für die die Maiwoche ein riskantes Geschäft, das „Maidorf light“ eine Chance und ein blanker Regenradar der beste Freund ist.

Technologischer Fortschritt hat so seine Tücken, das stellt Christoph Sierp in diesen Tagen besonders häufig fest. Früher klingelte das Handy in der heißen Phase der Maiwoche pausenlos und der Eventmanager ging ran, wenn es irgendwie passte. Auf 60 bis 120 Telefonate am Tag kam er so. Der Akku hielt und hielt und hielt.

Heutzutage rufen die Leute nicht nur an. Sie schreiben E-Mails, SMS und WhatsApp-Nachrichten und mit jedem Blick aufs Display raubt Sierp seinem Smartphone ein Quäntchen Lebensenergie. Ohne mobile Zusatzbatterie würde spätestens am Nachmittag der Kontakt zu Lieferanten und Mitarbeitern einfach abbrechen.

Kurz durchatmen: Während der Maiwoche ist Christoph Sierp im Dauereinsatz. Foto: Jörn Martens

Mit seiner Eventfirma ist Sierp als privater Betreiber für die Maiwochen-Fläche zwischen Neumarkt und Nikolaiort verantwortlich. Sein Job: Die Fußgängerzone in eine Partymeile zu verwandeln, die die Maiwochengäste mit allem versorgt, was sie für einen feucht-fröhlichen Open-Air-Abend so brauchen. Für den unbedarften Besucher mag da nicht allzu viel dazugehören: Musik, Bierstände, ein bisschen was zu essen und Toiletten wären nicht schlecht. 

Beim Aufbau: Hauptsache das Bier kommt rechtzeitig. Foto: Jörn Martens

Aber damit geht es schon los. Gegen Gebühr pachtet Sierp die Flächen von der Stadt. „Und zwar nackt. Die komplette Erschließung liegt beim Veranstalter“, erklärt der Partyprofi. Erschließung heißt in dem Fall, dass Sierp sich um Strom, Frisch- und Abwasser, Müllentsorgung, das große Thema Sicherheit und sämtliche Aufbauten der Stände und Bühnen kümmern muss.

Wohin mit dem Abwasser?

Dabei muss er mit dem auskommen, was die City an Infrastruktur bereithält. Woran es beispielsweise mangelt: an Möglichkeiten, Abwasser sicher in die Kanalisation einzuleiten. Das ist auch der Grund, warum es so viele Dixi- und so wenige Frischwasserklos auf der Maiwoche gibt. Bei Spültoiletten muss der Schüsselinhalt ja irgendwo hin.

Die Arbeit für die Maiwoche beginnt für Sierp schon im Spätherbst, wenn er zusammen mit seinem Team die Bands aussucht und die Brauereien abklappert. Die Food- und Kleinkunst-Aussteller werden im Winter ausgewählt. 20 Schankeinheiten auf dem Maiwochen-Areal stellt Sierps Firma samt Personal selbst. Rund 150 Leute arbeiten dann für den Osnabrücker – in allen möglichen Anstellungskonstellationen. „Mein Steuerberater dreht jedes Jahr durch“, sagt er und schüttelt den Kopf.

XXL-Arbeitstage auf der Maiwoche: 15-Stunden-Schichten sind für Christoph Sierp normal. Foto: Jörn Martens

Er ist sonnengebräunt, trägt eine Arbeitslatzhose und Wanderschuhe. „Von denen habe ich drei Paar, die ich während der Maiwoche im Wechsel anziehe. Das hat sich bewährt.“ 15-Stunden-Tage machen sich schließlich gerne zuerst in plattgelaufenen Füßen bemerkbar. Von dort schleicht sich die Müdigkeit nach und nach in den gesamten Körper.

Ein Geschäft mit Restrisiko

Für Sierp ist die Maiwoche ein Geschäft – aber eines mit Risiko. Die Einnahmen kommen allein aus dem Getränkeumsatz und den Pachtzahlungen der Schausteller. Regnet es durch, schreibt der 42-Jährige rote Zahlen. Denn auf der Ausgabenseite stehen dicke Posten: die Personalkosten, die Rechnungen von Lieferanten und Handwerkern sowie ein Stromverbrauch, mit dem man ein Einfamilienhaus ein ganzes Jahr heizen könnte.

Mit Sierps Stromverbrauch auf der Maiwoche könnte man ein Einfamilienhaus ein Jahr lang heizen. Foto: Jörn Martens

Viel Budget für angesagte Bands bleibt da nicht mehr – was vor allem die Generation kritisiert, die sich noch an Zeiten erinnert, als es den Maiwochen-Machern gelang, bekannte Musikgrößen wie die H-Blockx, Madsen oder Caspar nach Osnabrück zu holen. Jetzt versucht Sierp eine Bühnenmischung aus Coverbands, Lokalmatadoren und „ein bisschen was Neuem“ zu kreieren. Letztlich läuft Musik, auf die sich alle irgendwie einigen können. Oder auch: die niemanden beim Biertrinken stört. 

Die Diskokugel kann's bezeugen: Früher waren die Bands auf der Maiwoche namhafter. Foto: Jörn Martens

Todor „Toscho“ Todorovic hat da einen anderen Anspruch. Der 67-jährige Bluesmusiker mit dem kahlen Schädel und dem charakteristischen Spitzbart kann sich für vieles begeistern, aber auf eines hat er keine Lust: den Weg des geringsten Widerstands. Der Sänger und Gitarrist der Blues Company gestaltet seit vielen Jahren für die Stadt das Programm der vierten und größten Maiwochen-Bühne, der Bühne am Platz vor dem Rathaus.

Musik mit Anspruch: "Toscho" macht das Programm für die Marktplatz-Bühne. Foto: Jörn Martens

Bei seiner Auswahl spielen zwei Gütekriterien eine Rolle: Die Acts müssen Tonträger mit eigenen Stücken veröffentlicht haben – und ihre Musik muss Toscho gefallen. Das ist gnadenlos subjektiv, aber wie sich seit nunmehr knapp 30 Jahren zeigt, sehr erfolgreich. 

„Am Anfang musste ich gegen den erbitterten Widerstand der Schausteller kämpfen, die Angst um ihren Umsatz hatten. Heute wissen sie, dass meine Musik ein zahlungskräftiges Publikum anzieht, das sich seine Getränke nicht im Rucksack mitbringt.“ Todor "Toscho" Todorovic

Tatsächlich legen Jahr für Jahr besonders jüngere Besucher den „Umsonst und draußen“-Slogan der Maiwoche sehr großzügig für sich aus. Eine Mitnahme-Mentalität, die zum Bühnenschwund beigetragen hat, der das Stadtfest in den vergangenen Jahren ereilte.

Der Bluesmusiker mit der Sonnenbrille kramt in seinem mobilen Büro. So nennt er die Gürteltasche, in der er sein wichtigstes Arbeitsmaterial bei sich führt: einen Notizblock und einen Stift. Wenn Künstler anrufen, kann er ihre Wünsche direkt notieren. Platz für Pfeifen ist in der Tasche auch, aber erstmal steckt sich Toscho eine Zigarette an und pustet den Rauch in die Marktplatzluft.

Mobiles Büro: Notizblock, Stifte und Pfeifen in der Gürteltasche. Foto: Jörn Martens Foto: Jörn Martens

Besonders stolz macht ihn, dass seine Musical-Idee aufging. Gemeinsam mit dem Institut für Musik der Hochschule Osnabrück bringt der 67-Jährige auch dieses Jahr wieder ein Musical-Medley auf die Bühne. Ein einzigartiges Konzept für ein Stadtfest und schon im vergangenen Jahr „ein bombastischer Erfolg“, wie Toscho selbst sagt. „Die Leute haben nicht gewagt zu atmen. Ich habe etwas riskiert und es hat funktioniert.“

Namhafte Bands mit geringer Gage

Weil die Stadt mit der Maiwoche weder Gewinne noch Verluste machen darf, ist auch das Budget des Bluesmusikers begrenzt. „Es ist beschämend, mit wie wenig Geld ich auskommen muss“, beklagt er. Viele namhafte Bands hätte er allein mit der verschwindend geringen Gage, die er zahlen kann, niemals nach Osnabrück bewegt. Sie kamen, weil es Toscho war, der anrief.

Riskiert etwas vor dem historischen Rathaus: Bluesmusiker "Toscho". Foto: Jörn Martens

Erst einmal ist ihm in all den Jahren eine Band abgesprungen. Die Absage kam so früh, dass Toscho Ersatz organisieren konnte. Dass ihm ganz spontan ein Auftritt wegbricht, wäre für den 67-Jährigen zwar ein Albtraum, aber es wäre einer, aus dem er sich selbst befreien könnte. „Mein Bandkollege Mike Titré macht den Monitormix auf der Maiwoche. Wir bräuchten nur noch einen Trommler und könnten spielen.“

Der Abschluss-Auftritt bleibt traditionell ohnehin seiner Blues Company vorbehalten. Drei Stunden täglich probt der 67-Jährige und lässt seine Finger über die Gitarrensaiten gleiten, um sie so agil wie eh und je zu halten. Er ist – wie man so sagt – ein alter Hase im Bühnengeschäft, und trotzdem macht ihn der Auftritt vor Heimpublikum nervös.

Zumindest Schlager-Störfeuer aus dem Maidorf muss der Blues-Gitarrist in diesem Jahr nicht befürchten. Denn den Partytempel im Innenhof der Stadtbibliothek gibt es nicht mehr in bisheriger Form. Die rechtliche Grundlage für den maßgeschneiderten Eigenbau hatte gefehlt – und damit auch der Wille der Politik, die Verantwortung für etwaige Sicherheitsrisiken zu übernehmen. 

Wobei Betreiber Frederik Heede nicht er selbst gewesen wäre, hätte er die stattdessen angekündigten Getränke- und Imbissbuden nicht zu einem hübschen Alpendorf gruppiert und so zumindest eine Art Maidorf light errichtet.

Aus musikalisch-künstlerischer Perspektive mag es um den beliebten Treffpunkt nicht allzu schade sein, wie Toscho spöttisch kommentiert. Rein betriebswirtschaftlich fehlt ein wichtiger Anziehungspunkt, befürchten alle, die ein Minus an Besuchern im eigenen Portemonnaie zu spüren bekämen.

Maidorf light: Im Innenhof der Stadtbibliothek errichtete Betreiber Frederik Heede in diesem Jahr ein Alpendorf. Foto: Jörn Martens

Denn nicht wenige Gäste, die in den vergangenen Jahren zu später Stunde im Maidorf feierten, hatten ihre ersten Biere auf dem historischen Marktplatz getrunken. Zum Beispiel am Bierbrunnen, dem ältesten Bierausschank auf der Maiwoche. Familie Dierker, Inhaberin der Osnabrücker Brauerei Rampendahl, lässt hier im übertragenen Sinne den Hopfensaft sprudeln.

Der älteste Bierstand der Maiwoche: Aufbau des Bierbrunnens auf dem historischen Markt. Foto: Jörn Martens

In Wahrheit kommt das Bier dort gar nicht aus Fässern, die direkt auf dem Bierstand stehen, sondern es wird durch eine unterirdische Leitung in die Gläser gespült. Sie verbindet die Zapfhähne im Bierbrunnen mit Fässern, die in den am Rande abgestellten Kühlwagen gelagert sind. Das verrät André Dierker, der für seine Familie inzwischen den Löwenanteil des täglichen Brauereigeschäfts übernommen hat. 

„Auf einem gerammelt vollen Marktplatz bekommst du die Fässer einfach nicht vom Kühlwagen in den Bierbrunnen gewuchtet.“André Dierker

Die Dierkers sorgen dafür, dass es auf der Osnabrücker Maiwoche tatsächlich in Osnabrück gebrautes Bier zu trinken gibt. Und sie lassen ihren Braumeister einen Sud aufsetzen, in dessen Genuss Bierliebhaber nur auf der Maiwoche kommen: den Maibock mit rund 6,5 Prozent Alkoholgehalt. 30 Hektoliter des Starkbieres produzierte die Brauerei in den Wochen vor dem Stadtfest. Das reicht, wenn überhaupt, nur knapp, sollten wieder einmal Besucherrekorde purzeln. 

30 Hektoliter Maibock: André Dierker sorgt mit seiner Rampendahl-Familie dafür, dass es auf der Maiwoche Osnabrücker Bier zu trinken gibt. Foto: Jörn Martens

„Nach der Maiwoche will den Maibock niemand mehr trinken, das ist wie mit dem Spargel und der Spargelsaison“, sagt André Dierker. Deswegen versuchen sie mit der Menge eine Punktlandung hinzulegen.

Der 38-jährige Betriebswirt hofft auf Sonne satt. Die Frequenz, mit der er in den Maiwochen-Tagen die Wetter-App auf dem Smartphone ansteuert, kommt einer Zwangshandlung gleich. „Das ist eine Berufskrankheit, ganz klar“, gesteht Dierker ein und lacht. Dabei geht seine Rechnung denkbar einfach: Gutes Wetter bedeutet mehr Besucher, und die bringen einen höheren Umsatz. Der Regenradar ist gewissermaßen das Börsenbarometer des Maiwochen-Managers.

Keine Wolke am Himmel: So mögen es die Maiwochen-Macher. Foto: Jörn Martens

Henning Schröer ist einer der wenigen, ohne den die Maiwoche nicht denkbar wäre, dem Besucherzahlen und Getränkeumsätze selbst aber herzlich egal sind. Der Prokurist des Bramscher Unternehmens Weltzel Anlagen bekommt sein Geld bei gutem wie bei schlechtem Wetter. Er musste nur abliefern – und zwar sechs vollbeladene Sattelauflieger.

Sie transportierten sämtliches Material, das für den Bau der drei Bühnen am Platz vor dem Rathaus, am Nikolaiort und an der Georgstraße benötigt wurde, sowie für die beiden Paragu genannten Riesenschirme, die über den Jürgens- und den Nikolaiort gespannt sind. Im Auftrag Sierps und der Stadt kümmert sich der Veranstaltungstechniker sowohl um den Bühnenbau als auch um die Energieversorgung zwischen Theater und Neumarkt.

Muss abliefern: Veranstaltungstechniker Henning Schröer. Foto: Jörn Martens

Die Herausforderung ist dabei nicht allein logistischer Natur. „Wir müssen sehr umsichtig arbeiten, weil wir mitten in der Fußgängerzone mit schwerem Gerät hantieren, während die Leute shoppen gehen.“ Am stressigsten sind die Tage vor Beginn der Maiwoche. Wenn gleichzeitig Wasseranschlüsse an die Hydranten gelegt, Verteilerschränke an die Starkstromanschlüsse aus den Bodenschächten geklemmt und sämtliche Kabel und Anschlüsse so verkleidet und aus dem Weg geräumt werden müssen, dass die City für alle Passanten barrierefrei bleibt. 

Strom für die Maiwoche: In der Fußgängerzone muss Schröer besonders umsichtig arbeiten. Foto: Jörn Martens

Gleichzeitig werkeln die rund 20 Mitarbeiter an den Bühnen, deren Technik direkt von „Horses and Dreams“ und vom Terrassenfest in die Osnabrücker Innenstadt kutschiert wurde.

Schröer, einem gemütlich wirkenden Mann in Arbeitsmontur und mit Drei-Tage-Bart, merkt man die Anspannung kaum an. Er habe für sich „die Technik des selektiven Weghörens“ etabliert, erklärt er. So werde er vor lauter Organisieren, Delegieren und Koordinieren nicht wahnsinnig. Es ist die klassische Trias des Priorisierens: „Welche Probleme sind wie dringend, was muss sofort, was bald und was irgendwann erledigt werden?“


Was zusätzlich Druck aus dem Kessel nimmt, ist der lockere Umgang, den alle Maiwochen-Macher miteinander pflegen. Alle duzen sich und jeder drückt jedem Mal einen Spruch rein. Meister in diesem Fach ist der Mann, den alle schon längst nicht mehr nur hinter vorgehaltener Hand „Mister Maiwoche“ nennen. „Man kann einfach sehr viel besser ‚Du Arschloch!‘ als ‚Sie Arschloch!‘ sagen“, ist sich Gerd Lindke sicher. Der 63-Jährige lacht. Als Verantwortlicher für den Fachdienst Gewerbe der Stadt Osnabrück hat er inzwischen dutzende Maiwochen organisiert.
„Das ist DAS Volksfest in Osnabrück. Und das muss funzen.“Gerd Lindke

Im Stadthaus hält Lindke sämtliche Fäden zusammen, die vor und während der Maiwoche besser nicht fallen gelassen werden sollten. Über seinen Schreibtisch gehen die Pachtverträge mit den Schaustellern, die ihre Waren auf städtischer Fläche zwischen Domhof und Markt anbieten. Aus seiner Feder stammt der Vertrag mit Betreiber Sierp. Und auf seiner Nummer rufen die Leute an, wenn sie irgendetwas zum Thema Maiwoche loswerden wollen. Und sei es nur die Beschwerde eines Anliegers, dass seine Einfahrt gerade von einem Schankfahrzeug zugeparkt worden ist. 

Mister Maiwoche: Gerd Lindke hat das Volksfest schon Dutzende Male für die Stadt organisiert. Foto: Jörn Martens

In den heißen Tagen vor der Maiwoche trifft man Lindke ständig in der Altstadt an. Er ist einer, „der noch auf die Fläche kommt“, wie überall zu hören ist. Das rechnen ihm die Schausteller hoch an. „Gert ist ein Pfundskerl, nicht so ein Schreibtischtäter“, sagt etwa Christoph Sierp.

Lindke selbst glaubt, mittlerweile genug Erfahrung zu haben, sicher entscheiden zu können, wo er streng sein muss und wo er mal ein Auge zudrücken kann. Die Bierbrunnen-Bierleitung ist so ein Fall. Lindke hat sie genehmigt.

Sicherheit nach der Amokfahrt von Münster

Er sitzt außerdem in dem Arbeitskreis aus Polizei, Feuerwehr, Ordnungsamt, Stadtwerken und Verwaltung, der sich um die Sicherheitsfragen rund um das Stadtfest kümmert. Wo liegen Rettungs- und Fluchtwege? Wo schützen Betonpoller und Stahlsperren die Bürger vor Attentätern? Und schmeißt die Amokfahrt von Münster das gesamte Konzept noch einmal über den Haufen?

Erfolgreicher Sicherheitscheck: Wenn es nach der Stadt geht, können die Besucher bei der Maiwoche sorglos feiern. Foto: Hermann Pentermann

Das war nicht der Fall. Wenn es nach der Stadt geht, können die Besucher der 46. Maiwoche friedlich und sorglos feiern. Zwölf Tage geht der XXL-Spaß, dann wird abgebaut. Henning Schröer wird seine sechs Sattelauflieger wieder vollladen, André Dierker die verbleibenden Bierfässer ins Lager rollen, Todor „Toscho“ Todorovic über seine Lieblingsauftritte sinnieren und Christoph Sierp einen Kassensturz machen. XXL-Arbeitstage werden sie hinter sich haben. Dann heißt es durchatmen. Bis zum nächsten Jahr. Wenn das Ganze von vorn beginnt.

Bis zum nächsten Jahr... Foto: Jörn Martens




Die 46. Maiwoche

Die 46. Osnabrücker Maiwoche hat am 10. Mai begonnen und geht bis zum 21. Mai. Den Stadtfestbesuchern wird auf vier Bühnen ein Musikprogramm geboten. Neben dem Marktplatz wird der Nikolaiort, der Jürgensort und die Georgstraße bespielt. Rund 120 Stände mit kulinarischen Angeboten und Handwerkskunst erstrecken sich vom Neumarkt über den Domplatz bis zum Markt in der gesamten Innenstadt.

Die Osnabrücker Marketing- und Tourismus GmbH empfiehlt die Anreise per Bus oder Bahn. Die Maiwochen-App liefert zusätzlich aktuelle Informationen und kann kostenlos für iPhones und Android-Smartphones unter noz.de/maiwochenapp geladen werden.