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Ende Mai 2018 „Ein Raum für ...“ in der Osnabrücker Rehmstraße schließt

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Nicole Brose vor dem „Ein Raum für ...“ in der Osnabrücker Rehmstraße. Foto: David EbenerNicole Brose vor dem „Ein Raum für ...“ in der Osnabrücker Rehmstraße. Foto: David Ebener

Osnabrück. Über zwei Jahre brachte das Projekt „Ein Raum für...“ Leben in ein Ladenlokal in der Osnabrücker Rehmstraße. Doch nun wird das Projekt beendet.

Nicole Brose ist etwas traurig, schließlich war es das von ihr initiierte Projekt, das die Lerntherapeutin mit viel Herzblut und ehrenamtlichen Engagement über zwei Jahre begleitet hat. „,Ein Raum für...‘ war ein flexibles Nutzungskonzept, denn jeder konnte für wenig Geld das Ladenlokal über mich anmieten , um sich dort zu treffen oder etwas zu veranstalten.“

Seit Februar 2016 trafen sich so in der Rehmstraße die unterschiedlichsten Menschen und Gruppen – und es fanden die unterschiedlichsten Veranstaltungen statt: Stammtische, Ausstellungen, Gitarrenkurse, Shiatsu-Behandlungen, Spieleabende, Frühstücke unter Freunden und so einige Familienfeiern. Ihnen bot sich ein großer Raum, ein kleineres Hinterzimmer, eine Miniküche und eine Toilette. „Es war einfach, aber sehr schön“, findet Brose.

Hausbesitzer machte es möglich

Entstanden war die Idee im Sommer 2015 am Rande der „Stadtteilwerkstatt Wüste“ und des Hochschulprojekts „Urbane Intervention“. Brose und ihr Mitinitiator Heinz Rölker kamen auf die Idee, den Wüstenbewohnern in dem damals leeren Ladenlokal einen Treffpunkt zu schaffen.

Möglich gemacht wurde dies durch den damaligen Hausbesitzer. „Ich kannte ihn noch als Mieterin einer Wohnung. Als das Ladenlokal dann leer stand, konnten wir ihn von der Idee von ,Ein Raum für...‘ begeistern“, erzählt sie. Denn auch wenn in Osnabrück ein angespannter Immobilienmarkt herrscht: Das Ladenlokal hätte erst teuer renoviert werden müssen, um es gewinnbringend zu vermieten, sagt Brose.

„Ein Raum für ...“ schließt Ende Mai 2018. Foto: David Ebener

„Um Gewinn ging es weder uns noch dem Vermieter: Die Fixkosten wurden bezahlt und alles, was ich tatsächlich eingenommen habe, hat dann er bekommen.“ Trotzdem war es für alle eine Win-Win-Situation, findet Brose: „Wir haben die Räumlichkeiten beim Einzug erst gestrichen und uns später um sie gekümmert.“ Zudem gab es die Abmachung, dass sie sofort auszieht, wenn sich ein „richtiger“ Mieter findet.

Den gibt es zwar nicht, doch mit dem Tod des Mannes stirbt nun auch das Projekt. Seine Erben wollen das Haus verkaufen, erzählt Brose. Sie geht aus freiwilligen Stücken: „So ein Vertrauensverhältnis wie zwischen uns und dem verstorbenen Vermieter gibt es selten. Dass ich das Projekt so gerne betreut habe, lag auch zu großen Teilen an ihm.“ Nun muss sie vielen, die die Räumlichkeiten eigentlich noch nutzen wollten, absagen. „Das tut dann doch schon weh“, findet sie.

Abschiedsveranstaltung am 26. Mai

Sucht sie nun nach einer neuen Örtlichkeit, die den Bewohner der Wüste als Treffpunkt dienen kann? „Nein, nicht aktiv. Aber wer weiß, ob sich nicht noch einmal so etwas finden ließe.“

Doch erst einmal soll gebührend Abschied gefeiert werden: Am Samstag, 26. Mai, wird „Ein Raum für ...“ um 15 Uhr das letzte Mal für das „Cafè Rehmtorte“ seine Türen öffnen. „Jeder kann kommen und sich für einen kleinen Beitrag Kuchen und Kaffee kaufen und sich hier wohlfühlen.“


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