CDU-Abgeordneter Jens Gieseke Politiker putzt in Brüssel Stolperstein für Nussbaum


Osnabrück/Brüssel. Der CDU-Europaparlamentarier Jens Gieseke hat in Brüssel die Stolpersteine für Felix Nussbaum und Felka Platek geputzt. Die Anregung dazu hatte eine Osnabrücker Autorin gegeben.

Heute vor 78 Jahren, am 10. Mai 1940, verhaftete die Gestapo den jüdischen Künstler Felix Nussbaum in Brüssel und setzte ihn als sogenannten „unerwünschten Ausländer“ fest. Der aus Osnabrück stammende Maler konnte zwar noch einmal entkommen, wurde im Juni 1944 aber erneut verhaftet und schließlich in Auschwitz ermordet.

In Gedenken an diesen Jahrestag hat der hiesige Europaabgeordnete Jens Gieseke (CDU) nun die Stolpersteine von Felix Nussbaum und seiner Frau Felka Platek in Brüssel geputzt.

Die auf den Kölner Künstler Gunter Demnig zurückgehenden Stolpersteine erinnern und mahnen überall in Europa. Durch ihre Platzierung im Straßenpflaster sind sie der Witterung und Straßenschmutz ausgesetzt und deswegen oft schmutzig und verblasst. Die Autorin Lioba Meyer hatte im vergangenen November bei einer Gedenkveranstaltung im Osnabrücker Rathaus beklagt, dass auch die Steine von Nussbaum und Platek in Brüssel, dem letzten frei gewählten Wohnort des Paares, vor lauter Schmutz kaum noch zu sehen seien. Sie schlug vor, dass die regionalen Europaabgeordneten die Steine putzen könnten.

Die Stolpersteine für Felix Nussbaum und Felka Platek in der rue Archimède in Brüssel. Foto: Büro Gieseke/Johannes Lis

Auf diesen Vorschlag ging Gieseke nun ein. „Wir erinnern uns heute an Felix Nussbaum und Felka Platek. Diskriminierung, Hass und Antisemitismus haben in Europa keinen Platz! Die Verbrechen gegen die Menschlichkeit dürfen nie in Vergessenheit geraten!“, stellte Gieseke anschließend in einer Pressemitteilung klar. „Antisemitismus und Xenophobie sind leider immer noch ein aktuelles Thema in Deutschland und Europa. Aber durch Projekte wie die Stolpersteinaktion kann sich jeder beteiligen und ein Zeichen setzen.“