Poetische Gesprächsrunden Uwe Pörksen liest aus seinem Buch „Breklehem“ in Osnabrück

Von Tom Bullmann

Familiengeschichte oder Dorfroman? Uwe Pörksen las aus seinem Buch „Breklehem“. Foto: Swaantje HehmannFamiliengeschichte oder Dorfroman? Uwe Pörksen las aus seinem Buch „Breklehem“. Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. Was passierte mit einer Pastorenfamilie in Breklum, einem Dorf in Schleswig-Holstein, während der NS-Zeit? Zeitzeuge Uwe Pörksen berichtete im Rahmen einer Lesung im Steinwerk St. Katharinen.

Was ist „Breklehem“? Jedenfalls kein Druckfehler. Aber handelt es sich bei dem Buch von Uwe Pörksen mit dem gleichnamigen Titel um eine Familiengeschichte, einen Dorfroman, eine Kirchenhistorie oder eine Geschichte über Politik im Dritten Reich? Vermutlich ist es eine Mischung aus alldem.

Eine ungefähre Vorstellung vom Inhalt des Buches bekam man während einer Autorenlesung im Steinwerk von St. Katharinen. Auf Einladung der Kirchengemeinde, die die Veranstaltung zusammen mit der „Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit“ und dem Literaturbüro Westniedersachsen organisiert hatte, las Pörksen, seines Zeichens emeritierter Professor für Deutsche Sprache und Ältere Literatur, aus seinem Werk.

Wattwanderung

Zunächst durfte das Publikum im Gemeindesaal an einer Wattwanderung teilhaben, von der der 1935 in Breklum geborene Autor berichtete. In geradezu poetischer Form erinnerte er sich an seine Kindheit und Jugend, die er an den Gestaden der Ostsee und der Nordsee verbrachte, an den Ausflug zur Insel Nordstrand. „Wir sanken ein in den Rausch der Wasserlandschaft.“

Die Umstände, von denen im Buch berichtet wird, bezeichnet Pörksen als Gesprächsrunde, während sich die Mitglieder einer Pastorenfamilie im Breklum nach dem Krieg daran erinnern, was mit ihnen zwischen 1933 und 1945 passierte.

Deutsch-dänisches Verhältnis

Man erfährt von einem Chinamissionar, der dort auftauchte, von dem guten Verhältnis zwischen der deutschen und dänischen Bevölkerung und den 7000 dänischen Juden, die deportiert werden sollten und denen die Flucht ermöglicht wurde.

Wer die Zusammenhänge der vorgetragenen Exzerpte erfassen will, muss wohl das ganze Werk lesen.