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08.05.2018, 12:08 Uhr KOMMENTAR

Zoll-Personalmisere: Worten der Politik müssen Taten folgen

Kommentar von Jean-Charles Fays

Der Zoll bekommt seine Personalmisere auch bei der Abteilung Finanzkontrolle Schwarzarbeit (hier bei einer Kontrolle im Baugewerbe) nicht in den Griff: Seit Jahren ist das Problem bekannt, doch statt es strukturell anzugehen, bürdet die Politik den Beamten noch mehr Aufgaben auf. Dabei verfügt das Hauptzollamt nicht mal über das Personal, das es schon für die aktuellen Aufgaben benötigen würde. Archivfoto: Johannes KapitzaDer Zoll bekommt seine Personalmisere auch bei der Abteilung Finanzkontrolle Schwarzarbeit (hier bei einer Kontrolle im Baugewerbe) nicht in den Griff: Seit Jahren ist das Problem bekannt, doch statt es strukturell anzugehen, bürdet die Politik den Beamten noch mehr Aufgaben auf. Dabei verfügt das Hauptzollamt nicht mal über das Personal, das es schon für die aktuellen Aufgaben benötigen würde. Archivfoto: Johannes Kapitza

Osnabrück. Der Zoll bekommt seine Personalmisere nicht in den Griff: Seit Jahren ist das Problem bekannt, doch anstatt es strukturell anzugehen, bürdet die Politik den Beamten sogar noch mehr Aufgaben auf. Dabei verfügt das Hauptzollamt noch nicht einmal über das Personal, das es schon für die Erledigung der aktuellen Aufgaben benötigen würde. Ein Kommentar.

Im Koalitionsvertrag hat die neue Bundesregierung der Zollverwaltung mehr Personal zugesagt. Wenn den Worten Taten folgen sollen, dann müssen aber auch neue Ausbildungszentren her oder die bestehenden zumindest ausgebaut werden. Anders kann der Zoll nicht in die Lage versetzt werden, die seit Jahren bekannten Personalfehlbestände abzubauen.

So bleibt es Mangelverwaltung

Das Beispiel des Hauptzollamts Osnabrück zeigt, dass es maximal möglich ist, die altersbedingten Abgänge zu kompensieren. Die darüber hinausgehend nötigen rund 70 neuen Dienstposten zu besetzen wird in den nächsten Jahren utopisch bleiben. Da helfen auch die Bemühungen des Hauptzollamtsleiters nichts, Familienfreundlichkeit zu fördern und die Arbeitszeit durch Homeoffice-Möglichkeiten zu flexibilisieren. Der Versuch, die Beschäftigten auf diese Art und Weise zu motivieren, ist zwar lobenswert. Mehr als Mangelverwaltung ist so jedoch nicht möglich.


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