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Dokumentation im Cinema-Arthouse Warum der Film „Die sichere Geburt“ in Osnabrück wieder gezeigt wird

Von Corinna Berghahn


Osnabrück. Über 250 Zuschauer haben sich im vergangenen März den Dokumentarfilm „Die sichere Geburt“ im Cinema-Arthouse angeschaut. Grund genug für den Verein Mother Hood, den Film ein weiteres Mal zu zeigen.

Damit hatten die Initiatorinnen nicht gerechnet: Zur ersten Filmvorführung im März kamen die Zuschauer so zahlreich, dass statt des geplanten kleineren kurzfristig der größte Kinosaal im Cinema-Arthouse genommen werden musste. „Das Publikum war sehr durchmischt: werdende Eltern, Hebammen und auch generell am Thema Interessierte waren da und haben sich den Film angeschaut“, erzählt Elli Kowert vom Verein Mother Hood.

Der Film von Carola Hauck entstand im Jahr 2017 und wird seitdem in ausgewählten Kinos und auf Festivals gezeigt. Hauck studierte Medizin und und „sah, wie Frauen in der Geburtshilfe behandelt wurden. Später machte ich eine Studie zu Dammschnitten. Ich mache diesen Film für die Menschenrechte von Müttern und Babys, für ihre Gesundheit“, erzählte sie in einem Interview. Für den Film sprach sie mit Ärzten, Hebammen, Osteopathen und Eltern. (Weiterlesen: „Es geht bei den Hebammen nicht nur um die eine Mutter – es geht um eine gesunde Gesellschaft“)

In Osnabrück mehr Zuschauer als in Berlin

„Carola Hauck erzählte uns, dass bei der Vorführung in Osnabrück mehr Menschen im Publikum saßen als damals bei der Premiere des Films in Berlin“, sagt Maiana Ripke, die wie Kowert ebenfalls Mitglied bei Mother Hood ist. „Vielleicht liegt das ja daran, dass es in Osnabrück für Eltern nur wenige Wahlmöglichkeiten gibt: Geburtshäuser oder Beleghebammen gibt es nicht und Hausgeburten werden auch nur noch von zwei Hebammen angeboten“, vermutet sie.

Über 250 Zuschauer haben sich im vergangenen März den Dokumentarfilm „Die sichere Geburt“ im Cinema-Arthouse angeschaut. Foto: Elli Kowert

Mother Hood hatte im März zudem eine anschließende Podiumsdiskussion organisiert, in der Regisseurin Carola Hauck mit Götz Menke, Chefarzt der Geburtshilfestation vom Marienhospital Osnabrück, Hebamme Sylvie Engstfeld und Therese Werner-Bierwisch, Mitarbeiterin im Forschungskolleg „FamiLe“ (Familiengesundheit im Lebenslauf) der Hochschule Osnabrück und Diana Häs aus der Ratsfraktion der Osnabrücker Grünen mit dem Publikum und untereinander diskutierten. (Weiterlesen: Warum ausgebildete Hebammen in Osnabrück Hebammenwissenschaft studieren)

Zweite Filmvorführung am 27. Mai

„Götz Menke hat den Film gekauft und will ihn den Mitarbeitern seiner Station zeigen. Zudem bezeichnete ihn Hebamme Sylvie Engstfeld als ,die Bibel der Geburtshilfe‘“, sagt Kowert – und ist sich sicher: Jeder sollte „Die sichere Geburt“ gesehen haben – egal, ob man Kinder hat oder nicht und ob man lieber im Krankenhaus oder Zuhause gebären will. „Der Film zeigt ganz entspannt, wie eine Geburt abläuft, ohne diese Ausnahmesituation zu verklären oder nur das Negative zu zeigen“, sagt Ripke.

Die zweite Filmvorführung von „Die sichere Geburt – Wozu Hebammen?“ wird am Sonntag, 27. Mai, um 11 Uhr im Cinema-Arthouse stattfinden. „In einem anschließendem Filmgespräch mit der Heb- und Sterbeamme Uli Michel, Filiz Polat (Mitglied des Deutschen Bundestages - Bündnis 90/die Grünen für den Wahlkreis Osnabrück Landkreis) und Silvia van Geel von Osnabrücker Regionalgruppe Mother Hood möchten wir mit dem Publikum gemeinsam erörtern, was sich werdende Eltern in und um Osnabrück für die Betreuung ihrer Schwangerschaft und Geburt wünschen und wie dies erreicht werden kann“, kündigt Kowert an.



Verein Mother Hood

Die Bundeselterninitiative Mother Hood ist ein eingetragener Verein, der sich für das Recht auf eine stressfreie und gesunde Schwangerschaft, eine sichere und selbstbestimmte Geburt mit der freien Wahl des Geburtsortes und ein gesundes Aufwachsen der Kinder im ersten Lebensjahr einsetzt.

Der Name des Vereins ist ein Wortspiel; so bedeutet der englische Begriff „Motherhood“ im deutschen „Mutterschaft“. Darüber hinaus ist der Name eine Anspielung auf Robin Hood, denn der Verein sieht sich als „Robin der Eltern“, wie Mitglied Elli Kowert erklärt. Mother Hood ist bundesweit in Regionalgruppen – so wie in Osnabrück – aktiv.