Anlaufpunkt für viele Menschen Skatehalle im Hasepark von Schließung bedroht

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Skaten und ein paar Bälle werfen: Das taten Skater Noel und viele andere Besucher beim Benefiz Summer Opening an der Skatehalle am Samstag. Foto: Swaantje HehmannSkaten und ein paar Bälle werfen: Das taten Skater Noel und viele andere Besucher beim Benefiz Summer Opening an der Skatehalle am Samstag. Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. Die „Benefiz Summer Opening“ an und in der Skatehalle im Hasepark machte am Samstag ihrem Namen alle Ehre. Das Idyll ist aber im Winter nicht nur wegen des eisigen Wetters bedroht. Bis Ende des Jahres werden etwa 15000 Euro für neue Strom- und Wasserleitungen benötigt.

Die Sonne schien am Samstagnachmittag auf die vielen Besucher an der Skatehalle, die im Parkour-Bereich auf Blöcken kletterten, mit Diabolos hantierten, auf dem ehemaligen Mörtelplatz mit ihren Skatboards ihre Bahnen zogen, ein paar Körbe warfen oder es sich mit einem Kaltgetränk einfach gut gehen ließen. Am Abend gab es noch ein Benefiz-Rave.

Nach dem Ende des Stahlwerks im Schinkel wurde in einer ehemaligen Halle der Fabrik im Dezember 2002 die Skatehalle eröffnet. Mittlerweile ist sie Anlaufpunkt für viele Bewohner des Stadtteils geworden, nicht nur für junge Menschen. Die „Körperfreunde“ treffen sich zur Gymnastik, eine Lebensmittelgruppe befüllt den Fairteiler, einen Kühlschrank, in dem Nahrung zur Verfügung gestellt wird, die sonst im Müll landet, und Darter werfen Pfeile auf Scheiben. Dazu kommen die Parkour-Kletterer, BMX-Fahrer und natürlich die Skater, die seit kurzem drinnen und draußen fahren können. „Das gibt es sonst im Umkreis von 100 Kilometern nicht“, sagen Celjko Dumonic und Hendrik Kaczmarek vom Verein für Musikförderung in der Region Osnabrück, der die Skatehalle betreibt.

Der Verein finanziert sich durch Eintrittsgelder für die Skatehalle, durch Vermietungen an Fremdveranstalter wie zum Beispiel Partys und durch eine Förderung der Stadt. „Das reicht, um die Existenz zu sichern“, sagt Vereins-Vorsitzender Celjko Dumonic. „Wir brauchen Geld, um eine feste Installation für einen Strom- und einen Wasseranschluss zu finanzieren“, sagt er weiter. Durch die Insolvenz des Vermieters sei der Strom gekappt worden. Mit Baustrom werde der aktuelle Bedarf gedeckt. Im März seien durch Frost zudem Wasserrohre gebrochen, berichtet Hendrik Kaczmarek. Auch dafür sei ein Provisorium geschaffen worden. „Wir brauchen aber für beide Probleme eine vernünftige und dauerhafte Lösung“, sagt er.

Um diese Probleme bewältigen zu können und Geld zu sammeln, fand am Samstag das „Benefiz Summer Opening“ statt. Und deswegen nimmt der Verein an der von den Stadtwerken initiierten Crowdfunding-Plattform „Unser Projekt“ teil. Das bringt wahrscheinlich 3000 Euro. Die restlichen 12000 Euro sollen über Spenden zusammen kommen, hoffen Dumonic und Kaczmarek. Sie sind noch optimistisch.

Carsten Gronwald unterstützt den Verein mit seiner Agentur für Freiraum. Der Mann, der schon an der Petersburg ein alternatives Kulturzentrum aufgebaut hat, sagt, dass die Besucher der Skatehalle selbst aktiv werden und nicht nur konsumieren können. „Dieser kulturelle Aspekt und das Zusammensein, gerade für Kinder und Jugendliche aus dem Schinkel, darf nicht wegfallen“, so Gronwald. Das wäre nicht nur ein schwerer Schlag für die Electro- und Techno-Szene Osnabrücks, die Partyvolk aus dem größeren Umkreis anlockt. Auch die Arbeit des neu gegründeten Vereins 7 x 1 wäre gefährdet, so Gronwald. Der soll Konzerte in der Skatehalle veranstalten.

Mehr Infos über die Skatehalle und den Verein gibt es im Internet unter http://skatehall-os.de/.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN