Einmaliges Werk Autoren stellen Atlas zu den Böden der Region vor

Von Stefan Buchholz

Autoren, Auftraggeber und Geldgeber des neuen Bodenatlanten sind gut geerdet: Christian Dahlhaus, Yvonne Kniese, Hartmut Escher, Antonius Fahnemann und Klaus Mueller. Foto: Jörn MartensAutoren, Auftraggeber und Geldgeber des neuen Bodenatlanten sind gut geerdet: Christian Dahlhaus, Yvonne Kniese, Hartmut Escher, Antonius Fahnemann und Klaus Mueller. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Reine Luft und sauberes Wasser sind – im Wortsinn – in aller Munde. Auch deshalb stehen sie oft an prominenter Stelle, wenn es um den Umweltschutz geht. Dem Blick entzogen ist dagegen ein ebenso wichtiger Bestandteil unseres Ökosystems: der Boden. Dass er mehr bietet als zumeist stabilen Untergrund, will ein bislang einmaliger Atlas zu den Böden der Region zeigen.

Wie wichtig der Boden ist, auf dem wir stehen, demonstriert eine Zahl: 95 Prozent aller weltweiten Lebensmittel können nicht ohne Böden hergestellt werden. Mehr noch: „Böden sind die Basis unserer Lebenspyramide: Ohne Böden ist auf der Erde höherwertiges Leben ab den Mehrzellern gar nicht möglich“, sagte der Bodenwissenschaftler Klaus Mueller bei der Vorstellung des neuen Atlanten.

Autoren nehmen Boden unter die Lupe

Verfasst haben ihn Yvonne Kniese und Christian Dahlhaus, zwei ehemalige Studenten von Mueller. In dreieinhalb Monaten stellten sie im Auftrag des Natur- und Geoparks Terra Vita den 120 Seiten umfassenden Atlas zusammen. Vorgabe war, die verschiedenen Böden in der Terra Vita-Region informativ und gut verständlich darzustellen, sagte Mueller, der auch als Koautor am Atlas beteiligt war.

Bodentypen der Region

Rund ein Viertel des Werkes nimmt die Einführung in die Bodenkunde ein. Anschaulich wird erklärt, wie Böden entstehen und wie Gestein, Vegetation, der Mensch, das Klima und die Zeit als „Produzenten“ von Böden wirken. Illustriert wird dieser Abschnitt mit vielen anschaulichen Fotos, Schaubildern und Diagrammen. Der Einführung folgen Kapitel, die je einen der 16 Bodentypen der Region auf drei, immer gleich aufgebauten Seiten vorstellen. Erklärt wird das Profil, die Bodenbildung, wo der Boden zu finden ist und wie er genutzt wird.

Atlas einmalig

Mueller bezeichnete den Bodenatlas als einmalig. „Keiner der weltweit 127 Geoparks hat sich dem Thema Boden verschrieben. Deshalb ist das für Terra Vita ein Alleinstellungsmerkmal.“ Obschon mit Blick auf Schulen und Bildungseinrichtungen verfasst, sollen auch Fachleute auf den Planungsebenen das Material für nachhaltig wirkende Entscheidungen an die Hand bekommen.

Kostenpunkt rund 36000 Euro

Die Erstellung des Atlanten hat knapp 36000 Euro gekostet. 14730 gab der Landkreis hinzu, 7200 Euro musste der Natur- und Geopark Terra Vita als Eigenanteil beisteuern. Mit 14000 Euro beteiligte sich die Haarmann-Stiftung an dem Band. „Dieser einmalige Bodenatlas wird aufgrund seiner Aufmachung sicherlich bald als Unterrichtsstoff Verwendung finden“, sagte deren Vorsitzender, Antonius Fahnemann.