Kämpferin gegen Homophobie Rosa-Courage-Preis für Elfi Scho-Antwerpes

Von Ulrike Schmidt

Die Preisträgerin Elfi Scho-Antwerpes  mit Stephan Haller, Frank Hennig und Laudatorin Eva Högel (von links) im Friedenssaal. Foto: Elvira PartonDie Preisträgerin Elfi Scho-Antwerpes mit Stephan Haller, Frank Hennig und Laudatorin Eva Högel (von links) im Friedenssaal. Foto: Elvira Parton

Osnabrück. Sie kämpft seit Jahren unermüdlich gegen Homophobie und für eine 100-prozentige Gleichstellung der Menschen aller Lebensformen: Dafür ist die Kölner Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes am Freitagabend mit dem Rosa-Courage-Preis ausgezeichnet worden.

Ob Stephan Haller vom Gay in May Vorstand, Frank Henning für die Stadt Osnabrück, Diana Häs für das Gay in May Organisationsteam oder Hans Englein vom niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung; Sie alle erinnerten an Elfi Scho-Antwerpes‘ Rede im Bundestag gegen die Absetzung des Tagesordnungspunktes 5 „Ehe für alle“. Das konnte sie im Mai vergangenen Jahres nicht verhindern, aber nur wenige Wochen später wurde die „Ehe für alle“ dann doch beschlossen.

Keine „Liebe zweiter Klasse“

Es gebe keine Liebe zweiter Klasse hatte die Sozialdemokratin damals gesagt. Das war eine von vielen Auftritten, mit denen sich die „bekennende Hetera“ für Lesben, Schwule, Bi- und Transsexuelle vehement einsetzt.

Wieder gab es für die Laudatio der Preisträgerin einen Überraschungsgast, in diesem Fall die Bundestagsabgeordnete Eva Högl, mit der Scho-Antwerpes als Nachrückerin zwei Jahre in Berlin zusammengearbeitet hatte. „Du fehlst uns“, sagte die gebürtige Osnabrückerin, die mit viel Herzblut die Lobrede auf ihre Parteikollegin hielt.

Beharrliches Engagement

Der Begriff „Courage“ passe perfekt zu ihr, meinte Högl mit Blick auf Scho-Antwerpes „beharrliches Engagement“ für Menschen aller Lebensführungen. Ob in der Aids-Hilfe, im Sport oder beim Kampf für die Rehabilitierung und Entschädigung der Opfer des „Schwulen-Paragrafen“ 175 nach dem Zweiten Weltkrieg: Elfi Scho-Antwerpes bekämpfe seit Jahren Vorurteile und Ungerechtigkeiten. Als Kommunalpolitikerin wisse die zudem bestens, was die Menschen bewege.

Sündenböcke wieder gesucht

„Die Zeiten, in denen Andersdenkende nur toleriert wurden, muss endgültig vorbei sein“, sagte die Preisträgerin in ihrer Dankesrede. Sie warnte aber auch vor einem möglichen Verschwinden wichtiger Errungenschaften. „Es werden wieder Sündenböcke gesucht“, meinte sie mit Blick auf rechtsradikale und rechtspopulistische Hetze in Deutschland. Sie mahnte aber auch, den Blick über den Tellerrand an. In vielen Ländern müssten Homosexuelle mit Verfolgung, Bestrafung und manchmal sogar mit Todesstrafe rechnen.

Christopher-Street-Day

Dass es in Osnabrück keinen Christopher-Street-Day (Festtag von Lesben, Schwulen Bisexuelle und Transgendern) gibt, wunderte Scho-Antwerpes. „Darüber werde ich noch mit dem Oberbürgermeister sprechen“, kündigte sie unter großem Applaus an.

Musikalisch wurde die Feier im Friedenssaal von Christin Koll und Sarah Schäfer als „Ohrenpost“ umrahmt.


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