Warten auf die Wanderbaustelle Wenn in Osnabrück die Rheiner Landstraße fehlt

Von Jann Weber

Im Sommer 2019 geht es los: Zweieinhalb Jahre werden sich die Bauarbeiten an der Rheiner Landstraße hinziehen. Foto: David EbenerIm Sommer 2019 geht es los: Zweieinhalb Jahre werden sich die Bauarbeiten an der Rheiner Landstraße hinziehen. Foto: David Ebener

Osnabrück. Sorgen um die Sicherheit auf den Straßen: Die Sedanstraße und die geplanten Bauarbeiten an den Kanälen unter der Rheiner Landstraße beschäftigten das Bürgerforum für die Stadtteile Westerberg und Weststadt.

Fußgänger und Radfahrer vor der abknickenden Vorfahrt

Wer mit dem Fahrrad oder zu Fuß von Westen her über die Sedanstraße in die Stadt will, stößt auf die abknickende Vorfahrt hin zur Gluckstraße – und muss dort besonders aufpassen, vor allem zu Stoßzeiten. Viele Autofahrer nutzen die Gluckstraße, um in Richtung Hafen oder Eversburg zu fahren – weshalb die Strecke als „heimliche Westumgehung“ gilt. Und sie haben Vorfahrt. Daniel Bugiel und Franziska Birke-Bugiel sind Anwohner der Gluckstraße. Sie und weitere Nachbarn wünschen sich für die Sedanstraße im Bereich der abknickenden Vorfahrt eine Querungshilfe – am besten in Form eines Minikreisels.

Vor allem Kinder und ältere Leute hätten zu Hauptverkehrszeiten „kaum eine Chance, an dieser Stelle die Straße gefahrlos zu überqueren“, stellten die Bugiels fest und wiesen darauf hin, dass es sich bei der Strecke auch um einen Schulweg handelt. Ein älter Anwohner erinnerte sich: „Das Problem haben wir hier schon seit 50 Jahren.“ Er helfe daher den Kindern über die Straße.

Der Stadt fehlt ein Grundstück

Seit längerer Zeit beschäftigt sich der Fachbereich Städtebau mit einem Plan zur Umgestaltung. Mit einer Verlängerung der Breiten Güntke soll der Wohn- und Wissenschaftspark erschlossen werden – also zwischen der Natruper Straße und der Sedanstraße. Dafür benötigt die Stadt ein Grundstück, dass zur Paracelsus-Klinik gehört. Stadtbaurat Frank Otte setzt auf Verhandlungen mit dem neuen Eigentümer des Krankenhauses. Das heißt: Eine Neugestaltung des Knotenpunktes ist noch nicht in Sicht. Die CDU-Politikerin Anette Meyer zu Strohen, die das Bürgerforum leitete, kündigte an: „Das wird noch mal geprüft.“ Vielleicht gebe es ja für die Zwischenzeit eine Chance auf „einen Zebrastreifen oder eine Bedarfsampel“.

Westerberg und Weststadt vor einem Verkehrschaos?

Stehen der Westerberg und die Weststadt vor einem Verkehrschaos? Am Anfang der Sommerferien 2019 wird die Rheiner Landstraße abschnittweise gesperrt. Die Kanalarbeiten beginnen an der Rückertstraße. Zwei bis zweieinhalb Jahre lang soll die Baustelle wandern. Auf welche Straßen wird sich der Verkehr verteilen? Das wollten Anwohner im Bürgerforum erfahren, aber Stadtbaurat Otte verwies auf eine Info-Veranstaltung gegen Ende Mai. Die Verwaltung plant noch. Anette Meyer zu Strohen kündigte an, dass „voraussichtlich Einbahnstraßenregelungen“ durch die Straßen der beiden Stadtteile führen werden. Otte versprach: „Wir werden versuchen, alle so wenig wie möglich zu belasten.“ Um zu vermeiden, dass Autofahrer eigene Wege durch die Stadtteile suchen, will die Verwaltung Hinweistafeln für Umleitungsstrecken errichten.

Tempo 30 auf der Lotter Straße nicht möglich

„Tempo 30 auf der vorderen Lotter Straße?“ Diesen Wunsch kann die Stadt den Anwohnern nicht erfüllen. Otte berichtete, die Lotter Straße sei der Straßenverkehrsordnung nach eine Hauptverkehrsstraße. Es sei daher nicht möglich, dort Tempo 30 einzuführen.