Auftritt im Osnabrücker Theater Die absurde Welt des Horst Evers

Von Tom Bullmann

Horst Evers
              
                Foto: OsterfeldHorst Evers Foto: Osterfeld

Osnabrück. Unter dem Titel „Der Kategorische Imperativ ist keine Stellung beim Sex“ präsentierte der Kabarettist Horst Evers im gut besuchten Theater am Domhof skurrile Geschichten und schräge Alltagstipps.

thb Osnabrück. Da steht er im Scheinwerferkegel, stößt seine „Ahhs“ und „Ooohs“ und „Uiiiiihs“ aus, begleitet von ausufernder Mimik und Gestik, die geradezu an Tanz denken lässt. Und dann behauptete er, ein Freund von ihm fahre auf der Autobahn immer ganz nah hinter Fernbussen her, weil er dann deren freies W-Lan nutzen könne.

Willkommen in der absurden Welt des Horst Evers. „Der Kategorische Imperativ ist keine Stellung beim Sex“ heißt das Programm, mit dem der Kabarettist im Osnabrücker Theater Station macht. Wie sich herausstellt, handelt es sich dabei um einen Fantasie-Titel, denn an dem Abend geht es nur entfernt um Ethik oder Philosophie und noch weniger um Sex. Den Kant’schen Imperativ fasst er so zusammen: „Denk einfach mal drüber nach, was du tust, vor allem, bevor du es tust.“

Und dann ist der Wahlberliner, der in einem Dorf zwischen Hüde und Lembruch am Dümmersee aufwuchs, schon bei seinen skurrilen Geschichten und Alltagstipps, die signalisieren: Evers versteht sich auf die Kunst, um drei Ecken herum zu denken. Seiner Meinung nach wird beispielsweise bei uns neuerdings das „ganz langsame Bauen“ propagiert. Und da liege Berlin mit seinem Flughafen gut im Rennen. „Die Berliner haben viel mehr Nerven als die Hamburger. Ich habe immer gewusst, dass die mit ihrer Elbphilharmonie früher fertig werden würden“, schwadroniert er. Ähnlich absurd hört es sich an, wenn er beim Fahrradfahren in eine Polizeikontrolle kommt, wenn er überflüssige Dinge aus seinem Haushalt einfach in einem Kaufhaus abstellt oder wenn sein Freund ihn einlädt, mit ihm und seinem Riesenhund, der Heidi Klum heißt, Gassi zu gehen. Evers verdreht den Alltag, bis man aus dem Lachen nicht mehr heraus kommt.

Als Horst Evers sich schließlich bei seinem Publikum bedankt, vergisst er nicht zu erzählen, dass er als junger Mann immer nach Osnabrück gefahren ist, wenn er „in die Stadt“ wollte. Dass er selbst einmal im gut besuchten Theater auftreten würde, habe er sich damals nicht vorstellen können.