Künstlern über die Schulter schauen Marathon der Zeichnung im Kunstraum Hase 29

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Osnabrück. Eine Woche lang zeichnen Künstler und Kunststudierende der Region im Kunstraum Hase 29. Gezeigt werden die Werke, die vor Ort entstehen. Kommunikation mit Besuchern ist erwünscht.

Ein regelmäßiges, kratzendes Geräusch ist zu hören, ansonsten herrscht konzentrierte Ruhe im Kunstraum Hase 29. Da öffnet sich die Eingangstür, eine Dame betritt den ehemaligen Supermarkt und betrachtet neugierig die Szenerie: Zehn Künstler sitzen an Tischen und zeichnen.

Das erwähnte Geräusch stammt von Frank Gillich, der als einziger auf dem Boden hockt und ein großes Stück Papier mit einem Stift bearbeitet. Minimalistisch setzt der Osnabrücker Künstler gleich lange, schwarze Striche nebeneinander, bis eine verblüffend vielschichtige Matrix entsteht. Andere Künstler zeichnen Porträts, Figürliches, Filigranes, Architekturhaftes, Witziges, Serielles. Alle haben eins gemeinsam: Sie nehmen am „Marathon der Zeichnung“ teil.

Langzeitzeichnen

Zum dritten Mal hat Top.Os, Osnabrücker „Verein für neue Kunst“, zu der ungewöhnlichen Aktion eingeladen. Alle Künstler sowie Kunststudierende der Region waren angeregt worden, sich am Langzeitzeichnen zu beteiligen, 15 haben sich angemeldet und einen temporären Arbeitsplatz in der Hasestraße eingerichtet.

Marathonzeichnen im Kunstraum Hase 29: Organisator Frank Gillich. Foto: David Ebener

„Am Wochenende werden noch einige Teilnehmer zusätzlich zu uns stoßen, die während der Woche keine Zeit hatten“, erklärt Mitinitiator Gillich. Im Gegensatz zur ersten Ausgabe des Marathons im Jahr 2015, die nur drei Tage dauerte, war der Aktionszeitraum jetzt auf eine Woche ausgedehnt worden. Zwei Ziele verfolgt der Verein mit der Veranstaltung: „Wir wollen aus der Anonymität der Ateliers heraus und die Kommunikation mit den Kollegen und den Gästen pflegen“, sagt Robert Stieve, der den Marathon zusammen mit Gillich organisiert hat.

So werden beispielsweise am Samstag die Türen zur Hasestraße geöffnet sein, sodass die Marktbesucher vorm Spargelkauf einen Abstecher in die kreative Welt des Zeichnens machen können. Über-die-Schultern-Schauen und auch Fragen an die Künstler sind willkommen.

Exkursion

Dann erzählt sicherlich auch Christoph Buchholz gerne etwas über die Entstehungsgeschichte seiner leuchtend farbigen, abstrakten Bilder. Er ist einer von vier Menschen mit Assistenzbedarf, die sonst in der Kunstwerkstatt der Heilpädagogischen Hilfe Bersenbrück am Bramscher Bahnhof arbeiten und jetzt eine Exkursion zum Marathon der Zeichnung machen.

Kunstraum Hase 29, Hasestraße 29: Marathon der Zeichnung. Bis Sonntag, 6. Mai, täglich von 10-22 Uhr.


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