Theaterpädagogische Werkstatt Tanzperformance „Ortswechsel“ am Osnabrücker Rosenplatz

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Osnabrück. Am Rosenplatz lädt die Theaterpädagogische Werkstatt zu einer Theater-Reise ein, bei der die Teilnehmer hautnah und unterhaltsam die Menschen aus dem Rosenplatzkiez kennen lernen dürfen.

Zwei junge Frauen in weißen Kitteln stehen im Schaufenster eines Ladenlokals und tanzen. Neugierig geworden betritt man die von Musik erfüllten Geschäftsräume. Darin erfährt man etwas über den Musikgeschmack des Betreibers und über seine Apotheke am Rosenplatz.

Wer wusste beispielsweise, dass diese eigentlich Osna- und nicht Asna-Apotheke heißen sollte? Um einen Rechtsstreit bezüglich der Namensrechte abzuwenden, hatte der Geschäftsführer sich für „Asna“ entschieden, das Wort, das in grauer Vorzeit mit dem Namen des Flüsschens Hase in Verbindung gebracht wurde. Das ist gelungenes Infotainment an einem Ort, an dem es nicht erwarten wird. Aber die Theater-Tanz-Perfomance „Ortswechsel“, in deren Rahmen man den Laden des Medizinhändlers besucht, hat noch mehr zu bieten.

Performances in sechs Lokalen

Sechs Ladenlokale haben sich bereit erklärt, Räumlichkeiten für die von der Theaterpädagogischen Werkstatt Osnabrück initiierte Performance zur Verfügung zu stellen. Nachdem die Besucher, die sich in der Lounge-Bar Projekt 36 eingetroffen haben, in vier Gruppen aufgeteilt sind, startet die Theaterreise durch die verschiedenen Locations, die „spannende Begegnungen mit den Menschen des Quartiers und ihre Geschichten“ verspricht.

Gruppe „Orange“, deren Teilnehmer mit einer entsprechenden Wäscheklammer gekennzeichnet sind, werden von einer „Führerin“ zunächst in das von der Diakonie betriebene Café Mandela begleitet. Dort werden zu einem Glas Tee Filmausschnitte mit Interviews gezeigt, in denen typische Menschen aus dem Rosenplatzquartier über ihr Leben, ihre Herkunft, ihre Jobs und Träume befragt werden. Direkt nebenan bekommt man einen solchen Traum leibhaftig vorgeführt: Schauspieler und Tänzer visualisieren, von live gespielter Musik begleitet, das Leben von Sevim, die hier das „RosenBack“ eröffnet hat. „Wenn ich groß bin, möchte ich eine eigene Bäckerei haben“, hatte die Frau mit türkischen Wurzeln schon früh gewusst. Jetzt erfahren die Zuschauer, dass sie hart für ihren Lebenstraum gearbeitet hat.

Regenschirm und Regenjacken

Auf dem Weg zum nächsten Lokal werden die Beschergruppen von den Mädchen der Sportjugend Osnabrück unterhalten, die mit Regenschirm und Regenjacken an der großen Straßenkreuzung tanzen. Vor dem Geschäft von Gloria Weltreisen ertönt klassische Musik. Drinnen erspäht man eine Frau, die zu einer „Reise des Lebens“ einlädt. Es ist eine Schauspielerin, die in die Rolle der Ladenbetreiberin schlüpft und von der Eisrutsche erzählt, die diese als Kind bei minus 20 Grad im Ural gebaut hat.

Wie sie als Tochter einer Aussiedlerfamilie nach Deutschland kam und schließlich in die Reisebranche einstieg, hatte die Ladenbesitzerin zuvor Liane Kirchhoff und Matthias Caspari von der Theaterpädagogischen Werkstatt erzählt. Die beiden hatten schließlich aus all den Interviews, die sie auch mit anderen Menschen aus dem Quartier geführt hatten, die abwechslungsreiche Revue entworfen, die jetzt mit vielen Helfern, Schauspielern und Originalhandelnden an verschiedenen Terminen realisiert wurde – und noch wird.

Zum Finale treffen sich alle Teilnehmer in der Friedenskirche zur Abschlussperformance, die von einer Mitmachaktion der Kunstpädagogin Nele Jamin eingeleitet wird, bei der alle ihre Erinnerungen und Träume mit einem Papierflieger auf die Reise schicken.

Theatertanzperformance „Ortswechsel“: Rund um den Rosenplatz, Start im Projekt 36 (Johannisstr. 133): Do. 10. Mai, 17 Uhr und Fr. 11. Mai, 19.30 Uhr.


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