Kritik am Radverkehrsprogramm BOB: Fahrradsicherheit in Osnabrück wichtiger als Fahrradkampagne

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Mit dem Radverkehrsprogramm 2018 sollten andere Schwerpunkte gesetzt werden, meint die BOB-Ratsfraktion. Foto: Michael GründelMit dem Radverkehrsprogramm 2018 sollten andere Schwerpunkte gesetzt werden, meint die BOB-Ratsfraktion. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Die BOB-Ratsfraktion will einzelne Bausteine für das Radverkehrsprogramm nicht mittragen. In einer Pressemitteilung werden unter anderem die Ausgaben für die Fahrradkampagne „Osnabrück sattelt auf“ und die Radzählsysteme infrage gestellt. Mit dem Geld sollte besser die Sicherheit der Radfahrer verbessert werden, meint der BOB-Vorsitzende Steffen Grüner.

Verbesserungen für den Radfahrverkehr in Osnabrück seien zu begrüßen, heißt es in der Stellungnahme der Fraktion Bund Osnabrücker Bürger, die mit der CDU-Fraktion eine Gruppe im Rat bildet. Über die Einzelmaßnahmen solle aber besser separat entschieden werden.

BOB sieht den geplanten Bau einer geschützten Fahrradspur (Protected Bike Lane) am Heger-Tor-Wall für 275000 Euro kritisch. Es sei noch nicht klar, ob eine weitere Realisierung am Wall überhaupt möglich sei. Grüner empfiehlt als kostengünstigere Möglichkeit den Bau abmarkierter Schutzstreifen.

Geldverschwendung wittert Grüner in der Fortführung der 300000 Euro teuren Kampagne „Osnabrück sattelt auf“, die Autofahrer zum Umsteigen aufs Rad bewegen soll. Auch die Anschaffung von Displaysäulen (38000 Euro), die vorbeifahrende Radler zählen, hält die BOB-Fraktion für unnötig. Hier müsse mehr nach dem tatsächlichem Nutzen geschaut werden, heißt es in der Pressemitteilung. Die Zählsysteme, die Radler mobilisieren und zugleich Daten über das Mobilitätsverhalten liefern sollen, seien bereits in Hamburg und Hannover vom Bund der Steuerzahler infrage gestellt worden.

Das Geld sollten besser in die Sanierung und Verbesserung der vorhandenen Radwege oder in die Radsicherheit gesteckt werden, vermerkt Grüner. Ein Beispiel dafür seien „Bike-Flash-Systeme“, die bei unfallträchtigen Kreuzungen eingesetzt werden, um Rechtsabbiegeunfälle mit Radlern zu verhindern.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN