Landschaftsarchitektur-Projekt Außerirdische fordern Osnabrücker Studenten heraus

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Osnabrück. Mutierte Riesenkakerlaken, gigantische Windräder, Identitätskugeln: Was wird eines Tages von der menschlichen Zivilisation übrig bleiben? Diese Frage hat ein Landschaftsarchitektur-Professor der Hochschule Osnabrück seinen Studenten gestellt – und sehr kreative Antworten bekommen.

Es war ein apokalyptisches Szenario, mit dem der für seine kuriosen Ideen bekannte Dozent Jürgen Milchert seine die Viertsemester des Bachelor-Studiengangs Freiraumplanung konfrontiert diesmal konfrontierte: Die Studenten sollten sich vorstellen, wie in vielen Tausend Jahren Raumarchäologen vom 490 Lichtjahre entfernten Exoplanten Kepler 186f im ehemaligen Osnabrück landen. Der Planet Erde ist dann ausgestorben, und die Fremdlinge suchen nach Spuren von intelligentem Leben. Ihr Auftrag ist es, im Park des Museums ihres Heimatplaneten einen Gartenbereich zu gestalten, der den Besuchern die Reste der vergangenen Zivilisation der Erde nahe bringt.

Acht Gruppen, acht Modelle

Inspiriert von dieser Science-Fiction-Geschichte fertigten acht Studentengruppen jeweils ein Modell des Museumsgartens „Erde“ an. Dabei beschäftigte sie vor allem der Gedanke, was die außerirdischen Besucher wohl in ferner Zukunft auf der Erde vorfinden würden – und wie sie diese zivilisatorischen Reste interpretieren könnten.

Eine Antwort sah so aus: Im Jahr 2050 kommt es zum Super-GAU, radioaktives Material wird freigesetzt und gelangt in das Grundwasser. Jegliches Leben auf der Erdoberfläche wird augenblicklich ausgelöscht. Nur Menschen und Tiere, die sich in Schutzhöhlen und Bunkern aufhalten, überleben. Im Erdreich lebende Kakerlaken aber kommen mit der Radioaktivität in Kontakt und mutieren zu Riesenkakerlaken, die den ganzen Planeten erobern. Als die Keplerianer Jahrtausende später die Erde entdecken, stoßen sie auf jene Bunkeranlagen, in denen die Menschen gehaust haben. Ihre Schlussfolgerung: Die Kakerlaken müssen für die Erdlinge Götter gewesen sein, weil sie über ihnen gelebt haben.

Mehr Mut zur Innovation

Andere Studenten stellten sich gigantische Windräder als letzte Überbleibsel vor. Die Aliens in diesem Modell glauben, dass die Flügel dazu genutzt wurden, um die Erde zu drehen und zu anderen Planeten zu reisen. Schräg auch der Einfall einer dritten Gruppe von Hochschülern: Sie dachte sich „Identitätskugeln“ aus, in denen Regierungen nicht nur biometrische Daten von Erdenbürgern speichern, sondern auch menschliche Erfahrungen und Emotionen.

Aber wo bleibt bei all dem Witz die Wissenschaft? Professor Milchert ist davon überzeugt, dass seine Studenten von dieser Arbeit profitieren können. „Gärten anlegen muss jeder Landschaftsarchitekt können, doch heute fehlen oftmals große Innovationen“, erklärt der Dozent, der auch schon mal zur Gestaltung von Gärten für US-Präsident Donald Trump aufrief. Das Kepler-Projekt lehre die Studenten, kreativ zu denken und sich an ungewöhnliche Aufgaben zu wagen.


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