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Ein Tänzchen mit der Zottelfee Feier in der Schlief-Kita Osnabrück

Hoch her ging es bei der Geburtstagsfeier des Kindergartens Marianne Schlief. Die erste privat getragene Einrichtung war 1952 gegründet worden. Foto: Adrian SchröderHoch her ging es bei der Geburtstagsfeier des Kindergartens Marianne Schlief. Die erste privat getragene Einrichtung war 1952 gegründet worden. Foto: Adrian Schröder

Osnabrück. „Lasst uns zusammen tanzen!“, ruft Bummelfee laut und schwenkt ihre Arme. Ganz bunt ist ihr Pulli und zottelig das Haar. Ihr freundliches, breites Lachen erreicht die Kinder, und auch Eltern tanzen mit. Bummelfee ist eigentlich eine Puppe, aber in der Verkleidung steckt einer von Franks Freunden. Zwei von ihnen, Bummelfee und Zappel, hat Frank Acker für seine Kinder-Show am Samstag mitgebracht – spaßige Unterhaltung bei der Geburtstagsparty des Kindergartenvereins Marianne Schlief.

Der Verein und damit der Kindergarten wird 60 Jahre alt. Mit ihm wurde früher etwas Neues etabliert: Die Einrichtung war die erste privat getragene ihrer Art in der Stadt. 1952 hatte die Osnabrückerin Marianne Schlief den Kindergarten in ihrem Elternhaus an der Schlossstraße 15 eröffnet. „Das war lange nur was für die High Society. Einen privaten Kindergarten konnten sich kurz nach dem Krieg nicht viele Leute leisten“, sagt die heutige Leiterin Edeltraud Saal. Nach und nach hätten auch Eltern mit durchschnittlichem Einkommen ihren Nachwuchs angemeldet. Heute hilft die Stadt, wenn es aus finanziellen Gründen sonst gar nicht ginge.

Gründerin Schlief leitete das Haus bis zu ihrem Tod 1972. Eltern riefen daraufhin den Kindergartenverein ins Leben, benannten ihn nach ihr. 1989 schließlich zog die Einrichtung zur Katharinenstraße 22. Seit 1992 werden hier 40 Kinder von fünf Erzieherinnen betreut, in zwei Gruppen jeweils für Drei- bis Vierjährige sowie für Kinder ab vier Jahren bis zum Grundschulalter.

„Die Mithilfe der Eltern ist sehr groß. Man merkt richtig, dass die Eltern dahinterstehen“, erzählt Edeltraud Saal von Konzept und Alltag. 1990 gründeten Eltern zum Beispiel einen Förderverein. Auch am Samstag machte sich das Engagement bemerkbar: Kuchen, Kaffee und eine kleine Getränkebar für die Erwachsenen wurden von ihnen beigesteuert. Musiker Ludwig Voges vom Konservatorium spielte Lieder auf der Gitarre, sang mit den Kindern. Musikpädagogin Barbara Bußmann widmete dem Haus zwei Lieder, in denen es um die Geschichte und lustige Begebenheiten ging. Auch Unterhalter Frank Acker ist Vater zweier Kinder bei „Marianne Schlief“. Die Kinder konnten einfach spielen und ausprobieren: beim „Dosen-Wegspritzen“ zum Beispiel. Dafür hatte die Feuerwehr Dissen einen Löschwagen dabei – nasser Spaß bei Sonne.