Konzert im Gerry-Weber Stadion Charmanter André Rieu mit Orchester und Solisten

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Charmanter Conferencier und „Mann von Welt“: Violinist André Rieu (rechts) mit den drei internationalen „Platin Tenors“ im Gerry Weber Stadion. Foto: Swaantje HehmannCharmanter Conferencier und „Mann von Welt“: Violinist André Rieu (rechts) mit den drei internationalen „Platin Tenors“ im Gerry Weber Stadion. Foto: Swaantje Hehmann

Halle. Zum krönenden Abschluss seiner diesjährigen, 20 Konzerte umfassenden Deutschlandtournee verwandelte der niederländische Stargeiger André Rieu das Gerry Weber Stadion zeitweilig in einen Ballsaal – mit großem Orchester und vielen Solisten.

An pompöse Zeiten fühlten sich die 5750 Besucher erinnert, als die rund 60 Mitglieder des Johann Strauß Orchesters im Frack und prachtvollen, bonbon- und pastellfarben bunten Abendkleidern durch das Publikum auf die festlich dekorierte Bühne zogen. Der Gastgeber war in deren Mitte zwar umringt von lauter „zweiten Geigen“, profilierte sich selbst dort aber weniger als Solo-Star, sondern vielmehr als charmanter Conferencier, der durch einen musikalisch denkbar bunten Abend führte. „Musik bringt die Welt zusammen“, betonte der beliebte Stehgeiger, der mit seinem aus 13 unterschiedlichen Nationalitäten zusammengestellten Orchester seit drei Jahrzehnten mit ungebrochen „viel Spaß“ um eben diese Welt reist. Im Haller „Zentrum des Universums“ präsentierte der kosmopolitische Mann aus Maastricht mit seinem „Herzen ausgewählte“ Solisten aus Tasmanien, Ungarn, Frankreich, Polen und China.

Schnaps und Sopran

Sein Publikum bewegte er gleich zu Beginn zu einem original spanischen „Olé“, bevor die drei internationalen Platin Tenors mit einem musikalisch schmissig unterlegten „Granada“ die Zuhörer in dem doch sehr kühlen Halbrund in wärmere Gefilde und Urlaubsstimmung versetzte, von einem „Land Where Children Can Run Free“ träumen ließen und mit „Nessun Dorma“ aus der Puccini-Oper „Turandot“ die laut Rieu „ allerschönste Arie, die jemals geschrieben wurde“ zum Besten gaben. Beim „Schlittschuhläufer“-Walzer vor einer auf Leinwand projizierten Winterlandschaft mit Windmühlen war es dann noch einmal so kalt, dass im Orchester eine wärmende Schnapsflasche die Runde machte. Wirklich herzerwärmend und –ergreifend wurde es, als die chinesischen Solistinnen Jing Li und Shao Lin zweistimmig mit glockenhellen Sopranen nicht nur „Plaisir d´Amour“, sondern auch ein Lied über einen großen Fluss aus ihrer Heimat vortrugen.

Loblied auf die Liebe

Nach der Pause sorgten ein holländischer „Clog Dance“ und ein zünftig geblasener bajuwarischer Marsch für ein folkloristisches Intermezzo, bevor die junge polnische Sopranistin Anna Majchrzak bezaubernd „Denk an Mich“ aus Lloyd Webers „Phanton der Oper“ intonierte. Im Anschluss an den imposanten Einmarsch der „Pipes and Drums“ begab sich auch Klarinettistin Manoe Konings an den schottischen Dudelsack, um bei der „Highland Cathedral“ gekonnt solo zu spielen. Für den gesanglichen Höhepunkt des Abends sorgte die niederländische Sopranistin Donij van Doorn, als sie mit einer Verdi-Arie aus „La Traviata“ in buchstäblich höchsten Tönen die Liebe als „Herzschlag des Universums“ pries und besang.

Unerschrocken vielseitig

Alle Solisten gemeinsam ließen am Ende mit Pauken und Trompeten Carl Orffs „O Fortuna“ aufsteigen, bevor zum unvermeidlichen Radetzkymarsch bunte Luftballons hinabregneten. Der Namensgeber des Orchesters kam auch mit dem obligatorischen Donauwalzer zu seinem Recht, der zu Paartänzen vor der Bühne und zwischen den Stuhlreihen animierte. Mit einem weiteren bunten Strauß beliebter Melodien von Little Richards „Tutti Frutti“ über „Amazing Grace“ bis hin zu Rocco Granatas „Marina“ stellte André Rieus Johann Strauß Orchester schließlich auch im ausgedehnten Zugaben-Block seine unerschrockene Vielseitigkeit unter Beweis.


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