Lachen ist die beste Medizin Medical Slam: Vom Labor auf die Bühne

Lachen ist die beste Medizin: Beim Medical Slam stellten fünf Nachwuchsforscher ihre Projekte mit reichlich Wortwitz und lustigen Anekdoten vor. Foto: Elvira PartonLachen ist die beste Medizin: Beim Medical Slam stellten fünf Nachwuchsforscher ihre Projekte mit reichlich Wortwitz und lustigen Anekdoten vor. Foto: Elvira Parton

bena Osnabrück. Fünf Wissenschaftler, die in zehnminütigen Vorträgen ihr Fachgebiet vorstellen? Was auf den ersten Blick langweilig klingt, ist es in Wahrheit gar nicht. Denn beim Medical Slam versuchten die Nachwuchsforscher mit viel Wortwitz das Publikum von ihrem Fachgebiet zu überzeugen.

So präsentierte beispielsweise Johannes von Borstel aus Marburg seine Doktorarbeit, in der er Arteriosklerose genauer erforscht. Statt unzählige Testergebnisse zu erläutern, zeigte von Borstel den Zuhörer lieber mit vollem Körpereinsatz, was bei einem Herzinfarkt passiert. Dazu bewegte er seine Arme und Beine erst in rhythmischen Bewegungen, die dann immer hektischer wurden und schließlich ganz aufhörten und so den Herzstillstand simulieren sollten.

Für seinen Aufritt bekam von Borstel viel Applaus und der zählte beim Medical Slam, wie auch beim Poetry Slam üblich, als Bewertung. Ergänzend dazu, vergaben die Zuschauer Punkte von 1 bis 10. Noch lauteren Applaus und mehr Punkte als von Borstel, bekam nur Franca Parianen, die in Utrecht als Neurowissenschaftlerin arbeitet und das Zusammenspiel von Mitfühlen und Mitdenken erforscht. Sie zeigte beispielsweise, dass wir automatisch lächeln, wenn unser Gegenüber lächelt. „Und wenn wir das nicht machen, sondern weiter grimmig gucken, dann wirkt das gleich etwas kindisch“, erklärte die gebürtige Osnabrückerin. Zur Verdeutlichung zeigte sie das Bild einer lachenden Angela Merkel, der ein grimmig schauender Donald Trump gegenübersitzt, was für lautes Lachen im Publikum sorgte.

Neben den weiteren Slams über Lichttechnik, chemische Reaktionen und geschlechtersensible Medizin, stand an dem Abend auch der gute Zweck im Vordergrund. Alle Einnahmen wurden an die Aktion „Wir starten gleich!“ gespendet, die Tornister und anderes Schulmaterial für bedürftige Kinder anschafft. „Das ist ein wichtiger Schritt, um Kinderarmut zu bekämpfen und Chancengleichheit für alle Kinder zu schaffen“, sagte der Osnabrücker Reinhard Höfelmeyer, der den Verein gegründet hat. Im Anschluss an die Medical Slams spiele er mit seiner Band „echtzeit“ auf der Bühne.