Meisterschaft am 18. Mai Luftgitarren-Workshop: Wie man die Luft zum Kochen bringt

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So geht das: Daniel „Moredrive“ Oldemeier motiviert seine Schüler, ihrer Fantasie beim Luftgitarrespiel freien Lauf zu lassen – nur synchron sollten die Bewegungen sein. Foto: Thomas OsterfeldSo geht das: Daniel „Moredrive“ Oldemeier motiviert seine Schüler, ihrer Fantasie beim Luftgitarrespiel freien Lauf zu lassen – nur synchron sollten die Bewegungen sein. Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück. Sieben Frauen und ein Mann sind am Samstag zum Luftgitarren-Workshop von Daniel Oldemeier gekommen. Im Gartenhaus des Instituts für Musik packen sie ihre imaginären Instrumente aus und üben. Am 18. Mai stehen sie bei der Niedersächsischen Luftgitarrenmeisterschaft auf der Bühne der Lagerhalle.

„Seid ihr bereit“, fragt Daniel Oldemeier die vor ihm sitzenden Gruppe. Der junge Mann mit den langen Haaren und dem Ziegenbart leitet den Workshop kenntnisreich und er organisiert auch die Meisterschaft in der Lagerhalle. Noch herrscht Unsicherheit in der Runde. „Ist das was Rockiges oder was anderes“, fragt Steffen, der einzige Mann in der Runde. „Macht euch keine Gedanken“, beruhigt Daniel seine Eleven, drückt auf den Start-Knopf und die Hölle bricht los. Aus den Boxen tönt „Get of the Door“ von der Band Velvet Revolver.

Alle acht Teilnehmer des Workshops sind Anfänger. Der 23-jährige Student Steffen sagt, Luftgitarre spielen sei sein Hobby, das er privat vor dem Spiegel ausübe. „Ich wollte mal was Unkonventionelles machen“, sagt Merle. Die 28-jährige Lehrerin wandelt wie die anderen Teilnehmerinnen auf dem schmalen Grat zwischen Peinlichkeit und Spaß, der das Luftgitarre spielen so mit sich bringt. Bei allen Übungen, die Daniel mit seinen Schülerinnen ausübt, wird viel gelacht – mal verschämt, oft aus Spaß am Tun. Das Luftgitarre spielen ähnelt dem musizieren auf einer echten Gitarre – nur gibt es das Instrument bei der luftigen Variante nur in der Fantasie der Gitarristen und ihrer Betrachter. Sie besteht eben aus Luft.

Ausladende Gesten

Zur Musik von Velvet Revolver spielen die Luftgitarristinnen in sich gesunken mit geschlossen Augen oder mit ausladenden Gesten. Wichtig sei es, synchron zur Musik zu spielen sagt Daniel. „Aber als Luftgitarristen habt ihr den Vorteil, dass ihr machen könnt, was ihr wollt.“ Er macht es selbst vor, geht auf die Bühne, greift mit seiner linken Hand imaginäre Akkorde, lässt den rechten Arm durch die Luft kreisen, drischt mit seinem Ellbogen auf seine Luftgitarre ein und springt breitbeinig hoch.

Das Posing, also die Bewegungen auf der Bühne, ist ebenso wichtig wie das Beherrschen des Instruments. Anhand von Videos gibt Daniel Anschauungsunterricht von Luftgitarren-Helden. Einer, der sich Doug the Thunder nennt, reißt sich das T-Shirt bei einem Auftritt entzwei. Das, so versichern die angehenden Luftgitarren-Meisterinnen, haben sie nicht vor. „Vielleicht Steffen“, meint die 26-jährige Jule. Doug the Thunder schluckt bei seiner Performance sogar seine Luftgitarre runter wie ein Schwertschlucker im Zirkus, um sie anschließend wieder hoch zu würgen. Der Fantasie sind beim Luftgitarre spielen anscheinend keine Grenzen gesetzt.

Schwere Arbeit

Auf der Bühne zu agieren, den wilden Mann oder die wilde Frau zu machen, ist das schwerste Stück Arbeit. Daniel bringt seinen Eleven den „Duck Walk“ bei. Den hat Chuck Berry erfunden. Er geht dabei mit seiner Gitarre auf der Bühne wie eine Ente umher. Angus Young von AC/DC hat diesen Gang perfektioniert. „Ganz schön anstrengend“, meint Jule. „Ihr müsst allein eine Bühne ausfüllen“, mahnt Daniel. Eigentlich streben nicht alle ins Rampenlicht. Steffen gibt zu, dass er nicht so gerne im Fokus steht. Merle sagt, es sei nicht so angenehm, wenn sie von Leuten angeguckt wird. Dafür hat die 20-jährige Abiturientin Laura einen Tipp: „Stell dir die Leute einfach nackt vor.“

Die Luftgitarren-Meisterschaft findet am Freitag, 18. Mai, in der Lagerhalle statt. Sie beginnt um 20 Uhr. Der Eintritt kostet 5 Euro im Vorverkauf. Jeder Teilnehmer hat eine Minute Zeit, um sich zu zeigen. Der Sieger erhält eine echte E-Gitarre und fährt zur Deutschen Meisterschaft nach München.


Infos unter www.wenigeristair.de. Dort können sich auch noch Teilnehmer für die Meisterschaft anmelden.

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