Jägerschaft Osnabrück Uwe Goebel führt Osnabrücks Jäger an

Von Stefan Buchholz

Aktueller Vorstand der Jägerschaft Osnabrück-Stadt: Jürgen Lambrecht (Kreisjägermeister), Frank Frintrop (Schatzmeister), Susanne Steinkamp (Schriftführerin), , Uwe Goebel (1. Vorsitzender), Dominik Ostman von der Leye (2. Vorsitzender). Foto: Stefan BuchholzAktueller Vorstand der Jägerschaft Osnabrück-Stadt: Jürgen Lambrecht (Kreisjägermeister), Frank Frintrop (Schatzmeister), Susanne Steinkamp (Schriftführerin), , Uwe Goebel (1. Vorsitzender), Dominik Ostman von der Leye (2. Vorsitzender). Foto: Stefan Buchholz

Osnabrück. Lange Tagung: Über fünf Stunden saßen die Jäger der Stadt Osnabrück bei ihrer jüngsten Mitgliederversammlung zusammen. Wahlen, der Streckenbericht und ein Fachvortrag standen dabei auf der Tagesordnung.

Neben der traditionellen Hegeschau – die Osnabrücker Jäger zeigten dazu ihre Trophäen – legte Kreisjägermeister Jürgen Lambrecht den Streckenbericht für den Zeitraum 2017/18 vor. Ungewöhnlich: Im Stadtbereich erlegte man zwei Wildschweine. „Es wird immer mal wieder Überläufer geben, die als Wechselwild durchziehen. Aber als Standwild werden wir sie hier in Osnabrück wohl nicht haben“, so Lambrecht.

Erwähnung fand auch die aus seiner Sicht hohe Zahl an getöteten Rehwild durch Verkehrsunfälle. Zwar seien im letzten Jagdjahr mit 87 Tieren 13 weniger im Straßenverkehr umgekommen, dennoch sei diese Zahl sehr hoch für die Stadt.

Zunehmen wird nach Prognose des Kreisjägermeisters die Zahl der Waschbären. „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie auch in der Stadt die Hase und Düte bevölkern.“ Tipp: Gartenbesitzer könnten die Visite des Waschbären verhindern, indem sie auf Vogelfutterstreu verzichten.

„Lebensraumverbesserung und Raubwildbejagung als Beitrag zur Niederwildhege“ lautete der Vortrag von Elmar Eickhoff. Der Revieroberjäger und Niederwildexperte der Fachzeitschrift „Wild und Hund“ machte für die Verringerung des Niederwildes drei Ursachen verantwortlich: Kleiner werdende Lebensräume durch die Industrialisierung der Landwirtschaft, das Spritzen von Pflanzenschutzmitteln und die Zunahme der Fressfeinde wie Füchse und Rabenkrähen.

Eickhoff zeigte, wie Lebensraumverbesserungen durch unkonventionell angelegte Blühstreifen möglich werden. Nachhaltig und erfolgreich seien diese Bemühungen aber auch nur, wenn die Fressfeinde des Niederwildes stärker bejagt würden.

Veränderungen gab es im Vorstand der Osnabrücker Jägerschaft: Nach dem beruflich bedingten Rücktritt von Franz-Josef Rochel (1. Vorsitzender) und Jonas Karrenbrock (Schriftführer) waren Neuwahlen notwendig geworden. Der bisherige Schatzmeister, Uwe Goebel, führt nun die Jäger im Stadtgebiet an. Susanne Steinkamp übernahm nach ihrer Wahl das Amt der Schriftführerin, Frank Frintrop wurde zum neuen Schatzmeister bestimmt.

Burkhard Jasper sprach sich in seiner Funktion als Mitglied des Landtages auch für eine Novellierung des Jagdgesetzes aus. So müsse der Mutterschutz für Nutrias aufgehoben werden. Das ist in Niedersachsen wegen des Küstenschutzes wichtig, von dem 1,6 Millionen Menschen abhängig sind, sagte Jasper in seinem Grußwort.