Junge Ulme ersetzt modernden Baumstamm Kunstwerk „Koexistenz“ in Osnabrück erneuert

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Im Stahlrahmen der Skulptur „Koexistenz“ wächst nun eine junge, neue Ulme. Foto: Thomas OsterfeldIm Stahlrahmen der Skulptur „Koexistenz“ wächst nun eine junge, neue Ulme. Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück. Anstelle des modernden alten Baumstamms wächst jetzt im Stahlrahmen des Kunstwerks „Koexistenz“ eine junge Ulme.

Ein Kunstwerk im Wandel: Erst wurde ein Stahlkorsett rund um ein Baumtorso angelegt. Dann wurde der tote Stamm gefällt. Jetzt steht stattdessen ein junger Baum in dem Stahlrahmen. „Ich mag die zeitliche Dimension dieses Kunstwerks, bei dem das Werden und Gehen gleich in das Konzept eingebunden ist“, sagt Julia Draganovic, Leiterin der Kunsthalle Osnabrück, die auch für die Kunst im öffentlichen Raum der Stadt verantwortlich ist. Weil die Grünflächen vor der Bocksmauer renoviert werden, rückte „Koexistenz“, wie Volker-Johannes Trieb sein Kunstwerk nannte, in den Fokus der Kulturverwaltung. Denn nach der Entfernung des Baumtorsos koexistierte hier nichts mehr. Kurzerhand wurde beschlossen, der Natur auf die Sprünge zu helfen: Drei Auszubildende und ein Praktikant des Osnabrücker Servicebetriebs (OSB) pflanzten unter Anleitung von Ausbildungsleiter Manfred Witte an Ort und Stelle eine junge Ulme.

Nach 30 Jahren verfault

Zur Geschichte: 1998 hatte Trieb mit seinem Kunstwerk den Skulpturwettbewerb der „arte regionale II“ gewonnen. Inspiriert hatte ihn der Torso einer alten Ulme am Heger-Tor-Wall. Wegen des Ulmensterbens, das damals grassierte, hatte man dem Baum die Krone absägen müssen. Trieb umrahmte den absterbenden Stamm in der Gewissheit, dass dieser nach circa 30 Jahren verfault sein würde. Der Prozess wurde beschleunigt: Das tote Holz wurde entfernt, auf dass es keinen Schaden anrichten kann.

Da das kommende Kulturjahr unter dem Motto „Raum“ steht, wurde das Kunstwerk jetzt reanimiert. „Der Raum zwischen Museumsquartier und Kunsthalle soll aufgewertet werden“, sagt Patricia Mersinger, Leiterin des städtischen Fachbereichs Kultur. Also wurde die riesige Wurzel der alten Ulme geschreddert, sodass hier der junge Baum eingepflanzt werden konnte, der hoffentlich gegen die Krankheit resistent ist, der der alte Baum zum Opfer gefallen war.


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