Osnabrücker Kult-Kneipe Grüner Jäger: Neue Tische aus der alten Kastanie

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Osnabrück. Die alte Kastanie im Grünen Jäger in Osnabrück ist Geschichte. Im November wurde sie gefällt. Jetzt kehrt der Baum in Form von zwei Tischen in die Kult-Kneipe zurück.

Er ist der Blickfang im Raucherraum: der neue Tisch aus der alten Jäger-Kastanie. Das Holz ist hell, die Tischplatte noch ohne jegliche Macken. Ein Stück des mächtigen Stammes bildet den Sockel. „Ich bin glücklich, dass der Baum nicht ganz verloren gegangen ist“, sagt Jäger-Wirt Pascal Rupp im Gespräch mit unserer Redaktion. Es wäre viel zu schade gewesen, diesen riesigen, alten Baum, mit dem sowohl er als auch seine Kunden viele Erinnerungen verbinden würden, einfach zu entsorgen.

Was gibt das Holz noch her?

Die mehr als 100 Jahre alte Kastanie, die mitten im Biergarten der Kneipe stand, musste Anfang November vergangenen Jahres gefällt werden. Wegen einer Komplexerkrankung war der rund zehn Tonnen schwere Baum nicht mehr zu retten gewesen. „Das war schon ein Schock“, erinnert sich Rupp.

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Er konnte sich jedoch nicht damit anfreunden, dass der Baum, von dem er schon als Kind die Kastanien gesammelt und zum Zoo gebracht hat, ganz aus seiner Kneipe verschwindet. Eine ehemalige Bedienung, die vor 30 Jahren im Jäger arbeitete, habe schließlich den Kontakt zu dem Osnabrücker Holzbildhauer Franz Greife hergestellt. Gemeinsam wurden ersten Ideen entwickelt. „Wir mussten aber erst mal abwarten, was das Holz überhaupt hergab“, sagt der Wirt.

Eine Skulptur ist noch in Arbeit

Teilweise seien die Holzstücke schon sehr morsch gewesen, erzählt Künstler Greife und ergänzt: „Aber ein Stammteil war sehr ausgehöhlt und außen schön verschlungen.“ Daraus sind nun die zwei ovalen Tische entstanden. Einer für den Raucherraum und einer für den Biergarten.

„Als Prunkstück wird es noch eine Skulptur eines liegenden Mannes geben“, sagt Rupp. Das braucht aber etwas mehr Zeit als die Tische. Greife will die Figur bis spätestens Ende des Jahres fertig haben. Sie soll einen Platz an der Wand in der Nähe des ursprünglichen Standortes der Kastanie bekommen.

„Die Tische trösten“

„Wenn ich in die Ecke schaue, wo der Baum stand, fehlt einfach etwas“, erzählt der Wirt. Die Tische würden trösten. Auch Hermann Lockhorn freut sich, dass die Kastanie in gewisser Weise erhalten wird. „Als Stammgast hängt man an dem Baum. Ohne ihn fehlt etwas im Jäger“, sagt Lockhorn. Er habe, wie auch einige andere Gäste, damals selbst ein Stück Holz mit nach Hause genommen und ins Regal gestellt – als Erinnerungsstück.


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