Bass-Solo und Büro-Shanty A-Capella-Band Basta: „Freizeichen“ im Rosenhof

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Mund-Art 
              
              aus Köln: Basta mit A-Capella-Pop im Rosenhof. Foto: Hermann PentermannMund-Art aus Köln: Basta mit A-Capella-Pop im Rosenhof. Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück. Erstaunlich voluminös klingende Mund-Art ohne Instrumente, dafür aber mit viel Witz und Charme präsentierte die Kölner A-Capella-Institution Basta im Rahmen ihrer „Freizeichen“-Tour im Rosenhof.

Dabei ermutigten die fünf Stimmakrobaten zunächst einmal dazu, „Offline“ zu gehen und priesen die Unerreichbarkeit als das vielleicht letzte Abenteuer unserer Zeit, erreichten damit aber analog bereits das erste kollektive Mitklatschen. Alle „mitgeschleppten“ Herren, die „keinen Bock auf A-Capella“ haben, aber sich pragmatisch denken: „Happy Wife, Happy Life“, wurden dann mit dem Trostlied „Schön, dass du gekommen bist“ von Tenor William Wahl charmant mit ins Boot geholt. Der holte später neben der Mundharmonika überraschend noch ein anderes nicht-vokale Instrument auf die Bühne, ließ seine „Liedermacheranekdoten“ aber mit gescheiterten Reimen und versemmelten Pointen vergnüglich ganz bewusst ins Leere laufen.

Sein Kollege René Overmann stimmte ganz im Sinne der Gleichberechtigung mit „Jochens“ eine Ballade zu Ehren von bislang in der Musikgeschichte von Klassik über Chanson bis Pop unbesungenen Männernamen an. Zu ungewohnten Solo-Ehren kam der maskulin tieftönige Bass-Mann Arndt Schmöle, als er ohne viel überflüssige Worte „Ich Bass“ singen durfte, während die vier helleren Kehlköpfe seinen Song mit perfekter Beatbox-Mouth Percussion vorantrieben.

Auch nachdenkliche Töne

Neben reimverliebten und wortgewitzten „Teekesselchen“-Songs wie „Nachkommen“, dem vom dritten Tenor Werner Adelmann besungenen „Frühstück bei Stefanie“ oder dem Pauschalurlaubs-Bashing „Sodom und Gomera“ wurde es zwischendurch auch ernster, etwa nach der Pause in Form der „Ent“-Liebesballade „Buhne Vier“ oder des nachdenklichen, leicht melancholisch „tickenden“ Liedes über das „Älter“ werden. Der junge „Praktikant“ Hannes Hermann entpuppte sich mit seinem ausdrucksstarken Bariton spätestens mit dem Lied über seine ihm peinliche „Laktosetoleranz“ als humorvoller und mitunter tonangebender Gewinn für das etablierte Vokalensemble.

Mit dem Shanty „Cut, Copy & Paste“ gelang Basta am Ende noch das Kunststück, das Seemannslied thematisch in den lähmend gleichmäßigen virtuellen Wellen des schnöden Büroalltags zu verankern. Vor der beliebten „Herbert Rosenberg“-Schlagerparodie „Er gehört zu mir“, dem „Feuerzeug aus Zeiten der Bandgründung kurz nach der Jahrtausendwende und einer inoffiziellen Kostprobe aus dem kommenden Programm „In Farbe“ gaben Basta auch ihre „bombastische“ Reggae-Persiflage „Legalize A-Capella“ zum Mitfordern zum Besten -  als ob das da noch nötig gewesen wäre.


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