Einstimmiges Votum im Ausschuss Osnabrück investiert deutlich mehr Geld in den Radverkehr

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Das soll motivieren: Ein Säulendisplay zählt die vorbeifahrenden Radler. Diese Idee aus Kopenhagen soll jetzt auch in Osnabrück umgesetzt werden. Foto: Lahmann-LammertDas soll motivieren: Ein Säulendisplay zählt die vorbeifahrenden Radler. Diese Idee aus Kopenhagen soll jetzt auch in Osnabrück umgesetzt werden. Foto: Lahmann-Lammert

Osnabrück. Für das Radverkehrsprogramm stehen in diesem Jahr 920.000 Euro zur Verfügung, das sind 570.000 mehr als 2017. Damit soll vor allem das Radfahren auf dem Wallring und in der Innenstadt sicherer gemacht werden. Das Geld ist auch für Velorouten in die Stadtteile vorgesehen, allerdings reicht es wohl nur für erste Planungen, nicht für die Umsetzung.

Mit auffallender Einmütigkeit segnete der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt das Programm am Donnerstag ab. Kritik wurde allerdings gegenüber der Kampagne „Osnabrück sattelt auf“ geäußert. Marius Keite (CDU) und Steffen Grüner (BOB) vertraten die Auffassung, das Geld dafür solle besser für Radwege investiert werden.

Leise Vorbehalte gab es auch gegenüber der Anschaffung von Displaysäulen, die wie in Kopenhagen die Anzahl der vorbeifahrenden Radler anzeigen und damit motivierend wirken sollen. Sprecher aller Fraktionen betonten jedoch, dass sie die Förderung des Radverkehrs in Osnabrück als gemeinsame Angelegenheit betrachten und einvernehmlich den höheren Etat mittragen würden.

Mit dem aktuellen Programm sollen die ersten Schritte aus dem Radverkehrsplan umgesetzt werden, den der Rat mit der Perspektive 2030 beschlossen hat. Hier die einzelnen Maßnahmen:

Heger-Tor-Wall: In den Sommerferien soll im Zusammenhang mit der Deckensanierung die „Protected Bike Lane“ angelegt werden, das ist ein von der Autospur getrennter Fahrradstreifen, wie er auch in niederländischen Städten und in Kopenhagen realisiert wurde.

Johannistorwall/Kommenderiestraße: Diese wegen mehrerer tödlicher Unfälle berüchtigte Kreuzung sollte schon 2016 umgestaltet werden. Wegen der hohen Kosten, die sich bei der Ausschreibung ergaben, blieb es bisher beim Provisorium. Die Verwaltung will jetzt einen neuen Anlauf wagen.

Sicherheitstrennstreifen am Wall: Mehr Sicherheit für Radfahrer würden breitere Radstreifen am Wall bringen, mit einem ausreichenden Abstand zu den parkenden Autos. Weil ein Komplettumbau „zeitnah und kostengünstig“ nicht realistisch sei, will die Stadt punktuell 75 cm breite Sicherheitstrennstreifen anlegen, ohne die jeweiligen Bordsteine zu versetzen. Die Parkplätze werden dabei weiter auf den Gehweg verschoben oder sie entfallen ganz.

Cityring: Um die Fußgängerzone in der Innenstadt zu umfahren, soll eine fahrradfreundliche Umgehung geschaffen werden (Busring-Neuer Graben-Neumarkt-Wittekindstraße-Möserstraße-Herrenteichsstraße-Kleine Domsfreiheit-Lortzingstraße).

Velorouten: Abseits der Hauptstraßen will die Stadt Radialverbindungen in die Stadtteile anlegen, etwa nach Hellern über die Katharinenstraße und nach Sutthausen über den Burenkamp. Dafür müssen bestimmte Abschnitte fahrradfreundlich hergerichtet werden.

Sanierung: Hochbordradwege, die in einem schlechten Zustand sind wie am Haster Weg oder an der Rehmstraße sollen repariert werden.

Radparken: In der Innenstadt sind neue Radabstellanlagen geplant, zwar nicht nur die bekannten Fahrradbügel, sondern auch Radkäfige für doppelstöckiges Parken. Außerdem sollen überdachte, abschließbare „Fietstrommeln“ für Mieter des Sanierungsgebiets Gartlage-Süd aufgestellt werden.

Motivation und Öffentlichkeitsarbeit: Jeder Radler an einer bestimmten Strecke wird gezählt, und das Ergebnis ist auf einem Display zu lesen. Solche Säulen sind nun auch für Osnabrück vorgesehen, um Anreize zu geben, den Weg in die Stadt mit dem Rad zurückzulegen. Außerdem sieht das Radverkehrsprogramm vor, die Internetseite „osnabrueck-sattelt-auf.de“ zu überarbeiten. Im November 2018 findet außerdem die Fahrradkommunalkonferenz in Osnabrück statt, ein bundesweites Forum“. Das Motto lautet „Radverkehr in der Stadt-Umland-Beziehung“.

Unabhängig vom Radverkehrsprogramm gehen auch die Arbeiten für den Radschnellweg zwischen der Gartlage und Belm weiter, der aus anderen Töpfen finanziert wird. So soll in diesem Jahr die holprige Schlachthofstraße mit einem fahrradfreundlichen Belag ausgestattet und das Teilstück an der Halle Gartlage fertiggestellt werden. Für den nächsten Abschnitt durchs Widukindland veranstaltet die Stadt am 4. Juni einen Informationsabend.


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