Unbezahlt, aber nicht kostenlos Caritasstiftung Osnabrück fördert Ehrenamt

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Ein Dank an die „Großelternpaten“: Wanda und Bernd Lingemann mit Caritas-Mitarbeiter Ludger Abeln. Foto: Thomas OsterfeldEin Dank an die „Großelternpaten“: Wanda und Bernd Lingemann mit Caritas-Mitarbeiter Ludger Abeln. Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück. „Ehrenamtliche haben wir, was uns fehlt, ist Geld“, sagt Maria Aepkers, die Leiterin der katholischen Familienbildungsstätte (Fabi). 4000 Euro für die „Zukunftswerkstatt Ehrenamt“ kommen jetzt von der Caritas-Gemeinschaftsstiftung, und die wollte bei einem Ehrenamtstreffen wissen, ob das Geld gut angelegt ist.

Wanda und Bernd Lingemann bekommen glänzende Augen, wenn sie von ihren Enkeln erzählen, von ihren Enkeln, die keine biologischen, sondern „Wahlenkel“ sind. Die beiden Senioren machen seit vier Jahren mit beim Projekt „Großelternpaten“ in der katholischen Familienbildungsstätte (Fabi). „Als wir unsere Patenfamilie zum ersten Mal getroffen haben, hat es gleich gepasst“, sagt Bernd Lingemann. Damals waren die drei Kinder der Familie zwischen vier und acht Jahren; deren leibliche Großeltern leben weit entfernt. „Wir machen das, was andere Großeltern auch tun“, sagt Wanda Lingemann. „Wir nehmen uns Zeit für die Kinder.“ Vorlesen, backen, zum Spielplatz gehen und vor allem „spielen bis der Kopf raucht“, erzählen die beiden. So eng ist der Kontakt inzwischen, dass die Kinder auch mal bei ihren Großelternpaten übernachten. Der perfekte Familienanschluss. Ganz ehrenamtlich.

„Unser Team kümmert sich im Mehrgenerationenhaus in Haste um die Senioren“, sagt die ebenfalls nicht mehr ganze junge Eveline Reifferscheid. Einmal in der Woche gibt es Kaffee und Spiele, einmal im Monat ein Samstagsprogramm, dazu Ausflüge, Advent- und Osterfeste. „Wir bringen die älteren Leute in Bewegung“, sagt sie. Ganz ehrenamtlich.

„Ich begleite im Projekt wellcome eine Familie, die gerade Zwillinge bekommen hat“, erzählt Maria-Anna Hölscher. „Die große Schwester ist zweieinhalb, um die kümmere ich mich besonders.“ Und sie unterstützt die junge Mutter, die mit den drei Kleinen mitunter an den Rand ihrer Kräfte zu kommen droht. Ganz ehrenamtlich macht sie das, „einfach, weil ich Kinder so gern habe“.

Qualifizierung und Begleitung kosten Geld

„Bei uns machen an die hundert Ehrenamtlichen mit, die insbesondere benachteiligte Kinder und Familien begleiten“, sagt Maria Aepkers, die Leiterin der Fabi. „Engagierte Leute haben wir; was uns oft fehlt, ist Geld.“ Geld, um die Ehrenamtlichen zu schulen, zu begleiten, zu beraten. Geld, um Material für die Kindermahlzeit oder die Hausaufgabenbetreuung bereitzustellen oder auch mal Fahrtkosten zu übernehmen. Denn die Ehrenamtlichen bekommen zwar kein Geld, drauflegen sollen sie aber auch nichts.

Das Geld kommt aus Spenden – und zurzeit von der Caritas-Gemeinschaftsstiftung. Mit 4000 Euro fördert sie für drei Jahre die „Zukunftswerkstatt Ehrenamt“ der Fabi. „Wir sind gekommen, um zu schauen, ob das Geld gut angelegt ist“, sagt Fritz Brickwedde vom Stiftungsrat. Und offenbar überzeugt ihn das Treffen, bei dem Haupt- und Ehrenamtliche vom ihrem Engagement erzählen. „Sie machen hier tolle Sachen, vieles kannte ich noch gar nicht. Wir freuen uns, dass wir Sie unterstützen können“, so Brickwedde.

Wie wichtig die Stiftungsgelder der Caritas sind, um die Ehrenamtlichen zu qualifizieren und zu beraten, wurde bei dem Treffen deutlich. „Ich bin auch Großelternpatin“, sagt eine Frau. „Bei mir hat es aber nicht so gut geklappt, und ich war froh, dass jemand Hauptberufliches hier war, mit dem ich mich beraten konnte.“ Und eine andere Teilnehmerin erzählt von Erster-Hilfe-am-Kind und pädagogischen Kursen. „Das hat am Anfang sehr geholfen.“

„Wir fördern, wo wir können“

Ehrenamt, so zeigt das Treffen in der Fabi, ist zwar unbezahlt, aber nicht umsonst. Nicht für die, die sich engagieren, nicht für die, denen sie beistehen, aber auch nicht für die Einrichtungen, die sie begleiten. „Wir fördern, wo wir können“, sagt Fritz Brickwedde von der Caritas-Gemeinschaftsstiftung. „Nachhaltiger als Ihr Einsatz für Kinder und Familien geht schließlich nicht.“

 

Großelternpaten, Familienlotsen oder Hausaufgabenhelfer werden weiterhin gesucht. Interessenten können sich in der Fabi melden. Telefon 0541/35 868-0


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