Statistik für April 2018 Mehr Frauen in Stadt und Landkreis Osnabrück arbeitslos

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Im April 2018 sind im Agenturbezirk Osnabrück mehr Frauen und ältere Menschen arbeitslos gemeldet gewesen als im Vormonat. Foto: dpaIm April 2018 sind im Agenturbezirk Osnabrück mehr Frauen und ältere Menschen arbeitslos gemeldet gewesen als im Vormonat. Foto: dpa

Osnabrück. Die Zahl der Arbeitslosen im Bezirk der Arbeitsagentur ist im April leicht auf 13.215 gestiegen. Im Vergleich zum März waren laut Agenturmitteilung elf Personen mehr, im Vorjahresvergleich indes 555 Menschen weniger arbeitslos gemeldet.

Die Arbeitslosenquote lag im Vergleich zum März unverändert bei 4,5 Prozent, allerdings um 0,3 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Zum Agenturbezirk zählen die Geschäftsstellen Bersenbrück, Georgsmarienhütte, Melle und Osnabrück.

Während die Zahl arbeitsloser Jugendlicher sowie Männer erneut sank, wuchsen hingegen die Gruppen arbeitslos gemeldeter Frauen und Älterer über 50. Deutet sich eine Trendwende zum Schlechteren auf dem Arbeitsmarkt an? „Grundsätzlich kann man nur von einem Trend auf dem Arbeitsmarkt sprechen, wenn sich eine Entwicklung mindestens drei Monate lang fortsetzt“, wird Christiane Fern, Vorsitzende der Geschäftsführung der Osnabrücker Arbeitsagentur, zitiert. „In unserem Fall deutet sich solch eine Trendwende aber auch nicht an.“ Bei den Frauen und Älteren, die sich zuletzt verstärkt bei uns gemeldet hätten, handele es sich „ganz überwiegend um Saisonarbeitskräfte mit befristeten Verträgen“, die gerade ausgelaufen seien. „Erfahrungsgemäß sind diese Menschen nur kurzfristig arbeitslos und gehen zeitnah wieder in Beschäftigung“, so Fern. Dazu trage auch die weiterhin exzellente Stellensituation mit mehr als 6200 offenen Positionen bei. „Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erleichtern die Jobsuche. Wir können also weiterhin optimistisch bleiben, dass die Arbeitslosenzahl in der näheren Zukunft wieder sinken wird“, so Christiane Fern.

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung, die neben Arbeitslosen auch Personen erfasst, die zum Beispiel derzeit an (Qualifizierungs-)Maßnahmen teilnehmen oder erkrankt sind und deshalb nicht als arbeitslos gezählt werden, umfasste im April 18.486 Personen – 79 weniger als im Vormonat (minus 0,4 Prozent) und 1260 weniger als vor einem Jahr (minus 6,4 Prozent). Die Unterbeschäftigungsquote lag mit 6,2 Prozent um 0,5 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert.

Ausländer/Flucht

Die Gruppe arbeitslos gemeldeter Ausländer reduzierte sich im Vorjahresvergleich um 232 auf 3399 Personen (minus 6,4 Prozent). Hierzu gehören sowohl Menschen, die schon länger im Agenturbezirk leben, als auch neu hinzugekommene Flüchtlinge. 918 Flüchtlinge, die als Asylbewerber nach Deutschland gekommen sind und sich im Agenturbezirk um Arbeit oder Ausbildung bemühen, waren im April bei Agenturen und Jobcentern arbeitslos gemeldet. Weitere 1696 befanden sich in Integrationskursen, Qualifizierungsmaßnahmen oder waren erwerbstätig und gleichzeitig arbeitssuchend gemeldet. Anerkannte Schutzberechtigte werden von Jobcentern betreut und Asylbewerber und Geduldete von Arbeitsagenturen.

Freie Stellen

Im April wurden 1143 neue Arbeitsstellen gemeldet, 223 weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Stellenbestand insgesamt stieg binnen Jahresfrist um 590 auf jetzt 6237.

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung, für den die Arbeitsagentur verantwortlich zeichnet, sank der Bestand an gemeldeten Arbeitslosen im Vergleich zum März um 36 auf nunmehr 5142 Personen. Im Vorjahresvergleich waren es 297 Menschen weniger. In der Grundsicherung – verantwortlich hierfür sind das Jobcenter der Stadt Osnabrück sowie das Jobcenter Maßarbeit des Landkreises – umfasste die Arbeitslosenzahl 8073 Personen, 47 mehr als im Vormonat, 258 weniger als im April 2017.

Jugendarbeitslosigkeit/Ausbildungsmarkt

Im April waren im Agenturbezirk 1158 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet, somit 66 Personen beziehungsweise 5,4 Prozent weniger als im März, aber 34 mehr als im April 2017 (plus 3,0 Prozent). Die Jugendarbeitslosenquote (bis unter 25 Jahre) betrug 3,3 Prozent, im vorigen April hatte sie auf dem gleichen Niveau gelegen. Auf dem Ausbildungsmarkt hatten sich im Agenturbezirk seit Beginn des Berichtsjahres 2959 Ausbildungssuchende gemeldet – ein Rückgang um 284 Personen im Vorjahresvergleich. Zeitgleich stieg die Zahl gemeldeter Ausbildungsstellen um 626 auf 4366. Von diesen sind zu diesem Zeitpunkt 2635 noch unbesetzt, 370 Plätze mehr als im Vorjahr. Die Zahl der als unversorgt geltenden Bewerber hingegen reduzierte sich – um 101 auf 1408.

Die Fluktuation am Arbeitsmarkt lässt sich an den Zahlen zu Arbeitslos(ab)meldungen verdeutlichen. Im April nahmen Agentur und die Jobcenter in Stadt und Landkreis 3276 Arbeitslosmeldungen auf (305 weniger als im Vorjahreszeitraum) und registrierten 3248 Abmeldungen (621 weniger als im April 2017). Es meldeten sich 1281 zuvor erwerbstätige Menschen arbeitslos, 13 weniger als vor einem Jahr. Durch die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit konnten in diesem Monat 1146 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden, ein Rückgang um 180 im Vergleich zum Vorjahr sowie um 150 gegenüber dem März.

Stadt und Landkreis Osnabrück

In der Stadt Osnabrück wurden 6774 arbeitslose Menschen gezählt, 124 weniger als vor einem Jahr – aktuell eine Arbeitslosenquote von 7,3 Prozent (April 2017: 7,6 Prozent). 1945 Personen waren bei der Arbeitsagentur in der Stadt Osnabrück arbeitslos gemeldet, ein Rückgang um 64 Menschen gegenüber dem Vorjahr. Beim Jobcenter Osnabrück waren 4829 Personen als arbeitslos registriert – ein Minus von 60 Menschen im Vergleich zum April 2017.

Im Landkreis blieb die Arbeitslosenquote mit 3,2 Prozent um 0,3 Prozentpunkte unter dem Vorjahresniveau. So waren 6441 Menschen ohne Arbeit und damit insgesamt 431 weniger als im April des Vorjahrs. 3197 Arbeitslose (233 weniger als im April 2017) zählte die Arbeitsagentur, hinzu kamen 3244 Personen beim Jobcenter des Landkreises (Maßarbeit) – ein Rückgang um 198 Personen gegenüber dem Vorjahresmonat. „Die Langzeitarbeitslosigkeit im Landkreis stagnierte im April auf sehr niedrigem Niveau“, so Maßarbeit-Vorstand Siegfried Averhage. Erfreulich sei jedoch, dass gleichzeitig die Anzahl der Bedarfsgemeinschaften, also die Zahl der Familien und Lebensgemeinschaften, die auf sogenannte Harzt-IV-Leistungen angewiesen sind, leicht gesunken sei.

Langzeitarbeitslosigkeit

Exakt 4895 Personen zählten im April zu der Gruppe der Langzeitarbeitslosen, ein Rückgang um 55 Männer und Frauen im Vorjahresvergleich. Im Bereich der Arbeitslosenversicherung umfasste die Gruppe insgesamt 664 Personen (2017: 662), in der Grundsicherung waren es 4231 Menschen (2017: 4288). Der Anteil der Langzeitarbeitslosen an der Gesamtzahl Arbeitsloser im Agenturbezirk stieg im Jahresvergleich: Waren im April 2017 „nur“ 35,9 Prozent aller Arbeitslosen langzeitarbeitslos, galt dies im April 2018 bereits für 37,0 Prozent.


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