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12. Osnabrücker Sommermahlzeit Denkmal für Marlene Dietrich in Osnabrück gefordert

Von Stefanie Preuin, Stefanie Preuin | 11.06.2016, 20:09 Uhr

150 Frauen aus Politik, Wirtschaft, Ehrenamt und Gesellschaft trafen sich bei der 12. Osnabrücker Sommermahlzeit vom Verkehrsverein Stadt und Land Osnabrück (VVO) am Freitagabend im Steigenberger Hotel Remarque. Organisatorin Mechthild Möllenkamp forderte, dass Marlene Dietrich ein Denkmal in Osnabrück bekommt.

Bei der Sommermahlzeit wurde keine schmutzige Wäsche gewaschen, wie es sich bei einer Affäre vermuten ließe. Viel mehr stand das Thema „Marlene Dietrich und Osnabrück“ im Mittelpunkt. Das Bindeglied stellte der Osnabrücker Schriftsteller Erich Maria Remarque dar, der die Liaison zu Marlene Dietrich in Gedichten und Briefen verarbeitete. Die „Madonna meines Blutes“, so nannte Remarque sie in einem Liebesbrief, zog sich wie ein roter Faden durch den Abend. „Zusammen mit Maria-Elisabeth Griesert habe ich nach einem Thema mit einem Bezug zu Osnabrück gesucht. Marlene Dietrich spricht die Frauen an“, erzählte Organisatorin Mechthild Möllenkamp.

( Weiterlesen: 11. Sommermahlzeit des Verkehrsvereins Osnabrück )

Mit einer kleinen Gruppe startete die 1. Sommermahlzeit im Jahr 2005. Im Laufe der Zeit zog die Veranstaltung immer mehr Frauen an. In diesem Jahr gab Maria Feldkamp die Organisation an Unternehmerin Möllenkamp ab. „Es ist gut, dass die Sommermahlzeit nun aus einer anderen Feder kommt. Das bringt frischen Wind und neue Themen“, sagte Maria Feldkamp.

„Marlene Dietrich überstrahlt alles“

Bevor die Frauen zum traditionellen Abendessen übergingen – serviert wurde Spargelsalat mit Graved-Lachs, Spangenspargel mit Sauce Hollandaise, Putenbrust und Butterkartoffeln, Rote Grütze mit Erdbeeren und Vanilleeis – führte Möllenkamp in das Thema ein. Sie startete eine Traumreise in einen Ballsaal mit prunkvollem Interieur. Und einem besonderem Gast: Marlene Dietrich. „Dieser Mensch zieht ohne etwas zu tun, alle Aufmerksamkeit auf sich. Er überstrahlt alles“, erzählte Möllenkamp.

Denkmal für Marlene Dietrich in Osnabrück?

Solle man in diesem Land, in dem es selbst ein Denkmal für den Lieblingsdackel von Kaiser Wilhelm gibt, nicht endlich auch eines für Marlene Dietrich errichten — vielleicht in Osnabrück?, so Möllenkamp. Im Jahr 1937 traf Marlene Dietrich auf Erich Maria Remarque, die Begegnung hielt sie in ihrem Memoiren fest.

Liaison wurde Drama für Remarque

Die Liaison, die sich zunächst „wunderbar leicht“ anfühlte, wurde ein Drama für Remarque. Er verarbeitete die Affäre in Liebesbriefen. Auszüge aus den Briefen trugen anschließend die stellvertretende Landrätin Susanne Breiwe, die Frau des Osnabrücker Oberbürgermeisters, Maria-Elisabeth Griesert, die Geschäftsführerin des Magazins „Schlossallee“, Barbara Rottwinkel-Kröber, Sonja Graf und Anna Rethschulte vor und entführten in die Sehnsüchte Remarques.

Das abwechslungsreiche Programm und die Spargelmahlzeit waren bei der 12. Osnabrücker Sommermahlzeit ebenso Anziehungspunkt, wie die Geselligkeit und das „Netzwerken für Fortgeschrittene“.