Bürgerforum: Anwohner im Stress Schöner wohnen oder besser parken in Osnabrück?

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Die Johann-Domann-Straße: Hier sollen auf einem Parkplatz Wohnungen gebaut werden – was nicht allen Nachbarn gefällt. Archivfoto: David EbenerDie Johann-Domann-Straße: Hier sollen auf einem Parkplatz Wohnungen gebaut werden – was nicht allen Nachbarn gefällt. Archivfoto: David Ebener

Osnabrück. Stress entlang der Straßen: Das Bürgerforum für die Stadtteile Kalkhügel und Wüste beschäftigte sich geplagten Anwohnern.

Der Eindruck trügt. Wer von der Martinistraße aus in die Schreberstraße abbiegt, fährt zunächst über eine üppig angelegte Straße, die sich dann aber verengt und in die Idylle führt. Weiter geradeaus geht es entlang des Wüstensees nur noch mit dem Fahrrad und zu Fuß. Dort ragen am Wegesrand ein paar Kanalschächte in die Höhe.

Die aufgegebene „Wüstenautobahn“

Des Rätsels Lösung: Hier ist einer der Baupläne aus den 1970-er Jahren nicht aufgegangen – worüber sich viele Anwohner freuen dürften, denn sonst hätten sie an einer „Wüstenautobahn“ gelebt: Als solche wurde die geplante „mittlere Verbindung Süd“ oft bezeichnet. Stadtbaurat Frank Otte berichtete nun, dass die Stadt an dem Ziel arbeitet, die Schreberstraße zur Martinistraße hin „auf ein Maß zurückzubauen, das die Straße braucht“. Derzeit seien manche Grundstückseigentümer nicht an Veränderungen interessiert.

Die Schreberstraße und das Provisorium

Anwohner ärgern sich über das Provisorium vor allem zwischen der üppigen Kreuzung und der Weidenstraße ohne Bürgersteig, ohne Radweg, aber mit Schotter. Vor allem an Wochenenden, wenn vor dem Lebensmittelmarkt viel los ist, kommt es offenbar zu chaotischen Szenen. Manche ärgern sich auch über Lieferanten und über einen Handel mit Autos. Wie die Verwaltung mitteilte, hat sie die Situation im Blick. Bisher hat sie festgestellt, dass der Lebensmittelhändler über die erforderlichen Parkplätze verfügt und der Autohändler sein Geschäft nicht auf seinem Grundstück betreibt. Im Bürgerforum offenbarte sich außerdem ein Nachbarschaftskonflikt, den Bürgermeisterin Birgit Strangmann und der Stadtbaurat während der Sitzung nicht weiter eskalieren lassen wollten.

Platz für Autos an der Schlosswallhalle?

Anwohner der vorderen Wüste wünschen sich angesichts der vielen Autos an den Straßen, dass Anwohner den Parkplatz der Schlosswallhalle nutzen können. Die Verwaltung will diese Möglichkeit prüfen. Die von der OPG bewirtschafteten Plätze würden dann aber kostenpflichtig sein. Das Bewohnerparken werde in der vorderen Wüste nicht eingeführt, berichtete der Fachbereich Städtebau, denn die Mehrheit der Befragten habe sich dagegen ausgesprochen.

Berufsschüler auf der Suche nach Parkplätzen

Parken oder wohnen? Die Nachbarn der Berufsschule an der Brinkstraße sind seit Jahren genervt: Offenbar sind es vor allem Schüler aus dem Landkreis, die kurz vor Unterrichtsbeginn auf der Suche nach Parkplätzen sind. Dass die Stadt nun auf einem Parkplatz an der Johann-Domann-Straße ein Wohnhaus plant, sieht ein geplagter Anwohner aus dem Mädchenviertel als gebrochenes Versprechen: Die Parkplätze auf dem Arial der früheren General-Martini-Kaserne hätten doch die Anwohner entlasten sollen. Das sieht eine Anwohnerin anders: Es sei absurd, Plätze für Autos bereitzuhalten statt für Wohnungen. Immerhin seien viele junge Familien auf der Suche.

„An der Moorweide“ statt Carl-Diem-Straße?

Ein neuer Straßenname für die Wüste: Demnächst entscheidet der Rat darüber, ob die jetzige Carl-Diem-Straße künftig „An der Moorweide“ heißen wird. 33 Anwohner hatten sich den Namen gewünscht. Dann würde die Straße nicht mehr den historisch belasteten Namen tragen.


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