Kunst aus sieben Nationen BBK-Kunstquartier präsentiert Arbeiten im DIN-A4-Format

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Osnabrück. Mehr als 150 Künstler bewarben sich für eine Ausstellung im BBK-Kunstquartier, die am Freitagabend eröffnet wird. Gezeigt werden Arbeiten im DIN-A4-Format, bei denen verschiedenste Techniken eingesetzt wurden.

Mit einer so großen Resonanz hatte der Osnabrücker BBK sicherlich nicht gerechnet: Mehr als 150 Künstler aus sieben Nationen bewarben sich mit 500 Arbeiten für eine Ausstellung in Osnabrück, in der Kunst im DIN-A4-Format den Ton angeben sollte. Nachdem der Vorstand des hiesigen Bundes Bildender Künstler (BBK) aus den vielfältigen Einreichungen eine Auswahl getroffen hat, kann man das Resultat der Bewertung jetzt unter dem Motto „DIN A4 – Everything Art“ im Kunstquartier begutachten.

Feine blaue Spuren

Wer wissen möchte, was einem großen Briefumschlag während seiner Reise von Tokio nach Osnabrück passiert ist, der sollte einen Blick auf das fast weiße Stück Papier werfen, das in der Galerie aufgehängt wurde. Tetsushi Higashino hatte nämlich die Idee, das weiße Blatt zusammen mit einem Bogen Blaupauspapier in einen Umschlag zu stecken und per Luftpost zu versenden. Jetzt haben Förderbänder, Stempelmaschinen und andere physischen Einflüsse, denen der Brief ausgesetzt war, feine blaue Spuren hinterlassen. Aber dieses prozessartige, dem Zufall überlassene Kunstobjekt ist nicht das einzige spektakuläre, das von der Jury ausgewählt wurde.

Der Funktion enthoben

Den Slogan „Schwerter zu Pflugscharen“ machte sich ein Teilnehmer zum Motto, als er die verletzungsverursachenden Spitzen von Nato-Draht platt klopfte und in einer serielle Ordnung versetzte, die, ihrer blutigen, abwehrenden Funktion enthoben, einen ästhetischen Reiz verspricht.

In einem voluminösen Paket steckte derweil ein gefalteter Zettel, auf dem geschrieben steht: „Das Format ist das Problem.“ Da die Verfasserin offenbar dreidimensionale Kunstobjekte herstellt, thematisierte sie ihre Meinung zum Format und schickte eine Art Käfig mit diversen Schläuchen ein, in dem besagter Zettel versteckt war. Darüber hinaus wurden mehrere Künstler ausgewählt, die sich von der Zweidimensionalität lösten und Objekte einsandten, die immerhin das Grundformat DIN A4 aufweisen.

Keine Beschränkungen

„Wir mussten uns ein wenig von dem starren Format verabschieden, da es sich dabei ja um eine „Deutsche Industrie-Norm“ handelt, die es in Amerika, Syrien oder Japan so gar nicht gibt“, erklärt Jens Raddatz vom BBK-Vorstand. Daher wurde nicht auf den Millimeter geguckt und dreidimensionale Objekte zugelassen. Auch bezüglich der Technik wurden keine Beschränkungen auferlegt: Ob Zeichnung, Collage, Malerei, Fotografie, Siebdruck oder Mischtechnik, alles wurde zugelassen. Wie ein Hängungsplan sieht derweil eine Arbeit aus, die ein Künstler aus Bulgarien eingeschickt hat: Auf dem Grundriss der Galerie wurde fiktiv Werke wie „Safety Ring“ oder „To bleach or not to bleach“ angeordnet.

Per Stimmkärtchen werden Besucher während der Ausstellungsdauer aufgefordert, ein Lieblingswerk auszuwählen. Der Gewinner des DIN-A4-Publikumspreises erhält 200 Euro.


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