Landgericht Osnabrück Autohäuser und Kunden um 500000 Euro geschädigt?

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Der Angeklagte soll Leasingnehmer im großen Stil geprellt haben. Foto: imago/blickwinkelDer Angeklagte soll Leasingnehmer im großen Stil geprellt haben. Foto: imago/blickwinkel

Osnabrück. Ein 44-jähriger Meppener verantwortet sich derzeit vor dem Landgericht. Der Mann wird beschuldigt, in 48 Fällen etwa Kundengelder unterschlagen und in Zahlung gegebene Gebrauchtwagen zum eigenen Gewinn verkauft zu haben. Durch die Straftaten soll der Angeklagte Bargeld und Fahrzeuge im Gesamtwert von rund 527000 Euro unberechtigt für sich vereinnahmt haben.

Geschehen sind die Taten laut Anklage im Zeitraum von Anfang 2015 bis Frühjahr 2016: Der Angeklagte arbeitete zu jener Zeit als Verkäufer in einem großen Osnabrücker Autohauses. In dieser Funktion hatte er auch mit Kunden zu tun, die ihre Leasingfahrzeuge aus unterschiedlichen Gründen an das Autohaus zurückgaben. Der Angeklagte sicherte manchen dieser Kunden zu, sich um die Formalia mit den Leasingbanken zu kümmern, lautet es in der umfangreichen Anklageschrift der Staatsanwaltschaft.

Ohne Rücksprache mit den Finanzinstituten, verkaufte der Autoverkäufer die Wagen günstig weiter. Nachfragen zum KFZ-Brief soll er stets gleichlautend beantwortet haben: Der Brief werde nachgeliefert.

Nicht nur aussteigerwillige Leasingkunden prellte der Angeklagtem, wie während der Anklageverlesung deutlich wurde – auch andere Autohäuser zog er über den Tisch. So kaufte er mehrmals im Namen seines Arbeitgebers Fahrzeuge und verkaufte diese zum Schnäppchenpreis an weitere Autohändler. Einmal soll es dem Angeklagten sogar gelungen sein, einen Wagen gleich zweimal zu verkaufen. Im ersten Fall sicherte er die Nachlieferung des KFZ-Briefes zu. Dem zweiten Kunden übergab er nach Barzahlung von 10000 Euro den KFZ-Brief und versprach die baldige Lieferung des Autos.

Offen ist nach dem Prozessauftakt, warum das angeklagte Betrugssystem über einen Zeitraum von 16 Monaten funktionieren konnte. Und: Laut dem vorsitzenden Richter soll der Angeklagte in der Vergangenheit schon einmal mit ähnlichen Fällen zu tun gehabt haben. Eine Einlassung kündigte der 44-Jährige über seinen Verteidiger erst für den nächsten Verhandlungstag an. Dann soll auch der Geschäftsführer des Autohauses in den Zeugenstand treten. Der Prozess wird am 3. Mai vor dem Landgericht fortgesetzt.


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