Hartgesottene „Gänseblümchen“ Dead Daisies und New Roses rocken den Rosenhof

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OSNABRÜCK. Kein Feuerwerk, aber ein grundsolides Lodern: Zu einer schnörkellosen Huldigung des klassischen „Old School“-Rock geriet der Auftritt der amerikanischen „Allstar“-Formation Dead Daisies im Rosenhof.

Erdig scheppernde Rhythmen, jaulende Gitarren und Refrains zum Mitgrölen sind die Ingredenzien, aus denen handwerklich gut gemachter Hardrock gemacht ist. Bevor im Rosenhof die fünf gar nicht mal so toten und gar nicht mal so zarten, sondern vielmehr hartgesottenen „Gänseblümchen“ aufblühten, bewiesen in deren musikalischem Vorgarten die vier „New Roses“ aus dem Rheingau, dass auch sie es beherrschen, genau diese Mischung perfekt anzurühren. Nicht nur mit dem gleichlautenden Titelsong ihres aktuellen Albums gaben sie dem Biker-affinen Publikum „One More For The Road“. Einmal sang Frontmann Timmy Rough auch aus eigener Erfahrung: „Life ain´t easy for a Boy with Long Hair“. Dass dies an diesem Mittwochabend im gut gefüllten Rosenhof nicht gelten sollte, machten dann die Dead Daisies deutlich, die nicht nur mit ihrem programmatischen Aufruf „Make Some Noise“ oder der aktuellen Single „Rise Up“ den geeigneten Soundtrack zum selbstbewussten Headbanging lieferten.

Jeder ein Star für sich

Dem konventionellen Hardrock wurde gefrönt mit allem, was dazu gehört: Gitarrist Doug Aldrich lieferte sich krachende Saitenduelle mit David Lowy, der die „Daisies“ vor einem halben Dutzend Jahren in Australien gegründet hat und als einziger von der Urbesetzung übriggeblieben ist.  Der charismatische Ex-Thin Lizzy- und Whitesnake-Bassist Marco Mendoza leistete viersaitig ganze Arbeit und der ehemalige Journey-Drummer Deen Castronovo überzeugte als „frischester“ Spross der Daisies auf ganzer Linie. Und jeder einzelne kam natürlich zu seinem Solo-Recht.

 

Die von der Band lieber als „Freunde“ oder Mitglieder der „Familie“ bezeichneten Fans im Publikum schlugen brav die Hände über den Köpfen zusammen und ließen sich von Sänger und Frontmann John Corabi, der mit seiner Reibeisen-Stimme in den Neunzigerjahren schon bei Mötley Crüe diente, zum Mitsingen animieren. So richtig zünden überspringen mochte der Funke allerdings nicht. Trotz aller kollektiven „Yeahs“ etwa zu „Dead and Gone“ konnte nach rund eineinhalb Stunden kaum davon die Rede sein, dass die Dead Daisies den Laden mit den Songs aus ihrem neuen Album „Burn It Down“ abgebrannt hätten. So schien es kein Zufall, dass am Ende Coverversionen für die Höhepunkte sorgten, darunter Alex Harveys „Midnight Moses“ und mit „Bitch“ eine „dreckige“ Hommage an die Rolling Stones – folgerichtig nachdem Corabi mit „All The Same“ seine Unfähigkeit besang, eine „normale“ Frau zu finden.


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