Abstrus und überraschend Satiriker Horst Evers liest im Osnabrücker Theater

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„Meister des Absurden im Alltäglichen“ wird Horst Evers genannt, der in Osnabrück und Lingen liest. Foto: Anja Limbrunner„Meister des Absurden im Alltäglichen“ wird Horst Evers genannt, der in Osnabrück und Lingen liest. Foto: Anja Limbrunner

Osnabrück/Lingen. Horst Evers ist ein begnadeter Satiriker. Sein neuestes Buch „Der kategorische Imperativ ist keine Stellung beim Sex“ stellt er bei seiner Lesung am Donnerstag, 3. Mai, im Theater am Domhof in Osnabrück vor. Zwei Tage später gastiert Evers im Theater an der Wilhelmshöhe in Lingen.

Als „Meister des Absurden im Alltäglichen“ wurde er 2008 von der Jury des Deutschen Kleinkunstpreises bezeichnet, als ihm eben jener Preis verliehen wurde. Allein an Buchtiteln wie „Die Welt ist nicht immer Freitag“, „Für Eile fehlt mir die Zeit“ oder „Der kategorische Imperativ ist keine Stellung beim Sex“ ist im Grunde schon abzulesen, wohin die Reise geht.

Horst Evers, der eigentlich Gerd Winter heißt und 1967 in Diepholz, genauer gesagt in den Gebiet Evershorst geboren wurde, versteht es wie keiner anderer, Situationen herauf zu beschwören, die unvermeidlich in hochnotpeinlichen und extrem komischen Konstellationen enden. So beschreibt er in einer Geschichte, wie er von seiner Tochter den Auftrag bekommt, für sie Unterwäsche zu kaufen. Da er aber unsicher ist, welche es genau sein soll, steht er in der Dessous-Abteilung eines Kaufhauses und macht Fotos von Damen-Slips, die er der Tochter zur Ansicht schicken will. Wie wirkt wohl ein untersetzter, kahlköpfiger Mann, der Frauenunterwäsche in einem Geschäft fotografiert? Und trägt der Satz „Es ist nicht das, wonach es aussieht“ wirklich zur Klärung der peinlichen Situation bei?

„Im Abstrusen lauert das Unerwartete, die Überraschung. Und Überraschung ist etwas, was niemals langweilt“, sagte Evers in einem Interview mit dieser Zeitung. Langweilig sind die Geschichten des Satirikers nie. Im Gegenteil: Sie strotzen vor absurder Komik, unerwarteten Momenten und Geschichten, die man sich eigentlich nicht ausdenken kann.

Bei der Findung seiner Erzählungen schaut der Autor in sich selbst beziehungsweise in den Spiegel. „Der Ich-Erzähler und der Autor sind schon in etwa ein und dieselbe Person“, sagte er in dem Interview. Da können die Lesungen in Osnabrück und Lingen ja nur abstrus und überraschend sein.

Horst Evers, Theater, Osnabrück, Do., 3. 5.; Theater an der Wilhelmshöhe, Lingen, Sa., 5. 5., je 20 Uhr, Eintritt: 22,40 bis 30 Euro, Tickets erhältlich in den Geschäftsstellen der Tageszeitung, www.deinticket.de oder unter Kartentelefon: 0541/7607780.







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