Geldanlage in der ServiceZeit Persönliche Anlagestrategien in schwierigen Zeiten

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Osnabrück. Am Mittwochabend war Nicole Lamping von der Verbraucherzentrale im Rahmen der ServiceZeit im Medienhaus zu Gast. In ihrem Vortrag stellte die Finanzexpertin Anlageformen und den Aufbau einer individuellen Strategie zum Vermögensaufbau vor.

„Lassen Sie uns über Geld reden“, eröffnete Nicole Lamping, Finanzberaterin der Verbraucherzentrale Niedersachsen, am Mittwochabend ihren Vortrag zum Thema „Geldanlage ganz konkret – Aktuelle Strategien“ im Medienhaus der NOZ. Im Rahmen der der Veranstaltungsreihe ServiceZeit war sie nach Osnabrück gekommen, um Tipps für den Aufbau und die Umsetzung einer individuellen Anlagestrategie zu geben. „Es ist viel Geld unterwegs“, stellte Lamping gleich zu Beginn fest. Viele Deutsche sparen und suchen nun nach passenden Anlageformen. Dabei seien die Möglichkeiten vielfältig, die Risiken aufgrund der allgemeinen politischen und wirtschaftlichen Lage aber auch größer geworden.

Grundlage einer jeden Anlagestrategie sei es, dass man sich um sein Geld kümmere. Lamping rät dabei zu einigen einfachen Schritten. Zunächst einmal solle der Anleger regelmäßig eine Bilanz erstellen. Dadurch verschaffe er sich stets einen aktuellen Überblick über seine Anlagen und die verschiedenen Bereiche, in denen er tätig ist. Dazu gehöre auch die Risikobewertung der Anlageformen. Diese könne sich ebenso wie die Lebenssituation ändern. „Fragen Sie sich immer wieder: Passt das noch?“, rät die Expertin. Dazu sollte man sich allerdings im Klaren sein, wie es mit der eigenen Risikotragfähigkeit, also der individuellen Möglichkeit, eventuelle Verluste verkraften zu können, und der Risikobereitschaft bestellt ist. „Überlegen Sie sich, ab wann Sie nicht mehr gut schlafen können“, ist hier Lampings ganz einfacher Tipp.

Persönliche Ziele

Als nächstes geht es um die Strategie: „Benennen Sie ihre persönlichen Ziele!“, nennt Lamping das. Beispiele seien ein fester monatlicher Gewinn im Alter, Entschuldung der Immobilie oder ähnliches. Jedoch müsse man immer ehrlich mit sich sein.

In der Folge müsse sich jeder Anleger mit dem „magischen Dreieck“ der Geldanlage auseinandersetzen: Sicherheit, Rendite und Flexibilität. In eine gute Strategie gehören für Lamping alle drei Bereiche. Tagesgeld beispielsweise bringe nur wenig Rendite, sei aber jederzeit verfügbar und daher eine gute Liquiditätsabsicherung. „Drei bis fünf Nettogehälter sollten flexibel angelegt sein“, so Lamping. Festverzinsliche Anlage wie Festgeld hingegen brächten Sicherheit, seien aber weniger flexibel und hätten auch keine allzu hohe Rendite. Die wiederum sei derzeit beispielsweise bei Aktien und Aktienfonds gegeben, jedoch drohe hier ein deutlich höheres Verlustrisiko. Zudem müsse man hier darauf achten, dass Gebühren und Kosten nicht den Gewinn schmälern. „Kosten sind der Renditekiller schlechthin“, erinnerte die Finanzberaterin.

Unattraktive Sparbücher

Um von den Gewinnchancen am Aktienmarkt zu profitieren setzen viele Anleger auf Fonds. Neben den ETFs, die sich an den großen Indizes orientieren gibt es auch Branchen-Fonds, die auf Werte eines speziellen Bereichs setzen oder gemanagte Fonds. Diese sind sehr viel schwieriger als die indexbasierten. Hier müsse sich der Anleger darüber informieren, wie der Manager arbeite. „Was habe ich im Depot?“ sei die Frage. Und außerdem drohe das Verlustrisiko.

Anlagetipps: Mehr auf noz.de/Finanztipp

Das Sparbuch auf der anderen Seite sei allerdings laut Lamping kaum mehr attraktiv: „Für Zinssparer kommt es 2018 knüppeldick. Das Guthabenproblem wird zur Guthabenkrise.“ Hier drohen Negativzinsen auch für Privatanleger. Dies sei ein Grund, warum in den letzten Jahren Immobilien im privaten Bereich interessant geworden seien. Neben der selbstgenutzten Immobilie investieren auch Privatanleger in Wohnungen und Immobilienfonds um von den niedrigen Bauzinsen und den guten Renditen zu profitieren. Hier drohe in einigen Städten jedoch bereits eine Immobilienblase, mahnt Lamping zur Vorsicht. Gerade bei hohen Preisen müsse man aufpassen. Das 12fache der Jahreskaltmiete sollte der Kaufpreis nur in seltenen Situationen übersteigen. Zu anderen Wertanlagen wie Silber oder Gold rät nur im Rahmen der Absicherung. Rendite sei hier nur schwer zu erwirtschaften und der Kurs zu schwankend. Für Krisenfälle biete gerade Gold jedoch eine leicht transportable und fast weltweit einsetzbare Finanzreserve.


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