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27.04.2018, 06:00 Uhr STADT UND LANDKREIS PROFITIEREN

Zug um Zug zu einer Regiotram für Osnabrück

Von Sebastian Stricker


In Bielefeld möchte niemand die Stadtbahn missen. Sie bringt Jahr für Jahr zig Millionen Menschen dazu, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen. Foto: moBiel/Veit MetteIn Bielefeld möchte niemand die Stadtbahn missen. Sie bringt Jahr für Jahr zig Millionen Menschen dazu, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen. Foto: moBiel/Veit Mette

Osnabrück. Elektrifizierte und beschleunigte Busse in Osnabrück sind ein guter Anfang, um Verkehrs- und Umweltproblemen zu begegnen. Aber der Weisheit letzter Schluss ist das nicht unbedingt. Es könnte sich lohnen, einmal offen und ehrlich über den schrittweisen Aufbau einer Regiotram zu reden, wie es die Stadtbahninitiative fordert.

Fakt ist: Ein solches schienengebundenes Transportmittel genießt eine deutlich höhere Akzeptanz bei Fahrgästen als ein Bus. Das zeigt sich überall dort, wo eine Stadtbahn im Einsatz ist. Da beträgt der ÖPNV-Anteil am Verkehrsmix nicht wie in Osnabrück kümmerliche acht Prozent, sondern in der Regel das Doppelte und Dreifache – entlang der Schienenkorridore sogar noch mehr.

Ferner gilt eine Bahn als weicher Standortfaktor, das heißt: Sie wirkt sich positiv auf die Ansiedlung von Gewerbe und Industrie aus, lockt damit auch Fachkräfte und ihre Familien an. Eine Stadtbahn, die perspektivisch auch das Umland bedient, würde noch mehr Menschen dazu bringen, auf ihr Auto zu verzichten – für Wege zur Arbeit, zum Einkaufen, zur Freizeitgestaltung.

In Osnabrück pendeln laut Stadtbahninitiative täglich mehr als 70.000 Berufstätige ein und aus. Die meisten kommen aus den angrenzenden Gemeinden, wo das Busangebot oft dürftig ist, oder wollen dorthin. Hinzu kommen Zehntausende Schüler und Studenten, ebenfalls potenzielle Stadtbahn-Fahrgäste. Ein hoher Nutzen schiene dem Projekt also sicher. Und die Kosten? Wären bei optimaler Förderung möglicherweise zu stemmen. Außerdem müssten sie ja nicht zwangsläufig von der Stadt allein geschultert werden. Der Landkreis Osnabrück als weiterer Profiteur könnte sich gut daran beteiligen.


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