Streit um 900.000-Euro-Pferd Erfolg für Kasselmann auch in zweiter Instanz

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Prozess um die spätere Lahmheit des 900.000-Euro-Pferds vom Hof Kasselmann: Nach der Berufung der Klägerin hat das Oberlandesgericht Oldenburg das Urteil des Landgerichts Osnabrück bestätigt und die Klage abgewiesen. Für den Tierarzt, der die Ankaufsuntersuchung durchgeführt hatte, ist das Verfahren aber noch nicht abgeschlossen. Eine Beweisaufnahme soll noch folgen. Symbolfoto: David EbenerProzess um die spätere Lahmheit des 900.000-Euro-Pferds vom Hof Kasselmann: Nach der Berufung der Klägerin hat das Oberlandesgericht Oldenburg das Urteil des Landgerichts Osnabrück bestätigt und die Klage abgewiesen. Für den Tierarzt, der die Ankaufsuntersuchung durchgeführt hatte, ist das Verfahren aber noch nicht abgeschlossen. Eine Beweisaufnahme soll noch folgen. Symbolfoto: David Ebener

Osnabrück/Oldenburg. Erfolg für den Hagener Züchter Kasselmann auch in zweiter Instanz: Nach der Berufung der Klägerin um die spätere Lahmheit des 900000-Euro-Pferds vom Hof Kasselmann hat das Oberlandesgericht (OLG) Oldenburg das Urteil des Landgerichts Osnabrück bestätigt und die Klage abgewiesen.

Das Landgericht hatte bereits im September 2017 die Klage um das Dressurpferd „Londontown S“ abgewiesen, doch die Schweizer Klägerin war daraufhin in Berufung gegangen. „Das OLG Oldenburg hat die Berufung am Dienstag in einem Teilurteil zurückgewiesen“, sagte OLG-Sprecherin Bettina von Teichman und Logischen auf Anfrage unserer Redaktion. Revision sei nicht zugelassen worden. Allerdings könne die Klägerin noch Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesgerichtshof (BGH) einlegen. Die Klägerin prüft diese Option derzeit noch.

Muss der Tierarzt eine Million Euro bezahlen?

Nach Angaben des Rechtsanwalts der Schweizer Klägerin, Martin Kramer, hat der Senat entschieden, dass das Verfahren für den Tierarzt, der die Ankaufsuntersuchung durchgeführt hatte, noch nicht abgeschlossen ist. Eine Beweisaufnahme soll noch folgen. Darin müssen die Zeugen laut Kramer nachweisen, dass der Tierarzt die Schweizerin über alle bei der Ankaufsuntersuchung vorliegenden Befunde informiert hat, da darüber keine ausreichenden schriftlichen Dokumentationen vorlägen. „Das kann dazu führen, dass der Tierarzt den Kaufpreis sowie alle danach folgenden Kosten zu tragen hat. Wir reden hier über rund eine Million Euro“, erläuterte Kramer. Die Klägerin wirft dem Tierarzt vor, wesentliche Gesichtspunkte bei der Ankaufsuntersuchung übersehen zu haben oder die Ergebnisse der Untersuchung nicht vollständig offengelegt zu haben.

Klägerin konnte Nachweis laut Gericht nicht liefern

Das Landgericht war nach dem Gutachten einer Sachverständigen der Auffassung, dass die Klägerin nicht nachweisen konnte, dass die Ursachen für die Lahmheit des Pferdes, die ein Jahr nach dem Ankauf nachgewiesen wurde, bereits beim Ankauf vorlagen. Die Schweizerin, die davon geträumt, mit „Londontown S“ auf Grand-Prix-Ebene, also auf höchstem internationalen Niveau, zu reiten, hatte dem Hof Kasselmann vorgeworfen, sie über den Zustand des Pferdes zum Zeitpunkt des Ankaufs getäuscht zu haben und daher die Rückabwicklung des Kaufvertrages gefordert. Somit hatte sie die 750.000 Euro, die sie netto für das Dressurpferd bezahlt hatte, und fast 50000 Euro für weitere Kosten wie Pflege, Transport, Unterhaltung und Heilbehandlung zurückgefordert. Insgesamt hatte die Reiterin 892.500 Euro für das Pferd bezahlt.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN