Baldiger Nachwuchs erwartet Zoo Osnabrück hat neues Orang-Utan-Pärchen

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Neue Zoo-Bewohner: Orang-Utan-Pärchen Damai (links) und Dayang leben nun am Schölerberg zusammen. Foto: Zoo Osnabrück/Svenja VortmannNeue Zoo-Bewohner: Orang-Utan-Pärchen Damai (links) und Dayang leben nun am Schölerberg zusammen. Foto: Zoo Osnabrück/Svenja Vortmann 

Osnabrück. Der Zoo Osnabrück hat ein neues Orang-Utan-Paar: Männchen Damai und Weibchen Dayang wurden gestern offiziell vorgestellt. Der Zoo hofft nun, dass es möglichst bald Nachwuchs gibt. Es wäre ein Beitrag zur Erhaltung der bedrohten Art.

Selbst Früchtetee und Gemüse konnten ihn zunächst nicht locken. Als sich die Luke öffnete sich, war es Weibchen Dayang, die ins Gehege ging und sich den versammelten Pressevertretern präsentierte. Männchen Damai stand in der Luke und wartete ab. Er beobachtete die Beobachter.

Dabei kannte Dayang das Gehege noch weniger gut als Damai. Das 12-jährige Weibchen kam erst vergangene Woche aus dem niederländischen Apeldoorn nach Osnabrück. Der 14-jährige Damai lebt hier aber schon seit November 2017 und war vorher im ungarischen Sóstó.

„Als wir Dayang und Damai das erste Mal im Innengehege zusammengelassen haben, ist Damai ruhig auf das Weibchen zugegangen“, berichtete Biologe Tobias Klumpe. „Sie haben behutsam Kontakt ausgetauscht, sich an den Händen gehalten, im Gesicht und mit den Lippen berührt.“ Der wissenschaftliche Kurator im Zoo ist zufrieden mit den ersten Annäherungen der beiden Borneo Orang-Utans.

Gegenseitiger Kontakt gesucht

„Die beiden sind definitiv aneinander interessiert und suchen den gegenseitigen Kontakt“, sagte Tierpfleger Dirk Wieferich. Damai und Dayang gehen respektvoll miteinander um. Dayang setzt sich sogar schon mit dem Rücken zu Damai gewandt hin.“ Das zeuge von großem Vertrauen.

Damai übernehme bereits die Rolle des dominanten Männchens, sagte Wieferich. „Er ist ein bisschen stur und macht nur das, was er will.“ Dayang sei dagegen die sensiblere und zurückhaltendere der beiden.

Der Zoo hofft, dass es bald Nachwuchs gibt. Momentan bekommt Dayang noch die Anti-Baby-Pille, sie soll aber im Laufe des Jahres abgesetzt werden. Zur Paarung sei es schon mehrmals gekommen. Es könnte also sein, dass es bereits im kommenden Jahr die ersten Orang-Utan-Babys gibt.

Damit könne der Osnabrücker Zoo einen Beitrag zur Arterhaltung leisten, sagte Zoodirektor Michael Böer. Er machte darauf aufmerksam, dass der Lebensraum der der Menschenaffen immer kleiner werde. Die Regenwälder von Sumatra oder Indonesien, wo viele Orang-Utans leben, werden abgeholzt, um Platz für Palmölplantagen zu machen. Zwischen 1950 und 2010 ist die Anzahl der in Wildbahn lebenden Borneo-Orang-Utans um 60 Prozent geschrumpft. „Wenn diese Entwicklung anhält, haben wir in 50 Jahren keine frei lebenden Orang-Utans mehr“, sagte Böer. Er forderte deshalb, bewusster einzukaufen und auf Produkte mit konventionell produziertem Palmöl zu verzichten. „Die Aufgabe von Zoos ist es, durch Nachzucht eine stabile Population unabhängig von der Entwicklung in der Wildbahn aufzubauen.“

Im Zoo Osnabrück leben nun vier Orang-Utans

Im Zoo leben nun vier Orang-Utans. 1971 wurde Buschi geboren, der erste Menschenaffe, der am Schölerberg zur Welt kam. Seine Mutter nahm ihn nicht an, weshalb er von Krankenschwestern des Kinderhospitals versorgt wurde. Weibchen Astrid wurde 1983 im Zoo Rotterdamm geboren. Seit 2007 lebt sie gemeinsam mit Buschi in Osnabrück. Bislang haben sie Damai und Dayang noch nicht kennen gelernt. Sie sollen sich zunächst über eine Gitterwand im Außenbereich beschnuppern können.

Der Koordinator des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) für Orang-Utans, der die wissenschaftliche Nachzucht in europäischen Zoos betreut, hatte den Zoo Osnabrück gebeten, Dayang und Damai aufzunehmen.


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