Frau am Sportplatz kollabiert Fehlender Schlüssel behindert Rettungseinsatz am Schölerberg

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Osnabrück. Am Osterwochenende hat ein Rettungseinsatz auf einem Sportplatz am Schölerberg für Aufregung gesorgt. Sanitäter aus dem Landkreis mussten eine kollabierte Frau mehrere Hundert Meter zum Krankenwagen tragen, weil sie keinen Zugriff auf den Osnabrücker Zentralschlüssel für Schranken haben.

Ostersamstag, Kreisliga Stadt. Auf dem Ascheplatz oberhalb der Hanns-Braun-Straße am Schölerberg tritt der SC Portugues gegen den Osnabrücker SC an. Es ist ein ganz normales Fußballspiel, bis eine Zuschauerin an der Seitenlinie kollabiert. Schnell wird ein Krankenwagen gerufen, der nach wenigen Minuten am Fuße des Schölerbergs eintrifft – genau genommen im Wendehammer der Hanns-Braun-Straße, von dem aus ein schmaler Schotterweg zum Ascheplatz führt. Diesen Weg müssen auch die Spieler nehmen, wenn sie von den Umkleiden am größeren Rasenplatz hinauf wollen zum Ascheplatz, der auch eine Flutlichtanlage besitzt.

Ersatzspieler leisten Hilfe

Vom Wendehammer laufen die Rettungssanitäter zu Fuß mit ihrer Ausrüstung auf den oberen Sportplatz. „Bei diesem Fußweg mussten ihnen aber bereits Ersatzspieler zu Hilfe eilen, weil der Transport der Trage und der sonstigen Ausrüstungsgegenstände auf dem holprigen und steilen Weg für die zwei Sanitäter nicht zu leisten gewesen wäre“, sagt Alfred Schroedter, der die Situation als Zuschauer miterlebt hat.

Abtransport über Waldweg

Schon auf dem Weg zum Sportplatz sei klar gewesen, dass die Frau nicht über den gleichen Weg zurück hätte transportiert werden können. Während sich eine Sanitäterin um die Versorgung der Zuschauerin kümmert, sucht der Fahrer des Einsatzwagens eine andere Zufahrt, derer gibt es zwei: Eine befindet sich am Betriebshof des Zoos, eine andere am Ende der Schölerbergstraße auf Höhe der Berufsbildenden Schulen. Letztere steuerte der Krankenwagen an, doch eine verschlossene Gatterschranke versperrt den Weg. Weil eine Vorbeifahrt nicht möglich ist und kein Schlüssel für das Schloss zur Verfügung steht, muss die kollabierte Zuschauerin schließlich über mehrere Hundert Meter mit der Trage vom Sportplatz über den Waldweg bis hin zur Schölerbergstraße getragen werden. Dabei helfen Ersatzspieler des OSC. Rund eine halbe Stunde nach der Alarmierung liegt die Frau schließlich im Rettungswagen und wird in ein Krankenhaus gebracht. Tage später verstirbt sie.

RTW kam vom Harderberg

Für Alfred Schroedter ist die Situation mit den versperrten Zufahrten eine Zumutung. „Dort können auch in Zukunft Unfälle oder ähnliche Situationen passieren. Eine Verbesserung der Zufahrt ist dringend erforderlich.“ Der Ascheplatz, wie die gesamte Anlage an der Hanns-Braun-Straße, gehört der Stadt Osnabrück, die auch die Schranken aufgestellt hat. Normalerweise ist die Zufahrt für Rettungsfahrzeuge kein Problem, weil Feuerwehr und Rettungsdienste aus der Stadt einen Generalschlüssel für alle Schranken besitzen. Nach Angaben von Stadtsprecher Sven Jürgensen ist der Rettungswagen am Ostersamstag jedoch vom nahen Harderberg zum Einsatzort gekommen – und damit aus dem Landkreis. Anders als ihre Stadtkollegen verfügen Rettungskräfte aus dem Kreis nicht über den Zentralschlüssel, obwohl auch sie regelmäßig zu Einsätzen jenseits der Kommunalgrenze gerufen werden.

Keine Verzögerungen

„Es hat bei der Versorgung der Frau keinerlei Verzögerungen gegeben“, betont Jürgensen. Die Sanitäter seien innerhalb weniger Minuten vor Ort gewesen. Lediglich der Abtransport der Frau habe sich verzögert, da sei die Patientin aber schon erstversorgt gewesen. Werden nach dem Vorfall am Schölerberg jetzt auch Rettungswagen aus dem Landkreis mit dem Schlüssel ausgestattet? „Das wären grundsätzliche Überlegungen, die nicht von jetzt auf gleich umgesetzt werden könnten“, so der Stadtsprecher.


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