Bettenauslastung 2017 bei 40,2 Prozent Noch ein Hotel in Osnabrück: Gibt es eine Obergrenze?

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Wie viele Hotelbetten verträgt Osnabrück? Foto: Archiv/Thomas OsterfeldWie viele Hotelbetten verträgt Osnabrück? Foto: Archiv/Thomas Osterfeld

Osnabrück. Und noch ein Hotel ist in Osnabrück geplant. Gibt es eigentlich eine Obergrenze? Die Antwort der Stadt lautet: Nein, der Markt regelt das. Da lohnt sich ein Blick auf die Auslastung der bereits existierenden Betten.

Die Daten erhebt das statistische Landesamt. Um fast 1000 ist die Zahl der Betten in Hotels und Pensionen seit 2009 in Osnabrück gestiegen – und die Auslastung wuchs mit. Im Jahr 2009 gab es 2306 Betten, die gerade mal zu 34,6 Prozent ausgelastet waren. 2017 standen im Schnitt bereits 3302 Betten bereit und waren zu 40,2 Prozent ausgelastet. Heißt: Das Angebot ist gewachsen, die Nachfrage auch. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer lag 2017 bei 1,6 Tagen.

Bett ist nicht gleich Zimmer

Allerdings sind alle Zahlen aus dieser Statistik mit Vorsicht zu genießen. Bett bedeutet darin nämlich nicht Zimmer. Ein Zimmer mit Doppelbett, das ein Geschäftsreisender alleine belegt, wird daher als zwei Betten gezählt. Und überhaupt werden nur Häuser mit mindestens zehn Betten erfasst. Daten über die tatsächliche Zimmerauslastung lägen für Osnabrück nicht vor, sagt Petra Rosenbach, Geschäftsführerin der Osnabrücker Marketing- und Tourismusgesellschaft (OMT) unserer Redaktion auf Anfrage.

Im Vergleich mit anderen Großstädten in Niedersachsen liegt Osnabrück bei der Bettenauslastung durchaus im Mittel. In Oldenburg lag die Auslastung der Betten 2017 bei 44,7 Prozent, in Hannover bei 45,6 und in Braunschweig bei 38,4 Prozent.

Anstieg um 25 Prozent bis 2020

Aber wo geht die Reise hin? 1496 Zimmer gibt es in Osnabrück derzeit, 369 weitere Zimmer kommen allein durch das im Bau befindliche Holiday Inn am Alando Palais (158 Zimmer) und die beiden geplanten Hotels am Neumarkt hinzu – das „Ninety-Nine“ anstelle des Sportarena-Hauses (131 Zimmer) und das Boutique-Hotel im geplanten Eckhaus vor H&M (80 Zimmer). Das macht einen Anstieg um 25 Prozent bis 2020. Und jetzt soll also noch ein Hotel in der Johannisstraße anstelle des SinnLeffers-Hauses entstehen, außerdem gibt es Pläne für ein Hotel am Berliner Platz.

Keine Obergrenze

Gibt es eine Obergrenze? Nein, sagt Stadtbaurat Frank Otte. Dafür bräuchte es ein Bundesgesetz, und das gibt es nicht. „Es gibt auch keine Grenze für Boutiquen, Friseure oder KfZ-Werkstätten“, so Otte. „Das muss letztlich der Markt regeln.“ Zwar macht die Baunutzungsverordnung in Deutschland Einschränkungen für bestimmte Gebiete, die Innenstadt gehöre jedoch nicht dazu. Die Stadt als Kommune könnte höchstens in einem Bebauungsplan für ein gewisses Gebiet entscheiden, grundsätzlich kein Hotel zuzulassen. „Bisher haben wir aber keine Diskussion darüber geführt“, so Otte.

Analyse in Arbeit

Die OMT lasse derzeit die Hotellandschaft in Stadt und Landkreis Osnabrück analysieren, sagt Petra Rosenbach. „Wie viele Hotels vertragen Stadt und Landkreis, in welchen Kategorien und mit welchen Schwerpunkten?“ Die Ergebnisse erwartet die OMT-Chefin allerdings erst für Ende des Jahres. „Das nützt uns jetzt noch nichts.“

Sie bleibt dabei, was sie schon bei Bekanntwerden der Pläne für das Hotel vor H&M sagte: „Ich glaube schon, dass Osnabrück noch Bettenpotenzial hat, hätte mir aber ein langsameres Wachstum gewünscht.“ Es werde vielleicht ein Preiskampf einsetzen, „und das schlägt vielleicht auf die Qualität“, so Rosenbach. Außerdem stelle das sprunghafte Wachstum auch Stadt und OMT vor Herausforderungen. „Es besteht der Anspruch, dass wir diese Betten über Tagungen, Kongresse, Tourismus oder ähnliches auch füllen.“

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