„Es ist bereits fünf nach zwölf“ Kulturausschuss berät über die Proberaumsituation in Osnabrück

Von Tom Bullmann


Osnabrück. Ein neuer Verein veranstaltet Benefizkonzerte für den Erhalt der Proberäume am Limberg und ein Unternehmer will an einem Alternativstandort investieren. Derweil steht am kommenden Donnerstag die Zukunft der Proberäume am Limberg auf der Tagesordnung einer Sitzung des Kulturausschusses.

Musiker in Not: Zwar hat sich akut nichts an der eigentlich positiven Proberaumsituation in Osnabrück verändert, aber das Damoklesschwert fällt in absehbarer Zeit. Wenn das ehemalige Briten-Areal am Limberg von der Stadt gekauft wird, kommen die Abrissbagger und schon bald werden über 60 Bands, die dort proben, auf der Straße stehen. Am kommenden Donnerstag wird die Thematik einmal mehr auf der Tagesordnung des Kulturausschusses stehen. Im Vorfeld hat sich ein Verein gegründet, der mithilfe von Benefizkonzerten auf die prekäre Situation aufmerksam macht. Darüber hinaus meldet sich jetzt ein Unternehmer zu Wort, der bereits vor drei Jahren das Speicherareal am Hafen erwerben wollte, um es zu einem Kultur-Hotspot umzuwandeln. Die Pläne scheiterten. Doch nun hat er möglicherweise eine Alternative gefunden, die allerdings nicht so viele Vorteile bietet wie das ehemalige Kasernengelände im Hafen.

„Das in Frage kommende Objekt, das den meisten der betroffenen Bands Raum bieten könnte, liegt mitten in der Stadt und würde bezüglich der Nutzung durch Musikgruppen keine Probleme verursachen“, erklärt Christof Leffler. Allerdings könne er die alte Industriehalle auf einem mehr als 4000 Quadratmeter großen Grundstück nur mieten. „Zurzeit ist mir das Risiko zu groß, dort zu investieren, denn wenn die Baracken am Limberg aus unerwarteten Gründen doch nicht abgerissen werden, stehen bei mir dann die Räume leer.“

Die Vorlage zur Kulturausschusssitzung zeichnet allerdings ein recht konkretes Bild. Darin wird betont, dass „nach Klärung der Altlastensituation“ das Areal noch im ersten Halbjahr 2018 von der Stadt erworben werden soll. Anschließend sollen die ersten vier Gebäude, die als Proberäume genutzt werden, unmittelbar der Abrissbirne zum Opfer fallen. Die restlichen fünf Baracken sollen dann bis spätestens Mitte des nächsten Jahres folgen.

„Siebenmaleins“ heißt derweil ein Verein, der sich zur Jahreswende gegründet hat, um unter anderem auch „für den Erhalt der Proberäume“ aktiv zu werden. Zu diesem Zweck organisiert der Verein jetzt im Zwei-Monats-Abstand in der Skatehall Benefizkonzerte. Der Erlös der Veranstaltungen soll für Öffentlichkeitsarbeit und die Unterstützung der örtlichen Musikszene eingesetzt werden. Einer der Vereinsmitbegründer ist Carsten Gronwald. Er betreibt ein Proberaumzentrum am alten Güterbahnhof, das er allerdings zum Ende des Jahres schließen muss, weil der Pachtvertrag abläuft. Er schätzt die Situation der Osnabrücker Musiker düster ein: „Es ist bereits fünf nach zwölf!“