IWK verabschiedet erste Absolventen Internationale Hilfe für Pflegebedarf in Osnabrück

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Osnabrück. Elf internationale Pflegefachkräfte aus den Ländern Jordanien, Indien, Serbien, Bosnien-Herzegowina, Syrien und der Ukraine sind nach bestandener Kenntnisprüfung zur Erlangung der beruflichen Anerkennung am Institut für Weiterbildung in der Kranken- und Altenpflege (IWK) verabschiedet worden.

Der Fachkräftemangel in der Pflege ist ein leidiges Thema. Um dem Herr zu werden unterstützt das IWK verschiedene Einrichtungen bei der Qualifizierung von Fachkräften. Dabei geht das Institut über die Grenzen Deutschlands hinaus.

Pflegehelfer aus verschiedenen Ländern nahmen an dem ersten Vorbereitungslehrgang für die Anerkennungsprüfung für internationale Krankenpflegekräfte in Osnabrück teil. „Die Teilnehmer werden viereinhalb Monate auf die Prüfung vorbereitet. Dabei haben sie im Blocksystem fünf Wochen Theoriekurse und zwei Wochen Praxisunterricht mit Praktika in den jeweiligen Einrichtungen“, sagte Katja Kalkowski, Leiterin der staatlichen Krankenpflegeschule. Unterstützende Einrichtungen sind unter anderem das Klinikum Osnabrück, das Marienhospital Osnabrück, die Bürgerhilfe oder das Deutsche Rote Kreuz.

Seit drei Jahren in Delmenhorst

Teilnehmen können die sogenannten Pflegehelfer unter den Voraussetzungen, dass sie bereits im Ausland eine Berufsausbildung in der Krankenpflege abgeschlossen haben und die B2-Deutsch-Qualifikation nachweisen können. „Viele sind noch nicht sehr lange in Deutschland. Sie müssen hier die Kenntnisprüfung machen, weil die abgeschlossene Ausbildung in ihren Ländern hier nicht automatisch anerkannt wird“, sagte Kalkowski. Bereits seit drei Jahren wird das Projekt von der IWK betreut. „Unser Sitz ist in Delmenhorst. Dort wird nun bereits der sechste Kurs entlassen“, sagte die Projektleiterin. Damit der Theorieunterricht aber wohnortnah stattfinden kann, wurde erstmals der Kurs in Osnabrück angeboten.

Internationale Zusammenarbeit

Das IWK führt das Projekt in Zusammenarbeit mit dem Träger IQ Netzwerkes Niedersachsen im Rahmen eines EU-Förderprogrammes und in Kooperation mit dem Projekt „Triple win“ von der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) durch. „Diese Kurse sind sehr wichtig, da aufgrund des Fachkräftemangels viele Unternehmen aus der Gesundheits- und Krankenpflegebranche sowie der Altenpflege nach Möglichkeiten suchen, internationale Pflegekräfte einzustellen“, erklärte Kalkowski. Die Kenntnisprüfung sei dabei vergleichbar mit der deutschen Krankenpflegeprüfung. „Außer der schriftlichen Prüfung, die wegfällt, werden dieselben praktischen und mündlichen Prüfungen angelehnt an das Krankenpflegegesetz durchgeführt.“

Großes geschenk

Die Pflegehelfer verdienen während des Lehrgangs ihren eigenen Lebensunterhalt. Das IQ Netwerk Niedersachsen unterstützt das Projket mit den benötigten Mitteln. „Bis sie die Kenntnisprüfung absolviert haben, arbeiten sie als Pflegehelfer den Fachkräften zu“, sagte Kalkowski. Mit Bestehen der Prüfung sind sie dann auch in Deutschland staatlich anerkannte Pflegefachkräfte. „Das Projekt ist ein Parabelbeispiel für Integration“, freute sich Projektleiterin Katja Kalkowski. Es sei ein großes Geschenk, dass auch die Einrichtungen die Arbeit der Teilnehmer wertschätzen und unterstützen. „Die Einrichtungen haben auch einen großen Bedarf an Personal, deswegen können sie die Teilnehmer auch einstellen.“

Kursleiterin Susanne Franke ist ebenfalls sichtlich stolz auf ihre Absolventen. „Ihr habt hochmotiviert gelernt und die Inhalte aufgesogen. Es war schön zu sehen, wie ihr alles in die Praxis umgesetzt habt“, sagte sie in ihrer Rede an die Teilnehmer.

Diese Woche startete der zweite Kurs der IWK in Osnabrück. Bis zu fünf Plätze seien frei, auf denen sich noch beworben werden könne, sagte Kalkowski. Weitere Informationen unter www.iwk.eu.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN