Neuer Regionalzug geplant RRX bringt Halbstundentakt zwischen Osnabrück und Münster

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Der Rhein-Ruhr-Express (RRX) soll ab Ende 2019 von Düsseldorf über Münster bis nach Osnabrück fahren. Das bedeutet für Fahrgäste aus der Region zahlreiche Verbesserungen. Foto: Kompetenzcenter Marketing NRWDer Rhein-Ruhr-Express (RRX) soll ab Ende 2019 von Düsseldorf über Münster bis nach Osnabrück fahren. Das bedeutet für Fahrgäste aus der Region zahlreiche Verbesserungen. Foto: Kompetenzcenter Marketing NRW

Osnabrück. Ab Dezember 2019 soll mit dem neuen Rhein-Ruhr-Express (RRX) zwischen Osnabrück und Münster ein zusätzlicher Regionalzug verkehren. Dann gäbe es auf dieser Strecke durchgängig zwei Verbindungen pro Stunde. Außerdem kämen Fahrgäste schneller und umstiegsfrei nach Essen und Düsseldorf.

Der RRX gilt als das wichtigste Nahverkehrsprojekt in Nordrhein-Westfalen. In einem Netz aus sieben Linien soll er künftig auf komfortable Art die größten Städte und Ballungszentren des bevölkerungsreichsten Bundeslandes miteinander verbinden. Nach zwölf Jahren Vorbereitung gehen Ende 2018 die ersten Züge auf die Strecke. Fernziel ist ein Viertelstundentakt zwischen Köln und Dortmund.

Beschleunigte Direktverbindungen

Doch auch Niedersachsen soll vom Rhein-Ruhr-Express profitieren. Nach Angaben des Nahverkehrverbands Westfalen-Lippe (NWL) gibt es „fortgeschrittene Planungen“, die bestehende Linie RE 2 (Rhein-Haard-Express, künftig RRX 7) von Düsseldorf über Münster hinaus nach Osnabrück zu verlängern. Eine solche Direktverbindung böte gleich mehrere Vorteile.

RRX soll keinen Halt auslassen

In Kombination mit der Regionalbahn-Linie 66 (Teuto-Bahn) würde sie auf dem länderübergreifenden Abschnitt einen durchgehenden 30-Minuten-Takt ermöglichen. Besonders erfreulich für Zugpendler, die entlang der Strecke wohnen: Der RRX soll auch in Hasbergen, Natrup-Hagen, Lengerich, Kattenvenne, Ostbevern und Westbevern Station machen. „Wir gehen davon aus, dass alle Haltestellen zwischen Münster und Osnabrück bedient werden“, sagt NWL-Sprecher Uli Beele auf Nachfrage.

Deutlich kürzere Fahrzeiten

Im weiteren Verlauf der Linie soll sich der RRX dann von einer Bimmelbahn in einen Eilzug verwandeln. Erreicht wird das vor allem durch Auslassen mehrerer Halte zwischen Münster und Recklinghausen. Dadurch verringert sich die Fahrzeit in der Relation Osnabrück–Essen den Angaben zufolge künftig um 22 auf 93 Minuten. In der Relation Osnabrück–Düsseldorf sparen Reisende sogar eine knappe halbe Stunde: Statt 153 Minuten ist der neue Regionalzug nur noch 125 Minuten unterwegs.

Bessere Anschlüsse von und nach Norden

„So wird Osnabrück erstmals mit dem Nahverkehr in nur zwei Stunden und ohne Umstieg an den Flughafen Düsseldorf angebunden“, teilt der NWL mit. Darüber hinaus würden in Osnabrück Anschlusszüge von und nach Bremen, Oldenburg oder Wilhelmshaven besser erreicht. Das sei ein „Meilenstein“, der länderübergreifende Regionalverkehr zwischen Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen werde so „auf ein neues Qualitätsniveau gehoben“. Ab wann der Rhein-Ruhr-Express auch in Osnabrück hält, steht allerdings noch nicht fest. Nach Recherchen unserer Redaktion ist eine Einbindung ins RRX-Netz zum Fahrplanwechsel im Dezember 2019 geplant.

Pro Bahn erwartet Kundenzuwachs

„Zwischen Münster und Osnabrück soll der RRX alle Haltestellen bedienen“

Regionale Fahrgastverbände begrüßen das Vorhaben. Dadurch gebe es mehr Bahnverbindungen zum Nahverkehrstarif von Osnabrück nach Münster sowie in die Metropolregion Rhein/Ruhr, betont der VCD Osnabrück auf Nachfrage. Pro Bahn erwartet, dass sich mit dem erweiterten Angebot viele Menschen für die Schiene gewinnen lassen. „Darum wünschen wir uns den RRX zwischen Münster und Osnabrück als tägliches Angebot von Betriebsbeginn bis zum Abend, also ausdrücklich auch an Wochenenden“, erklärt Martin Sturm, Sprecher des Regionalverbands Südwest-Niedersachsen.


Rhein-Ruhr-Express (RRX)

Mit dem RRX sind nach Angaben von Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) Investitionen in Höhe von 4,3 Milliarden Euro verbunden. Über 2,6 Milliarden Euro fließen in den Ausbau von Schienen und Bahnhöfen, zusätzliche 1,7 Milliarden Euro in die Beschaffung und Instandhaltung von 82 Triebwagen. Mit mehr Qualität, Pünktlichkeit und Komfort soll der RRX über 24000 Personenfahrten von der Straße auf die Schiene verlagern. Das entspricht laut NWL einer Autokolonne von 100 Kilometer Länge.

Das Fahrzeugkonzept kombiniert laut Hersteller Siemens hochwertige Ausstattung mit modernster Technik. Jede Zugeinheit vom Typ Desiro HC (Höchstgeschwindigkeit 160 km/h) besteht aus vier Wagen, von denen die beiden mittleren doppelstöckig sind. Insgesamt stehen 400 Sitzplätze zur Verfügung. Die Züge sind in den Farben Weiß, Grau, Schwarz und Orange gehalten. Darüber hinaus bietet der RRX drahtlosen Internetzugang und Steckdosen im gesamten Zug, in der ersten Klasse außerdem Klapptische und Leseleuchten.

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