Fotovoltaik im Gewerbebetrieb Bei ebm in Osnabrück fahren E-Autos mit Solarstrom

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Osnabrück. Solarstrom ins Netz einspeisen? Mit neuen Anlagen ist das nicht mehr lukrativ. Aber es lohnt sich, wenn der Strom im eigenen Haushalt verbraucht wird. Oder im Gewerbebetrieb. Deshalb hat die Firma ebm im Fledder eine Fotovoltaikanlage in Betrieb genommen. Mit dem erzeugten Strom werden Elektrofahrzeuge betankt.

Obwohl ebm Spezialist für die Elektroinstallation von Großprojekten ist, hatte das Unternehmen mit Solarstrom bislang wenig im Sinn. Als kürzlich das Dach des Betriebsgebäudes erneuert werden musste, war das für Geschäftsführer Andreas Ennen die passende Gelegenheit, in die Fotovoltaik einzusteigen. Dem Chef des Unternehmens war sofort klar, dass die Netzeinspeisung bei einer Vergütung von etwa 10 Cent pro Kilowattstunde nicht die passende Option sein konnte.

Pachten statt kaufen

Aber im Gespräch mit den Stadtwerken kristallisierte sich schnell eine Lösung heraus, mit der ebm seine Kosten um einige Tausend Euro pro Jahr reduzieren kann. Der Einstieg in die Elektromobilität macht‘s möglich.

Bisher waren die Monteure von ebm ausschließlich mit Dieselfahrzeugen unterwegs. Angesichts der Diskussion um Fahrverbote in den Innenstädten hatte Ennen ohnehin schon mit der Anschaffung von E-Autos geliebäugelt. Für zwei Fahrzeuge, den Einstieg in eine Elektroflotte, bekommt sein Unternehmen nun einen Zuschuss aus dem Dieselfonds, den die Bundesregierung gemeinsam mit der Autoindustrie aufgelegt hat. Und weil der Chef ein kühler Rechner ist, pachtet er die Fotovoltaikanlage von den Stadtwerken, statt sie zu kaufen.

Für Gewerbekunden interessant

Für die Pacht der 30-kW-Anlage auf seinem Dach zahlt sein Unternehmen 3600 Euro pro Jahr, aber der Strom – voraussichtlich etwa 25.000 Kilowattstunden – wird im Betrieb verbraucht. Stadtwerke-Vertriebsleiter Klaus Siedhoff rechnet vor, dass diese Menge ausreicht, um acht Firmenfahrzeuge anzutreiben, die jeden Tag etwa 100 Kilometer zurücklegen. Im Vergleich zu sehr sparsamen Dieselfahrzeugen würde ebm beim Kraftstoff 9600 Euro pro Jahr sparen. Unter dem Strich sind das also rund 6000 Euro vermiedene Kosten.

Dass sich mit Solarstrom Geld verdienen lässt, ist für Detlef Gerdts vom Fachbereich Umwelt und Klimaschutz ein willkommenes Argument, um weitere Gewerbeunternehmen für den Bau von Fotovoltaikanlagen zu gewinnen. Die Stadt Osnabrück informiert auf ihrer Internetseite www.osnabrueck.de/solardachpotenzialkataster über die voraussichtliche Stromausbeute sämtlicher Dächer in der Stadt.

Nach Gerdts Worten bringen es die 1200 Dachkraftwerke in Osnabrück auf eine Leistung von 20 Megawatt. Die Potenzialanalyse lasse jedoch erkennen, dass das 20-Fache möglich sei.


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